Beihilfe Saarland: Antrag, Formulare und Beihilfesätze
Im Saarland hängt die zuständige Stelle von Ihrem Dienstherrn ab: Für die Beamtinnen und Beamten der Universität des Saarlandes setzt deren Beihilfestelle die Beihilfe fest, für viele andere Landesbeamte bearbeiten die Beihilfedienste der Postbeamtenkrankenkasse sie im Auftrag des Landes (wer wohin gehört). Hier finden Sie beide Wege, die Frist, die Beihilfesätze und die Kostendämpfungspauschale. Chefarzt, Zweibettzimmer und Heilpraktiker sind im Saarland nicht beihilfefähig.
Die Links führen zu den amtlichen Angeboten der Beihilfestelle der Universität des Saarlandes und der Beihilfedienste, die die Beihilfe für das Land bearbeiten. Dort finden Sie die Anträge der Universität, die Formulare der Beihilfedienste und die App für den digitalen Antrag.

Beihilfe Saarland auf einen Blick
- Zuständigkeit: Je nach Dienstherr und Status ist die Beihilfestelle der Universität des Saarlandes oder sind die Beihilfedienste der Postbeamtenkrankenkasse zuständig; wer wohin gehört, erklärt der Abschnitt zum Antrag.
- Erster Antrag: Für den ersten Antrag brauchen Sie neben dem Antrag Angaben zu Ihren persönlichen Verhältnissen und einen Versicherungsnachweis; welche Unterlagen genau, erklärt der Abschnitt zum Erstantrag.
- Frist: Ihr Antrag muss innerhalb eines Jahres nach dem Entstehen der Aufwendungen, spätestens jedoch ein Jahr nach der ersten Ausstellung der Rechnung, bei Ihrer Beihilfestelle eingehen.
- Beihilfesatz: Wie viel Beihilfe Sie erhalten, hängt von Ihrer Situation ab; die Tabelle im Abschnitt zu den Beihilfesätzen nennt jeden Satz mit seinen Voraussetzungen.
- Kostendämpfungspauschale: Einmal im Jahr wird die Beihilfe um einen nach Besoldungsgruppe gestaffelten Betrag gekürzt; Höhe, Minderungen und Ausnahmen erklärt der Abschnitt zur Kostendämpfungspauschale.
Universität des Saarlandes: Beihilfestelle
Wie beantrage ich Beihilfe im Saarland?
Im Saarland beantragen Sie Beihilfe bei der Stelle, die für Ihren Dienstherrn zuständig ist: als Universitäts- oder Bibliotheksbeamter der Universität des Saarlandes, auch im Ruhestand, und als aktiver Landesbeamter an der Universität bei der Beihilfestelle der Universität; als Landesbeamter im Zuständigkeitsbereich der Zentralen Besoldungs- und Versorgungsstelle, zu dem auch die Landesbeamten der Universität im Ruhestand gehören, bei den Beihilfediensten der Postbeamtenkrankenkasse. Welche Stelle für Sie gilt, steht auf Ihrem letzten Bescheid oder erfahren Sie bei Ihrer Personalstelle; Beamte von Gemeinden und anderen Dienstherren fragen ihren Dienstherrn. So gehen Sie vor:
- Formular wählen. Nehmen Sie den Antrag Ihrer Beihilfestelle; beim ersten Antrag gehören weitere Unterlagen dazu (Erstantrag). Den Papierantrag unterschreiben Sie eigenhändig, Sie selbst oder eine von Ihnen bevollmächtigte Person.
- Belege beilegen. Legen Sie Kopien oder Zweitschriften der Rechnungen und Rezepte bei; was dabei gilt, steht in der Checkliste.
- Antrag einreichen. Bei der Universität schicken Sie ihn an die Universität des Saarlandes, Dezernat Haushalt und Finanzen, Abteilung Beihilfe, Meerwiesertalweg 15, 66123 Saarbrücken. Bei den Beihilfediensten schicken Sie ihn frankiert an die Postbeamtenkrankenkasse, Beihilfedienste Saarland, 70644 Stuttgart, oder reichen ihn mit der App ein.
