Beihilfe Mecklenburg-Vorpommern: Antrag, Formulare und Beihilfesätze
Für Beamtinnen und Beamte des Landes Mecklenburg-Vorpommern setzt das Landesamt für Finanzen in Schwerin die Beihilfe fest. Hier finden Sie die amtlichen Zugänge zu Formularen, zum Beihilfe-MV-Portal und zur App sowie die Regeln zu Frist, Beihilfesätzen und Eigenanteilen. Statt der Beihilfe zu einzelnen Rechnungen können Sie seit Mai 2026 unter bestimmten Voraussetzungen die pauschale Beihilfe zum Krankenversicherungsbeitrag wählen.
Die Links führen zu den amtlichen Angeboten des Landesamts für Finanzen Mecklenburg-Vorpommern. Dort finden Sie die Formulare, den Zugang zum Beihilfe-MV-Portal und zur App, den Langantrag für den ersten Antrag und den Antrag auf pauschale Beihilfe.

Beihilfe Mecklenburg-Vorpommern auf einen Blick
- Zuständigkeit: Das Landesamt für Finanzen Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin ist die Beihilfestelle für Beamtinnen, Beamte und Versorgungsempfänger des Landes; maßgeblich ist Ihr Dienstherr, nicht Ihr Wohnort.
- Erster Antrag: Für den ersten Antrag nehmen Sie den Langantrag; welche Unterlagen dazugehören, erklärt der Abschnitt zum Erstantrag.
- Frist: Sie haben drei Jahre ab dem Rechnungsdatum Zeit; in der Regel muss ein Antrag zusammen mehr als 200 Euro an Aufwendungen enthalten.
- Beihilfesatz: Wie viel Beihilfe Sie erhalten, hängt von Ihrer Situation ab; die Tabelle im Abschnitt zu den Beihilfesätzen nennt jeden Satz mit seinen Voraussetzungen.
- Pauschale Beihilfe: Statt der Beihilfe zu einzelnen Rechnungen können Sie unter bestimmten Voraussetzungen einen Zuschuss zum Krankenversicherungsbeitrag wählen; wer ihn erhält, ab wann und in welcher Höhe, erklärt der Abschnitt zur pauschalen Beihilfe.
Wie beantrage ich Beihilfe in Mecklenburg-Vorpommern?
Als Beamtin oder Beamter des Landes Mecklenburg-Vorpommern beantragen Sie Beihilfe beim Landesamt für Finanzen, auf Papier per Post oder über das Beihilfe-MV-Portal und die Beihilfe-MV-App. Beamte von Gemeinden, Landkreisen und anderen Dienstherren im Land erhalten ihre Beihilfe von der Stelle, die ihr Dienstherr bestimmt; die folgenden Wege und Formulare gelten für das Landesamt für Finanzen. So gehen Sie vor:
- Zuständige Stelle klären. Für die Beamtinnen und Beamten des Landes ist das Landesamt für Finanzen die Beihilfestelle; es steht auch auf einem vorhandenen Bescheid.
- Antrag ausfüllen. Nehmen Sie den Langantrag oder, wenn sich seit dem letzten Antrag nichts geändert hat, den Kurzantrag, und legen Sie die Belege als gut lesbare Kopien bei. Pflegeaufwendungen beantragen Sie mit dem eigenen Pflegeantrag.
- Antrag einreichen. Schicken Sie den Antrag an das Landesamt für Finanzen Mecklenburg-Vorpommern, Werkstraße 104, 19061 Schwerin, oder reichen Sie ihn über das Beihilfe-MV-Portal oder die App ein; was dafür nötig ist, steht im Abschnitt zu Portal und App.
- Bescheid prüfen. Achten Sie auf die anerkannten Beträge, abgezogene Eigenbehalte und Hinweise auf fehlende Unterlagen.
Was sollte ich vor dem Absenden prüfen?
- Mindestbetrag: Erreicht der Antrag den Mindestbetrag? Höhe und Ausnahmen stehen im Abschnitt zur Frist.