- Bescheid prüfen. Achten Sie auf die anerkannten Beträge, den Abzug der Kostendämpfungspauschale und Hinweise auf fehlende Unterlagen.
Was sollte ich vor dem Absenden prüfen?
- Kopien statt Originale: Reichen Sie Kopien oder Zweitschriften ein und behalten Sie Ihre Originale; die Beihilfedienste schicken eingereichte Belege nicht zurück.
- Vollständige Belege: Aus jeder Rechnung müssen Datum, Leistung und Diagnose hervorgehen; legen Sie Folgeseiten und Anlagen bei, bei Arzneimitteln, Hilfsmitteln und Heilbehandlungen auch die ärztliche Verordnung, bei Krankenhausrechnungen die Entlassungsanzeige.
- Mindestbetrag: Erreicht der Antrag den Mindestbetrag? Höhe und Ausnahme stehen im Abschnitt zur Frist.
- Dienstunfall: Aufwendungen nach einem Dienstunfall melden Sie Ihrer Personalstelle und reichen sie dort ein, nicht als Beihilfe.
- Änderungen melden: Teilen Sie Ihrer Beihilfestelle Änderungen bei Familienstand, Kindern, Versicherung, Einkommen des Ehegatten, Bankverbindung, Anschrift oder den Eintritt in den Ruhestand schriftlich mit Nachweis mit.
Welche Formulare brauche ich?
Jede Beihilfestelle hat eigene Vordrucke: Die Universität stellt ihre Anträge auf ihrer Beihilfeseite bereit, die Beihilfedienste der Postbeamtenkrankenkasse ihre im Formularbereich ihrer Internetseite.
| Ihre Situation | Universität des Saarlandes | Beihilfedienste der Postbeamtenkrankenkasse |
|---|---|---|
| Sie beantragen Beihilfe für Krankheitskosten. | Antrag auf Gewährung einer allgemeinen Beihilfe für Beamte | Antrag auf Beihilfe – Saarland |
| Sie beantragen erstmals Beihilfe oder Ihre Verhältnisse haben sich geändert. | Antrag mit allen Angaben zu Ihnen und Ihren Angehörigen; Unterlagen unter Erstantrag | zusätzlich das Formular „Angaben zu den persönlichen Verhältnissen“; Unterlagen unter Erstantrag |
| Aufwendungen hängen mit einem Unfall zusammen. | Anlage zur Beihilfe bei Unfall | Unfallmeldung |
| Sie oder Angehörige sind pflegebedürftig. | Antrag auf Pflegeleistungen | derselbe Antrag auf Beihilfe, besser getrennt eingereicht |
| Eine Psychotherapie, eine Kur oder eine Sanatoriumsbehandlung ist geplant. | Antrag auf Anerkennung der Psychotherapie, Bescheinigungen zu Kur und Sanatorium | Anträge auf Psychotherapie, Heilkur und Sanatoriumsbehandlung; wann eine Anerkennung vorher nötig ist, steht im Abschnitt zu den Beihilfesätzen |
| Eine andere Person soll für Sie handeln. | Vollmacht beilegen | Vordruck „Erteilung einer Vollmacht“ |
Formulare der Beihilfedienste Saarland
Anträge der Beihilfestelle der Universität des Saarlandes
Welche Unterlagen gehören zum Erstantrag?
Zum ersten Antrag gehören der vollständig ausgefüllte und eigenhändig unterschriebene Antrag mit den Belegen und ein Nachweis Ihrer Krankenversicherung und der Ihrer Angehörigen, bei privater Versicherung der Versicherungsschein, bei gesetzlicher Versicherung eine Bescheinigung der Kasse über die Mitgliedschaft. Bei den Beihilfediensten legen Sie außerdem das Formular „Angaben zu den persönlichen Verhältnissen“ mit Ihrer Personalnummer bei.