- Belege: Legen Sie vollständige, gut lesbare Kopien bei, keine Originale, auch bedruckte Rückseiten, ohne Klammern und ohne Lochung. Die Kopien schickt das Landesamt nicht zurück, sondern vernichtet sie nach der Bearbeitung.
- Rezepte und Verordnungen: Auf Rezepten müssen Apothekennummer und Pharmazentralnummer lesbar sein, außer beim Kauf im Ausland. Für Heilmittel wie Physiotherapie legen Sie die Verordnung bei.
- Krankenhaus: Legen Sie der Krankenhausrechnung die Entlassungsanzeige bei.
- Unfall: Für Kosten eines Privatunfalls oder eines anderen Ereignisses, für das ein Dritter Schadensersatz schulden könnte, stellen Sie je Ereignis einen eigenen Langantrag mit getrennten Rechnungen. Kosten eines Dienstunfalls rechnen Sie über die Unfallfürsorge ab.
Welche Formulare brauche ich?
Beim Landesamt für Finanzen gibt es einen Langantrag, einen Kurzantrag für unveränderte Verhältnisse, einen eigenen Pflegeantrag und einen Antrag auf pauschale Beihilfe.
| Ihre Situation | Passendes Formular |
|---|---|
| Sie beantragen erstmals Beihilfe in Mecklenburg-Vorpommern. | Langantrag (Vordruck 5000); Unterlagen unter Erstantrag |
| Krankenversicherung, eine andere Beihilfeberechtigung oder der kindbezogene Familienzuschlag haben sich geändert. | Langantrag mit den nötigen Nachweisen |
| Seit dem letzten Antrag hat sich nichts geändert. | Kurzantrag (Vordruck 5001) oder das Portal und die App |
| Sie oder Angehörige haben Pflegeaufwendungen. | Pflegeantrag (Vordruck 5003) |
| Eine Krankenhausbehandlung steht an. | Antrag auf Beihilfe und auf Direktabrechnung mit dem Krankenhaus, wenn sie möglich ist; Voraussetzungen unter Muss ich Rechnungen selbst bezahlen? |
| Eine Rehabilitation, eine Psychotherapie oder eine Haushaltshilfe ist geplant. | eigener Vordruck auf der Formularseite (Antrag Rehabilitationsmaßnahme, Antrag auf Anerkennung für Psychotherapie oder für eine Haushaltshilfe) |
| Eine andere Person soll für Sie handeln. | Vollmacht (Vordruck 5440) |
| Sie wählen die pauschale Beihilfe. | Antrag auf pauschale Beihilfe; Voraussetzungen im Abschnitt zur pauschalen Beihilfe |
Für die Befreiung von Eigenbehalten nach Erreichen der Belastungsgrenze (Eigenanteile) gibt es einen eigenen Antrag, für chronisch Kranke einen Nachweis. Alle Vordrucke stehen auf der Formularseite des Landesamts für Finanzen.
Welche Unterlagen gehören zum Erstantrag?
Zum ersten Antrag gehören der vollständig ausgefüllte und unterschriebene Langantrag mit den Rechnungen und gegebenenfalls Verordnungen sowie ein Nachweis Ihrer Krankenversicherung, bei privater Versicherung der Versicherungsschein mit dem versicherten Prozentsatz. Den Versicherungsnachweis reichen Sie danach nur bei einer Änderung Ihres Versicherungsschutzes erneut ein. Wollen Sie Aufwendungen Ihres Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartners geltend machen, legen Sie dessen Steuerbescheid bei, danach einmal im Jahr mit dem ersten Antrag des Jahres.
Langantrag und Kurzantrag beim Landesamt für Finanzen
Wie Sie danach Anträge digital einreichen, steht im Abschnitt zu Portal und App.
Wie funktionieren das Beihilfe-MV-Portal und die App?
Mit dem Beihilfe-MV-Portal am Computer und der Beihilfe-MV-App auf Smartphone oder Tablet reichen Sie Beihilfeanträge digital beim Landesamt für Finanzen ein. Nach der einmaligen Registrierung und der ersten Anmeldung reichen Sie Beihilfeanträge über das Portal, die App oder beide ein; die Bescheide stehen dann digital in Portal und App bereit. Portal und App sind technisch verknüpft, eine Registrierung genügt für beide.
Wie Registrierung und Antragstellung im Einzelnen ablaufen, zeigt das Landesamt in Erklärvideos auf seiner Beihilfeseite; dort steht auch der Zugang zu Portal und App.
Welche Frist gilt für den Beihilfeantrag?
In Mecklenburg-Vorpommern beantragen Sie Beihilfe innerhalb von drei Jahren nach dem Rechnungsdatum. Maßgeblich sind das Datum der Rechnung und der Eingangsstempel des Landesamts für Finanzen; planen Sie deshalb den Postweg ein. Für eine Rechnung vom 2. März 2026 muss der Antrag spätestens am 2. März 2029 eingegangen sein, auch wenn die Behandlung schon früher war.
Beihilfe gibt es nur, wenn die Aufwendungen eines Antrags zusammen mehr als 200 Euro betragen; in Ausnahmefällen kann die Beihilfestelle davon absehen. Eigene Fristbeginne gelten für die Pauschalbeihilfe bei häuslicher Pflege, wenn andere Pflegekräfte als die vertraglich an Pflegekasse oder zugelassene Pflegeeinrichtung gebundenen pflegen, etwa Angehörige (letzter Tag des Monats, in dem gepflegt wurde), und wenn ein Sozialhilfeträger oder, bei Pflegeleistungen, ein Träger der Sozialen Entschädigung oder der Soldatenentschädigung vorgeleistet hat (Erster des Monats nach seiner Zahlung). Für den Ausgleich des transplantationsbedingten Verdienstausfalls einer Spenderin oder eines Spenders und für das vom Arbeitgeber fortgezahlte Entgelt, die es nur gibt, wenn der Empfänger der Spende beihilfeberechtigt oder berücksichtigungsfähig ist, beginnt die Frist erst mit Ablauf des Jahres, in dem die Transplantation oder ihr Versuch stattfand. Für die pauschale Beihilfe gelten eigene Regeln zu Antrag und Zahlungsbeginn; sie stehen im Abschnitt zur pauschalen Beihilfe.
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine individuelle Beratung. Prüfen Sie die für Ihren Fall geltenden Voraussetzungen und Antragsfristen rechtzeitig bei Ihrer zuständigen Beihilfestelle.
Wie lange dauert die Bearbeitung?
Das Landesamt für Finanzen veröffentlicht jeden Montag auf seiner Beihilfeseite, ab welchem Eingangsdatum es in der laufenden Woche Anträge bearbeitet. Maßgeblich ist dabei das Datum, an dem Ihr Antrag in der Beihilfestelle eingegangen ist, nicht das Datum, an dem Sie ihn gestellt haben.
Aktuellen Bearbeitungsstand beim Landesamt für Finanzen ansehen
Fragen zur Beihilfe stellen Sie am besten über das Online-Formular des Landesamts; Sie erhalten eine Vorgangsnummer, über die Sie den Stand Ihrer Anfrage verfolgen können. In dringenden Fällen erreichen Sie die Telefonzentrale unter 0385 588 49100.
Wie hoch ist die Beihilfe in Mecklenburg-Vorpommern?