- Ehegatte oder eingetragener Lebenspartner: Den Einkommensteuerbescheid des zweiten Kalenderjahres vor dem Antrag legen Sie jedes Jahr mit dem ersten Antrag für ihn bei; beantragen Sie bei den Beihilfediensten erstmals Beihilfe für ihn, zusätzlich Heirats- oder Lebenspartnerschaftsurkunde, seinen Versicherungsnachweis und das Formular zu den persönlichen Verhältnissen.
- Kind: Beihilfe für ein Kind gibt es erst, wenn der Familienzuschlag für das Kind beantragt und bewilligt ist; beim ersten Antrag für das Kind legen Sie bei den Beihilfediensten Geburtsurkunde, Versicherungsnachweis und das Schreiben über den Familienzuschlag bei.
Bei den Beihilfediensten erhalten Sie mit jedem Bescheid einen vorausgefüllten Antrag mit Ihrer Beihilfenummer für den nächsten Antrag.
Wie funktioniert die App PBeaKKDirekt?
Mit der App PBeaKKDirekt reichen Sie Anträge bei den Beihilfediensten der Postbeamtenkrankenkasse ohne Post ein: Sie fotografieren Ihre Belege oder laden sie als PDF hoch und schicken sie digital; mit der antragsfreien Erstattung müssen Sie dabei keinen Antrag ausfüllen. Zur Registrierung brauchen Sie eine E-Mail-Adresse und die Beihilfenummer der beihilfeberechtigten Person; Angehörige können sich nicht selbst registrieren. Bescheide erhalten Sie auf Wunsch im digitalen Postfach der App.
Die App gilt nur für die Beihilfedienste. Bei der Beihilfestelle der Universität stellen Sie den Antrag auf Papier per Post. Einen Widerspruch können Sie über die App nicht einlegen.
Welche Frist gilt für den Beihilfeantrag?
Im Saarland muss Ihr Antrag innerhalb eines Jahres nach dem Entstehen der Aufwendungen, spätestens jedoch ein Jahr nach der ersten Ausstellung der Rechnung, bei Ihrer Beihilfestelle eingehen; entstanden ist eine Aufwendung mit der Behandlung oder dem Kauf. Für eine Behandlung und Rechnung vom 2. März 2026 muss der Antrag also spätestens am 2. März 2027 eingegangen sein. Wer die Frist versäumt, verliert den Anspruch.
Beihilfe gibt es nur, wenn die Aufwendungen eines Antrags zusammen mehr als 100 Euro betragen; kommen in zehn Monaten keine 100 Euro zusammen, gilt die Grenze nicht. Eigene Fristbeginne gelten bei der Pauschalbeihilfe für häusliche Pflege (letzter Tag des Monats, in dem gepflegt wurde), bei der Pauschale zur Geburt (Tag der Geburt, Annahme als Kind oder Aufnahme in den Haushalt), im Todesfall (Todestag) und bei einer Heilkur (Tag ihres Endes).
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine individuelle Beratung. Prüfen Sie die für Ihren Fall geltenden Voraussetzungen und Antragsfristen rechtzeitig bei Ihrer zuständigen Beihilfestelle.
Wo bekomme ich Auskunft zu meinem Antrag?
Fragen zu Anträgen und Bescheiden bei den Beihilfediensten beantwortet deren Kundenberatung unter 0711 9744 97500, Fragen zur App das App-Team unter 0711 9744 97100; in der App sehen Sie außerdem den Stand jeder Einreichung. Die Beihilfestelle der Universität erreichen Sie für Fragen per E-Mail an beihilfe@uni-saarland.de; ihre Bescheide schickt sie an Ihre Dienstanschrift.
Wie hoch ist die Beihilfe im Saarland?