Mecklenburg-Vorpommern legt die Bemessungssätze im Landesbeamtengesetz fest und wendet im Übrigen die Beihilfevorschriften des Bundes an; maßgeblich ist der Satz zu dem Zeitpunkt, zu dem die Leistung erbracht wird. Erstattet wird dieser Anteil der beihilfefähigen Aufwendungen, nicht automatisch der volle Rechnungsbetrag:
| Ihre Situation | Bemessungssatz | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Beamtin oder Beamter, auch Professoren | 50 % | Grundsatz |
| Beamtin oder Beamter mit zwei oder mehr Kindern | 70 % | Kinder im Familienzuschlag berücksichtigungsfähig; bei mehreren Beihilfeberechtigten nur für den, der den Familienzuschlag für die Kinder bezieht |
| Beamtin oder Beamter in Elternzeit | 70 % | für die Dauer der Elternzeit |
| Versorgungsempfänger im Ruhestand, Witwe oder Witwer | 70 % | Anspruch auf Versorgungsbezüge |
| Ehegatte oder eingetragener Lebenspartner | 70 % | nicht selbst beihilfeberechtigt; Gesamtbetrag der Einkünfte im zweiten Kalenderjahr vor dem Antrag nicht über der jährlich angepassten Einkommensgrenze der Beihilfevorschriften des Bundes; bleiben die Einkünfte im laufenden Kalenderjahr unter der Grenze, gilt das unter Vorbehalt schon in diesem Jahr |
| Kind oder Waise | 80 % | Kind im Familienzuschlag berücksichtigungsfähig; Waise als solche beihilfeberechtigt |
| freiwillig gesetzlich versichert mit individueller Beihilfe | 100 % des Rests nach der Kassenleistung | nur für Aufwendungen, zu denen die Krankenkasse etwas leistet |
| Versicherung schließt Leistungen für eine Krankheit aus | plus 20 Prozentpunkte, höchstens 90 % | trotz ausreichender und rechtzeitiger Versicherung individueller Ausschluss wegen angeborener Leiden oder bestimmter Krankheiten oder Leistungen auf Dauer eingestellt; der Versicherer erfüllt die gesetzlichen Mindestbedingungen; nicht für Pflegeaufwendungen |
Beihilfefähig ist, was notwendig und wirtschaftlich angemessen ist; ärztliche Gebühren über dem Schwellenwert der Gebührenordnung erkennt das Landesamt nur an, wenn die Rechnung sie mit einer auf Ihre Person bezogenen Begründung erklärt. Beihilfe und die Leistungen Ihrer Versicherung dürfen zusammen die beihilfefähigen Aufwendungen nicht übersteigen.
Welche Eigenanteile zieht die Beihilfestelle ab?
Bei Arznei- und Verbandmitteln, Medizinprodukten, Hilfsmitteln, Fahrten sowie je Tag bei Familien- und Haushaltshilfe und Soziotherapie mindern sich die beihilfefähigen Aufwendungen um 10 Prozent der Kosten, mindestens um 5 und höchstens um 10 Euro, aber nie um mehr als die Kosten selbst; bei Hilfsmitteln zum Verbrauch, außer Pflegehilfsmitteln, höchstens um 10 Euro für den Monatsbedarf. Bei vollstationären Krankenhausleistungen, der Übergangspflege im Krankenhaus und stationären Anschlussheil- und Suchtbehandlungen sind es 10 Euro je Kalendertag, zusammen höchstens für 28 Tage im Jahr; bei einer stationären Rehabilitation und einer Mutter-Kind- oder Vater-Kind-Maßnahme ebenfalls 10 Euro je Tag, ohne diese Höchstgrenze. Bei häuslicher Krankenpflege zieht die Beihilfestelle 10 Prozent der Kosten für die ersten 28 Tage im Jahr und 10 Euro je Verordnung ab.
Keinen Abzug gibt es unter anderem für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren außer bei Fahrten, bei Schwangerschaftsbeschwerden und Entbindung, für Vorsorge und Früherkennung, für Heil- und Hilfsmittel mit festgesetztem Höchstbetrag, für Harn- und Blutteststreifen, für Spender von Organen, Geweben, Blutstammzellen oder anderen Blutbestandteilen sowie Personen, die als Spender vorgesehen waren, aber nicht in Betracht kamen, und für die Fahrten zu Anschlussheil- und Suchtbehandlungen sowie zu stationären Rehabilitationsmaßnahmen, Mutter-Kind- oder Vater-Kind-Maßnahmen, familienorientierter Rehabilitation und ambulanten Rehabilitationsmaßnahmen in einem anerkannten Heilbad oder Kurort; Fahrten zu anderen ambulanten Rehabilitationsmaßnahmen in Rehabilitationseinrichtungen oder wohnortnahen Einrichtungen sind nicht ausgenommen. Auf Antrag zieht die Beihilfestelle keine Eigenbehalte mehr ab, soweit sie in einem Kalenderjahr 2 Prozent Ihrer jährlichen Einnahmen übersteigen, bei chronisch Kranken nach der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses 1 Prozent. Maßgeblich sind die Einnahmen des Vorjahres für Sie und Ihre berücksichtigungsfähigen Angehörigen zusammen; bei Verheirateten und eingetragenen Lebenspartnern mindern sie sich um 15 Prozent und für jedes Kind um die steuerlichen Freibeträge für Kinder, und die Einnahmen eines gesetzlich versicherten oder selbst beihilfeberechtigten Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartners zählen nicht mit. Den Antrag müssen Sie bis zum Ende des Folgejahres stellen; das Landesamt hat dafür einen Vordruck.