Das Saarland legt die Bemessungssätze im Saarländischen Beamtengesetz und in seiner Beihilfeverordnung fest; maßgeblich ist der Satz zu dem Zeitpunkt, zu dem die Aufwendungen entstehen. Erstattet wird dieser Anteil der beihilfefähigen Aufwendungen, nicht automatisch der volle Rechnungsbetrag:
| Ihre Situation | Bemessungssatz | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Beamtin oder Beamter, auch Professoren und entpflichtete Hochschullehrer | 50 % | Grundsatz |
| Beamtin oder Beamter mit zwei oder mehr Kindern | 70 % | Kinder im Familienzuschlag berücksichtigungsfähig; sind mehrere Berechtigte beihilfeberechtigt, nur für den, den sie gemeinsam bestimmen |
| Versorgungsempfänger im Ruhestand, Witwe oder Witwer | 70 % | Anspruch auf Versorgungsbezüge |
| Ehegatte oder eingetragener Lebenspartner | 70 % | nicht selbst beihilfeberechtigt; Gesamtbetrag der Einkünfte im zweiten Kalenderjahr vor dem Antrag höchstens 19.087 Euro (Stand 2026) |
| Kind oder Waise | 80 % | Kind im Familienzuschlag berücksichtigungsfähig; Waise als solche beihilfeberechtigt |
| freiwillig gesetzlich versichert | 100 % des Rests nach der Kassenleistung | gleiche Leistungsansprüche wie Pflichtversicherte; nur für Aufwendungen, zu denen die Krankenkasse geleistet hat |
| Versicherung schließt Leistungen für eine Krankheit aus | plus 20 Prozentpunkte, höchstens 90 % | trotz ausreichender und rechtzeitiger Versicherung individueller Ausschluss wegen angeborener Leiden oder bestimmter Krankheiten oder Leistungen auf Dauer eingestellt; der Versicherer erfüllt die gesetzlichen Mindestbedingungen |
Die Einkommensgrenze für Ehegatten und eingetragene Lebenspartner wird angepasst, wenn der Rentenwert steigt, jeweils für das folgende Kalenderjahr; den Betrag gibt das Innenministerium bekannt. Bezieht ein Kind selbst Beihilfe, etwa als Anwärter, geht dieser eigene Anspruch vor.
Beihilfefähig ist, was notwendig und angemessen ist; ärztliche und zahnärztliche Gebühren in der Regel bis zum 2,3-fachen Satz. Vorher anerkennen muss die Beihilfestelle eine Psychotherapie, wobei der Antrag vor dem Ende der bis zu fünf probatorischen Sitzungen gestellt werden muss, sowie eine Heilkur und eine Sanatoriumsbehandlung; für eine kieferorthopädische Behandlung legen Sie vorher einen Heil- und Kostenplan vor, und über 18 Jahren ist sie nur bei schweren Kieferanomalien beihilfefähig. Zwei Implantate je Kiefer sind ohne besondere Voraussetzungen beihilfefähig, höchstens vier in den in der Beihilfeverordnung genannten Fällen; Material- und Laborkosten bei Zahnersatz und Implantaten erkennen die Beihilfestellen zur Hälfte an.
Wie hoch ist die Kostendämpfungspauschale im Saarland?
Das Saarland kürzt die Beihilfe einmal je Kalenderjahr um eine Kostendämpfungspauschale, die sich nach der Besoldungsgruppe richtet: Bei voller Arbeitszeit sind es 250 Euro bei W 1, 400 Euro bei W 2 und 550 Euro bei W 3. Der Betrag sinkt um 40 Euro für jedes berücksichtigungsfähige Kind, auch für ein Kind, das nur wegen eigener Beihilfeberechtigung nicht berücksichtigt wird. Abgezogen wird er in dem Kalenderjahr, in dem Sie die Aufwendungen beantragen, und seine Höhe richtet sich nach Ihren Verhältnissen beim ersten Antrag des Jahres.
| Stufe | Besoldungsgruppen | Pauschale je Jahr |
|---|---|---|
| 1 | A 7 und A 8 | 50 Euro |
| 2 | A 9 bis A 11 | 100 Euro |
| 3 | A 12 bis A 15, C 1 und C 2, H 1 bis H 3, R 1, W 1 | 250 Euro |
| 4 | A 16, B 2 und B 3, C 3, H 4 und H 5, R 2 und R 3, W 2 | 400 Euro |
| 5 | B 4 bis B 7, C 4, R 4 bis R 7, W 3 | 550 Euro |
| 6 | höhere Besoldungsgruppen | 700 Euro |
- Weitere Minderungen: bei verringerter Arbeitszeit im selben Verhältnis; im Ruhestand nach dem Ruhegehaltssatz, höchstens 70 Prozent des Betrags aus der Tabelle; bei Witwen, Witwern und hinterbliebenen Lebenspartnern 55 Prozent des Ruhegehaltssatzes, höchstens 40 Prozent des Betrags. Sind beide Eltern beihilfeberechtigt, mindert sich die Pauschale für die Kinder grundsätzlich bei dem, der den Familienzuschlag bezieht.
- Keine Pauschale zahlen: Anwärter, Waisen, Mitglieder einer gesetzlichen Krankenkasse sowie Witwen, Witwer und hinterbliebene Lebenspartner im Jahr, in dem ihr Anspruch entsteht.
- Kein Abzug bei: Gesundheitsvorsorge, Früherkennung, Schwangerschaftsüberwachung, ärztlich verordneter Schwangerschaftsgymnastik und im Zusammenhang mit der Schwangerschaft verordneten Arznei- und Verbandmitteln, dauernder Pflegebedürftigkeit, Aufwendungen eines verstorbenen Beihilfeberechtigten und Aufwendungen aus Anlass seines Todes.
Was gilt bei Chefarzt, Zweibettzimmer und Heilpraktiker?
Wahlleistungen im Krankenhaus, also Chefarztbehandlung und Zweibettzimmer, sind im Saarland nicht beihilfefähig, ebenso wenig Leistungen von Heilpraktikern und von ihnen veranlasste Leistungen. Die allgemeinen Krankenhausleistungen erstattet die Beihilfe nach Ihrem Bemessungssatz. Wollen Sie Chefarzt und Zweibettzimmer absichern, geht das nur über Ihre Krankenversicherung.
- Sehhilfen: Brillen und Kontaktlinsen sind nur für Kinder unter 18 Jahren und bei einer schweren Sehbeeinträchtigung beihilfefähig, jeweils bis zu Höchstbeträgen.
- Privatklinik: Bei einer Behandlung in einer Klinik, die nicht nach den Regeln für zugelassene Krankenhäuser abrechnet, erstattet die Beihilfe höchstens, was im nächstgelegenen vergleichbaren zugelassenen Krankenhaus angefallen wäre; fragen Sie vorher bei Ihrer Beihilfestelle nach.
Was ist im Saarland anders?
Das Saarland hat eine eigene Beihilfeverordnung und regelt die Grundsätze im Saarländischen Beamtengesetz. Die Besonderheiten sind die zwei zuständigen Stellen, die Antragsfrist von einem Jahr mit Mindestbetrag, die jährliche Kostendämpfungspauschale und der Ausschluss von Wahlleistungen und Heilpraktikern. Wie die anderen Länder die Beihilfe regeln, zeigt die Beihilfe-Übersicht.
Was gilt für Professoren und andere Hochschulbeamte?
Ob Sie Beihilfe erhalten, hängt von Ihrem Beamtenstatus und Ihrem Dienstherrn ab, nicht von der Bezeichnung Professorin oder Professor. Für die Professorinnen und Professoren der Universität des Saarlandes ist in der Regel die Beihilfestelle der Universität zuständig; wer im Einzelfall zu welcher Stelle gehört, steht im Abschnitt zum Antrag, und an anderen Hochschulen erfahren Sie bei der Personalstelle, welche Stelle Ihre Beihilfe festsetzt. Welcher Beihilfesatz für Sie gilt, steht mit allen Voraussetzungen in der Tabelle im Abschnitt Wie hoch ist die Beihilfe im Saarland?. Was eine Professur dort einbringt, steht unter Professorengehalt Saarland.