Wahlleistungen im Krankenhaus wie Chefarztbehandlung oder Ein- und Zweibettzimmer sind in Mecklenburg-Vorpommern nicht beihilfefähig. Ausgenommen sind nur eng begrenzte Altfälle aus der Zeit vor dem 1. September 2003, etwa wenn eine Behandlung damals schon begonnen hatte oder trotz rechtzeitiger Bemühung kein passender Versicherungsschutz für Wahlleistungen zu bekommen war.
Was ist in Mecklenburg-Vorpommern anders?
Mecklenburg-Vorpommern hat keine eigene Beihilfeverordnung, sondern wendet die Beihilfevorschriften des Bundes in ihrer jeweils geltenden Fassung an, mit eigenen Regeln im Landesbeamtengesetz: bei den Bemessungssätzen, beim Ausschluss der Wahlleistungen im Krankenhaus und mit der pauschalen Beihilfe, die es seit dem 1. Mai 2026 gibt. Leistungen von Heilpraktikern sind wie beim Bund bis zu festen Höchstbeträgen beihilfefähig. Wie die anderen Länder die Beihilfe regeln, zeigt die Beihilfe-Übersicht.
Wie funktioniert die pauschale Beihilfe in Mecklenburg-Vorpommern?
Auf Antrag zahlt Mecklenburg-Vorpommern seit dem 1. Mai 2026 statt der Beihilfe zu einzelnen Rechnungen eine pauschale Beihilfe, monatlich mit den Bezügen: die Hälfte Ihres nachgewiesenen Krankenversicherungsbeitrags, bei privater Versicherung höchstens die Hälfte des Beitrags im Basistarif. Voraussetzung ist, dass Sie freiwillig gesetzlich oder vollständig privat krankenversichert sind und schriftlich auf ergänzende Beihilfe verzichten.
- Beginn: Gezahlt wird ab dem ersten Tag des Monats, der auf den Eingang Ihres Antrags folgt, oder ab einem späteren Datum, das Sie angeben, frühestens ab Beginn Ihrer Krankenvollversicherung; für Monate vor dem Antrag gibt es keine pauschale Beihilfe. Fehlt beim Antrag noch der Nachweis Ihrer Krankenvollversicherung, reichen Sie ihn nach Angabe des Landesamts spätestens sechs Monate nach der Antragstellung nach: Dann zahlt das Landesamt die Monate seit dem Beginn des Anspruchs nach, sonst lehnt es den Antrag ab.
- Antrag: Schriftlich und unterschrieben beim Landesamt für Finanzen, mit dem Nachweis Ihrer Krankenvollversicherung und der Beitragshöhe; bei privater Versicherung zusätzlich mit der Bescheinigung des Versicherers, dass er die gesetzlichen Bedingungen für Zuschüsse erfüllt.
- Höhe: Zählt bei Ihnen der Beitrag nach dem Einkommen, wie in der gesetzlichen Krankenversicherung, gibt es die Hälfte nur für den Anteil, der auf Besoldung oder Versorgungsbezüge entfällt. Bei privater Versicherung zählen nach Angabe des Landesamts nur Beitragsanteile für Leistungen, die denen der gesetzlichen Krankenversicherung vergleichbar sind, nicht Zusatz- oder Ergänzungstarife. Beiträge eines Arbeitgebers oder Sozialleistungsträgers und Zuschüsse zum Beitrag werden angerechnet, Beitragsrückerstattungen anteilig.
- Kein höherer Satz: Es bleibt bei der Hälfte des Beitrags, auch mit zwei oder mehr Kindern, in der Elternzeit und im Ruhestand.
- Angehörige: Ihre Entscheidung gilt auch für Ihre berücksichtigungsfähigen Angehörigen. Für sie gibt es die pauschale Beihilfe auch bei einer Pflichtversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung; für Ehegatten und eingetragene Lebenspartner gilt dieselbe Einkommensgrenze wie bei der Beihilfe zu einzelnen Rechnungen (Tabelle der Beihilfesätze), und bis zum vollständigen Nachweis zahlt das Landesamt unter Vorbehalt.
- Bindung: Antrag und Verzicht sind unwiderruflich, im aktiven Dienst und im Ruhestand. Nur in besonderen Härtefällen gibt es zu einzelnen Leistungen Beihilfe nach den allgemeinen Regeln: wenn die Aufwendungen nach diesen Regeln beihilfefähig wären und alle Voraussetzungen dafür erfüllten, die Krankenversicherung trotz form- und fristgerechtem Antrag auch anteilig nichts leistet, keine zumutbare Zusatzversicherung die Kosten hätte abdecken können und die unbedingt notwendigen Aufwendungen 10 Prozent des laufenden Bruttomonatsbezugs, mindestens 360 Euro, übersteigen. Dass eine Leistung nicht im Leistungskatalog Ihrer Krankenversicherung steht, genügt allein nicht; ob ein Härtefall vorliegt, entscheidet die Beihilfestelle.
- Pflege: Aufwendungen, für die eine Pflegeversicherung leisten muss, deckt die Pauschale nicht ab; dafür erhalten Sie weiterhin Beihilfe zu den einzelnen Pflegeaufwendungen. Zu den Beiträgen der Pflegeversicherung zahlt die Pauschale nichts.
- Wechsel und Änderungen: Wechseln Sie später zwischen gesetzlicher und privater Versicherung oder ändert sich der Umfang Ihres Versicherungsschutzes, zahlt das Land höchstens die bisherige Pauschale weiter. Änderungen der Beitragshöhe und Beitragsrückerstattungen teilen Sie unverzüglich mit.
- Dienstherrnwechsel: Wechseln Sie zu einem anderen Dienstherrn, gilt dessen Beihilferecht; Mecklenburg-Vorpommern zahlt die Pauschale dann nicht weiter. Ob es dort eine pauschale Beihilfe gibt, richtet sich nach dem neuen Dienstherrn; der Bund etwa kennt keine.
Wer Heilfürsorge erhält, kann die pauschale Beihilfe erst nach deren Ende wählen. Wer vor der Verbeamtung gesetzlich versichert war, kann sich nach Angabe des Landesamts innerhalb von drei Monaten nach Berufung in das Beamtenverhältnis freiwillig gesetzlich weiterversichern, wenn die Vorversicherungszeiten erfüllt sind; die pauschale Beihilfe schafft keine zusätzliche Möglichkeit, in die gesetzliche Krankenversicherung zu wechseln.
Pauschale Beihilfe beim Landesamt für Finanzen
Wie andere Länder die pauschale Beihilfe regeln, zeigt die Übersicht der Bundesländer; zur Wahl der Versicherung siehe Krankenversicherung für Professoren.
Was gilt für Professoren und andere Hochschulbeamte?
Ob Sie Beihilfe erhalten, hängt von Ihrem Beamtenstatus und Ihrem Dienstherrn ab, nicht von der Bezeichnung Professorin oder Professor. Für beamtete Professorinnen und Professoren gilt das Landesbeamtengesetz, soweit das Landeshochschulgesetz nichts anderes bestimmt; das Landesamt für Finanzen setzt die Beihilfe für die Beamtinnen, Beamten und Versorgungsempfänger des Landes fest. Welche Stelle für Sie zuständig ist, steht auf Ihrem Bescheid oder erfahren Sie bei der Personalstelle Ihrer Hochschule. Welcher Beihilfesatz für Sie gilt, steht mit allen Voraussetzungen in der Tabelle im Abschnitt Wie hoch ist die Beihilfe in Mecklenburg-Vorpommern?. Was eine Professur dort einbringt, steht unter Professorengehalt Mecklenburg-Vorpommern.