Mit der Berufung entscheiden Sie über Ihre Krankenversicherung: privat mit Beihilfe oder freiwillig gesetzlich; einen Zuschuss des Dienstherrn zum Kassenbeitrag gibt es nicht (pauschale Beihilfe). Weil die Beihilfe im Saarland weder Chefarzt noch Zweibettzimmer noch Heilpraktiker übernimmt (Wahlleistungen), prüfen Sie, ob Ihr Versicherungstarif diese Leistungen ganz abdecken soll. Rechnen Sie außerdem mit der Kostendämpfungspauschale Ihrer W-Besoldungsgruppe. Mehr zum Übergang in den Ruhestand steht unter Beamtenpension im Saarland.
Wer ist beihilfeberechtigt?
Beihilfeberechtigt sind Beamtinnen und Beamte mit Dienst- oder Anwärterbezügen, Ruhestandsbeamte, frühere Beamte, die wegen Dienstunfähigkeit oder Erreichens der Altersgrenze entlassen wurden, sowie Witwen, Witwer, hinterbliebene eingetragene Lebenspartner und Waisen, solange sie Bezüge erhalten oder nur wegen Ruhens- oder Anrechnungsvorschriften keine erhalten. Keine Beihilfe erhalten Ehrenbeamte und Beamte, die nur vorübergehend oder nebenbei verwendet werden und deren Dienstverhältnis auf weniger als ein Jahr befristet ist, es sei denn, sie sind insgesamt mindestens ein Jahr ununterbrochen im öffentlichen Dienst.
Ihr Ehegatte oder eingetragener Lebenspartner ist unter den Voraussetzungen berücksichtigungsfähig, die die Tabelle der Beihilfesätze nennt. Kinder sind berücksichtigungsfähig, solange sie im Familienzuschlag berücksichtigt werden; ist ein Kind bei zwei Beihilfeberechtigten berücksichtigungsfähig, erhält die Beihilfe für das Kind grundsätzlich, wer den kinderbezogenen Familienzuschlag bezieht. Angestellte Professoren erhalten keine Beihilfe nach dem Beamtenrecht. Bei einem Wechsel vom Bund oder aus einem anderen Land ins Saarland gilt ab der Versetzung das Recht des Saarlandes; was beim Bund galt, steht unter Beihilfe beim Bund. Zur Akademischen Rätin und zum Akademischen Rat im Saarland siehe Akademischer Rat im Saarland.
Gibt es im Saarland eine pauschale Beihilfe?
Nein. Das Saarland gewährt Beihilfe zu den einzelnen Aufwendungen; eine pauschale Beihilfe zum Krankenversicherungsbeitrag, wie sie einige andere Länder anbieten, sehen weder das Beamtengesetz noch die Beihilfeverordnung vor. Einen Zuschuss des Dienstherrn zum Beitrag der gesetzlichen Krankenversicherung gibt es nicht.
Sind Sie freiwillig gesetzlich versichert, erstattet die Beihilfe den Rest nach der Kassenleistung, wie in der Tabelle der Beihilfesätze beschrieben; Sachleistungen der Kasse selbst sind nicht beihilfefähig. Eine Kostendämpfungspauschale zahlen Mitglieder einer gesetzlichen Krankenkasse nicht. Welche Länder eine pauschale Beihilfe anbieten, zeigt die Übersicht der Bundesländer. Zur Wahl der Versicherung siehe Krankenversicherung für Professoren.
Häufige Fragen
Muss ich Rechnungen selbst bezahlen?
Bei privat abgerechneten Leistungen ja: Sie schulden dem Arzt oder Krankenhaus die Rechnung selbst und reichen sie danach bei Beihilfe und Versicherung ein. Für einen Krankenhausaufenthalt bieten die Beihilfedienste einen Antrag auf Direktabrechnung mit dem Krankenhaus an.