Die wichtigste Entscheidung fällt mit der Berufung: gesetzliche oder private Krankenversicherung, individuelle oder pauschale Beihilfe. Was die Beihilfe bei gesetzlicher Versicherung erstattet und wie sich der Satz im Ruhestand ändert, zeigt die Tabelle der Beihilfesätze; wer die pauschale Beihilfe wählen kann, ab wann sie gezahlt wird und warum die Wahl endgültig ist, steht im Abschnitt zur pauschalen Beihilfe. Holen Sie vor dem Dienstantritt Angebote der Krankenkasse und der privaten Versicherung für beide Wege ein. Mehr zum Übergang in den Ruhestand steht unter Beamtenpension in Mecklenburg-Vorpommern.
Wer ist beihilfeberechtigt?
Beihilfeberechtigt sind Beamtinnen und Beamte mit Anspruch auf Besoldung, in Elternzeit oder für die Pflege, Betreuung oder Begleitung naher Angehöriger ohne Bezüge freigestellt, Versorgungsempfänger mit Anspruch auf Versorgungsbezüge sowie frühere Beamte, solange sie Unterhaltsbeitrag oder Übergangsgeld beziehen; die Berechtigung bleibt, wenn Bezüge nur wegen Ruhens- oder Anrechnungsvorschriften nicht gezahlt werden. Wer Anspruch auf Heilfürsorge hat, etwa im Polizeivollzugsdienst, erhält für sich keine Beihilfe.
Ihr Ehegatte oder eingetragener Lebenspartner ist unter den Voraussetzungen berücksichtigungsfähig, die die Tabelle der Beihilfesätze nennt. Kinder sind berücksichtigungsfähig, solange sie im Familienzuschlag berücksichtigt werden. Angestellte Professoren erhalten keine Beihilfe nach dem Beamtenrecht. Bei einem Wechsel vom Bund oder aus einem anderen Land nach Mecklenburg-Vorpommern gilt ab der Versetzung das Recht des Landes; was beim Bund galt, steht unter Beihilfe beim Bund. Zur Akademischen Rätin und zum Akademischen Rat in Mecklenburg-Vorpommern siehe Akademischer Rat in Mecklenburg-Vorpommern.
Häufige Fragen
Muss ich Rechnungen selbst bezahlen?
Ja, in der Regel schulden Sie dem Arzt oder Krankenhaus die Rechnung selbst. Beihilfe und Versicherung erstatten Ihnen ihren Anteil, wenn Sie die Rechnung als Beleg einreichen. Bei einem Aufenthalt in einem Krankenhaus, das auch gesetzlich Versicherten offensteht und der Rahmenvereinbarung zur Direktabrechnung beigetreten ist, können Sie bei der Aufnahme die Direktabrechnung beantragen; ob das Krankenhaus teilnimmt, erfragen Sie vor oder bei der Aufnahme, und Privatkliniken sowie Kliniken im Ausland sind ausgeschlossen. Das Krankenhaus rechnet dann direkt mit der Beihilfestelle ab, die den Beihilfeanteil an das Krankenhaus überweist; den Bescheid erhalten Sie, und Eigenbehalte sowie nicht beihilfefähige Leistungen rechnet das Krankenhaus weiter mit Ihnen ab; welche das sind, steht im Abschnitt Eigenanteile und Wahlleistungen. Beim ersten Beihilfeantrag, nach geänderten persönlichen Angaben und bei Dienstunfällen ist die Direktabrechnung nicht möglich.
Was zahlt die Beihilfe bei einer Behandlung in einer Privatklinik?