Was kann ich tun, wenn eine Rechnung sehr hoch ist?
Fragen Sie Ihre Beihilfestelle nach einer Abschlagszahlung; auf eine zu erwartende Beihilfe kann sie einen angemessenen Abschlag zahlen.
Darf jemand anderes die Beihilfe für mich beantragen?
Ja, mit einer Vollmacht; die Beihilfedienste haben dafür einen eigenen Vordruck. Was bei der Unterschrift gilt, steht im Abschnitt zum Antrag.
Was bleibt vom W-Gehalt, wenn PKV-Beitrag und Beihilfe zusammenkommen?
Der Beitrag der privaten Krankenversicherung hängt vom Eintrittsalter, vom Tarif und vom Beihilfesatz ab, den er ergänzt. Was vom W-Brutto im Saarland bleibt, wenn Sie Ihren Beitrag eintragen, zeigt der Gehaltsrechner: W 2 im Saarland mit PKV berechnen oder W 3 im Saarland mit PKV berechnen. Die Beihilfe selbst und die Kostendämpfungspauschale zieht der Rechner nicht ab; beides setzt Ihre Beihilfestelle im Bescheid fest.
Quellen
Wer über Ihren Antrag entscheidet
Über Ihren Antrag entscheidet Ihre Beihilfestelle, für die Beamten der Universität die Beihilfestelle der Universität des Saarlandes, für viele andere Landesbeamte die Beihilfedienste der Postbeamtenkrankenkasse im Auftrag des Landes, nach dem Saarländischen Beamtengesetz und der Beihilfeverordnung; verbindlich ist Ihr Beihilfebescheid.
- Saarländisches Beamtengesetz (SBG): Gesamtausgabe vom 11.03.2009, zuletzt geändert durch Gesetz vom 16.09.2026, insbesondere § 67 Beihilfe (Fassung ab 01.01.2026) mit Berechtigten und Angehörigen (Abs. 1), Ausschluss von Wahlleistungen und Heilpraktikern (Abs. 2), Bemessungssätzen (Abs. 3) und Kostendämpfungspauschale (Abs. 4 bis 9), und § 67a Übertragung der Beihilfegewährung, abgerufen am 30.10.2026.
- Beihilfeverordnung (BhVO): Gesamtausgabe vom 10.03.1987, zuletzt geändert durch Gesetz vom 27.08.2025, insbesondere § 2 Berechtigte, § 3 Angehörige, § 4 Abs. 7 Einkommensgrenze, § 5 Krankheitsfälle, § 15 Bemessung, § 17 Verfahren, Antragsfrist und Antragsgrenze, abgerufen am 30.10.2026.
- Verordnung zur Übertragung der Gewährung von Beihilfen im Landesbereich auf die Postbeamtenkrankenkasse vom 10.10.2023 (Amtsblatt I 2023, 993), Gesamtausgabe, abgerufen am 30.10.2026.
- Beihilfedienste der Postbeamtenkrankenkasse für das Saarland: Beihilfe Saarland mit den Seiten Beihilfeleistungen nach BhVO (Einkommensgrenze 2026), Antrag und Erstattung, App PBeaKKDirekt, Formulare, Kontakt, Krankenhausbehandlung, Psychotherapie, Zahnärztliche Leistungen und Sehhilfen sowie den Fragen und Antworten zu Fristen, Antragsgrenze, Belegen und Heilpraktikern; Merkblatt „Saarländische Beihilfe – Kompakt“ (Stand 05/2026); Vordruck Antrag auf Beihilfe – Saarland, jeweils abgerufen am 30.10.2026.
- Universität des Saarlandes, Beihilfestelle: Beihilfe mit Zuständigkeit, Anträgen und Anschrift; Hinweise zum Ausfüllen von Beihilfeanträgen an der Universität des Saarlandes, abgerufen am 30.10.2026.