Nicht unbedingt den vollen Rechnungsbetrag: Bei Privatkliniken, die die gesetzlichen Voraussetzungen eines Krankenhauses erfüllen, aber nicht für die Behandlung gesetzlich Versicherter zugelassen sind, erkennt das Landesamt die Kosten nur bis zu Obergrenzen an, die sich an den Entgelten zugelassener Krankenhäuser orientieren; für Wahlleistungen gilt dasselbe wie im Abschnitt Eigenanteile und Wahlleistungen. Mussten Sie im Notfall das nächstgelegene Krankenhaus aufsuchen, gelten diese Obergrenzen nicht. Ist der Status einer Klinik unklar, fragen Sie vorher bei der Beihilfestelle nach.
Darf jemand anderes die Beihilfe für mich beantragen?
Ja, mit einer Vollmacht; dafür hat das Landesamt für Finanzen einen eigenen Vordruck. Um unbillige Härten zu vermeiden, kann die Beihilfestelle nach Anhörung der beihilfeberechtigten Person außerdem zulassen, dass berücksichtigungsfähige Angehörige oder ihre gesetzlichen Vertreter die Beihilfe ohne deren Zustimmung selbst beantragen.
Was bleibt vom W-Gehalt, wenn PKV-Beitrag und Beihilfe zusammenkommen?
Der Beitrag der privaten Krankenversicherung hängt vom Eintrittsalter, vom Tarif und vom Beihilfesatz ab, den er ergänzt. Was vom W-Brutto in Mecklenburg-Vorpommern bleibt, wenn Sie Ihren Beitrag eintragen, zeigt der Gehaltsrechner: W 2 in Mecklenburg-Vorpommern mit PKV berechnen oder W 3 in Mecklenburg-Vorpommern mit PKV berechnen. Die Beihilfe selbst setzt das Landesamt für Finanzen im Bescheid fest.
Quellen
Wer über Ihren Antrag entscheidet
Über Ihren Antrag entscheidet Ihre Beihilfestelle, für die Beamtinnen und Beamten des Landes das Landesamt für Finanzen Mecklenburg-Vorpommern, nach dem Landesbeamtengesetz Mecklenburg-Vorpommern und den danach anzuwendenden Beihilfevorschriften des Bundes; verbindlich ist Ihr Beihilfebescheid.
- Landesbeamtengesetz Mecklenburg-Vorpommern (LBG M-V): § 80 Beihilfe in Krankheits-, Pflege- und Geburtsfällen mit Berechtigten (Abs. 1), Angehörigen (Abs. 2), Ausschluss der Wahlleistungen (Abs. 4), Bemessungssätzen (Abs. 5), Anwendung der Beihilfevorschriften des Bundes (Abs. 7) und Zuständigkeit des Landesamts für Finanzen (Abs. 9) sowie § 80a Pauschale Beihilfe (in Kraft seit 01.05.2026) und § 117 Hochschulpersonal, Gesamtausgabe gültig ab 22.07.2026, abgerufen am 28.10.2026.
- Bundesbeihilfeverordnung (BBhV): § 6 Beihilfefähigkeit und Einkommensgrenze, § 13 Heilpraktiker, § 26a Privatkliniken, § 45a Organspende und andere Spenden, § 46 Bemessung, § 47 abweichende Sätze, § 48 Begrenzung, § 49 Eigenbehalte, § 50 Belastungsgrenzen, § 51 Bewilligungsverfahren und Mindestbetrag, § 51a Direktabrechnung, § 54 Antragsfrist; Fassung nach der Verordnung vom 14.10.2025, abgerufen am 28.10.2026.
- Landesamt für Finanzen Mecklenburg-Vorpommern: Beihilfe mit Portal, App und Bearbeitungsstand; Formulare mit Langantrag 5000 und Kurzantrag 5001 (Stand Dezember 2025) und Pflegeantrag 5003; Pauschale Beihilfe mit Antrag, Merkblatt und Fragen und Antworten (Stand 04/2026); Merkblätter Krankenhausdirektabrechnung (Stand 01/2026) und Praktische Hinweise zur Beantragung; FAQ der Beihilfestelle, jeweils abgerufen am 28.10.2026.