Beihilfe Brandenburg: Antrag, Formulare und Beihilfesätze

Für Beamtinnen und Beamte des Landes Brandenburg setzt die Zentrale Bezügestelle des Landes Brandenburg in Cottbus die Beihilfe fest. Hier finden Sie die amtlichen Zugänge zu Anträgen, Informationsblättern und der Beihilfe-App sowie die Regeln zu Frist, Beihilfesätzen und Eigenanteilen. Statt der Beihilfe zu einzelnen Rechnungen können Sie unter bestimmten Voraussetzungen die pauschale Beihilfe zum Krankenversicherungsbeitrag wählen.

Die Links führen zu den amtlichen Angeboten der Zentralen Bezügestelle des Landes Brandenburg. Dort finden Sie Anträge und Informationsblätter, die Beihilfe-App, die Erläuterung der beiden Beihilfeformen für neu Verbeamtete und den Antrag auf pauschale Beihilfe.

Von Aktualisiert: 30. Oktober 2026 · Quellenstand 10/2026
Eine Frau prüft Unterlagen an einem Schreibtisch mit Laptop.

Beihilfe Brandenburg auf einen Blick

  • Zuständigkeit: Die Zentrale Bezügestelle des Landes Brandenburg in Cottbus ist die Beihilfestelle für Beamtinnen, Beamte und Versorgungsempfänger des Landes; maßgeblich ist Ihr Dienstherr, nicht Ihr Wohnort.
  • Erster Antrag: Den ersten Antrag im Land Brandenburg stellen Sie auf Papier; welche Unterlagen dazugehören und wann Sie die App nutzen können, erklärt der Abschnitt zum Erstantrag.
  • Frist: Sie haben drei Jahre ab dem Rechnungsdatum Zeit; in der Regel muss ein Antrag zusammen mehr als 200 Euro an Aufwendungen enthalten.
  • Beihilfesatz: Wie viel Beihilfe Sie erhalten, hängt von Ihrer Situation ab; die Tabelle im Abschnitt zu den Beihilfesätzen nennt jeden Satz mit seinen Voraussetzungen.
  • Pauschale Beihilfe: Statt der Beihilfe zu einzelnen Rechnungen können Sie unter bestimmten Voraussetzungen einen Zuschuss zum Krankenversicherungsbeitrag wählen; wer ihn erhält, ab wann und in welcher Höhe, erklärt der Abschnitt zur pauschalen Beihilfe.

Anträge und Informationsblätter

Inhalt

Wie beantrage ich Beihilfe in Brandenburg?

Als Beamtin oder Beamter des Landes Brandenburg beantragen Sie Beihilfe bei der Zentralen Bezügestelle, auf Papier per Post oder mit der Beihilfe-App dBeihilfePlus. Beamte von Gemeinden, Landkreisen und anderen Dienstherren im Land wenden sich an die Beihilfestelle, die ihr Dienstherr bestimmt; die folgenden Wege und Formulare gelten für die Zentrale Bezügestelle. So gehen Sie vor:

  1. Zuständige Stelle klären. Für die Beamtinnen und Beamten des Landes ist die Zentrale Bezügestelle die Beihilfestelle; sie steht auch auf einem vorhandenen Bescheid.
  2. Antrag ausfüllen. Nehmen Sie den Antrag auf Beihilfe oder, wenn sich nichts geändert hat, den Kurzantrag, und legen Sie die Belege als gut lesbare Kopien bei. Pflegeaufwendungen beantragen Sie mit dem eigenen Pflegeantrag für Personen mit Pflegegrad.
  3. Antrag einreichen. Schicken Sie den Antrag an die Zentrale Bezügestelle des Landes Brandenburg, Beihilfe, Postfach 15 60 21, 03060 Cottbus, oder reichen Sie Arztrechnungen und Rezepte mit der Beihilfe-App ein, sobald Sie sie nutzen können. Andere Wege, etwa eine E-Mail, nimmt die Beihilfestelle für Anträge nicht an.
  4. Bescheid prüfen. Achten Sie auf die anerkannten Beträge, abgezogene Eigenbehalte und Hinweise auf fehlende Unterlagen. Die Beihilfe wird ausgezahlt, wenn der Bescheid erstellt ist; das Geld kann vor dem Bescheid auf Ihrem Konto sein.

Was sollte ich vor dem Absenden prüfen?

  • Mindestbetrag: Erreicht der Antrag den Mindestbetrag? Höhe und Ausnahmen stehen im Abschnitt zur Frist.
  • Belege: Legen Sie vollständige, gut lesbare Kopien bei, keine Originale, je Blatt eine Rechnung oder ein Rezept, auch bedruckte Rückseiten, und ohne Heftklammern oder Klarsichthüllen. Die Kopien werden nach der Bearbeitung vernichtet.
  • Rezepte: Auf jedem Rezept muss die Pharmazentralnummer des Arzneimittels lesbar sein, außer beim Kauf im Ausland. Für Physiotherapie, Ergotherapie und andere Heilmittel legen Sie immer Verordnung und Rechnung bei.
  • Krankenhaus: Legen Sie der Krankenhausrechnung die Entlassungsanzeige bei.
  • Unfall: Füllen Sie im Antrag die Angaben zum Unfall aus, auch bei leichten Verletzungen ohne Beteiligung anderer. Kosten eines Dienstunfalls erstattet die Unfallfürsorge; dazu wenden Sie sich an Ihre Personalabteilung.

Welche Formulare brauche ich?

Bei der Zentralen Bezügestelle gibt es einen Antrag auf Beihilfe, einen Kurzantrag für unveränderte Verhältnisse, einen eigenen Pflegeantrag und einen Antrag auf pauschale Beihilfe.

Ihre SituationPassendes Formular
Sie beantragen erstmals Beihilfe im Land Brandenburg.Antrag auf Beihilfe in der Langfassung auf Papier; Unterlagen unter Erstantrag
Beschäftigung, Kinder im Familienzuschlag oder Versicherung haben sich geändert.Antrag auf Beihilfe in der Langfassung mit den nötigen Nachweisen
Seit dem letzten Antrag hat sich nichts geändert.Kurzantrag auf Beihilfe oder, wenn Sie sie nutzen können, die Beihilfe-App
Sie oder Angehörige haben einen Pflegegrad.Pflegeantrag auf Beihilfe
Eine Krankenhausbehandlung steht an.Antrag auf Beihilfe und auf Direktabrechnung mit dem Krankenhaus, wenn sie möglich ist; Voraussetzungen unter Muss ich Rechnungen selbst bezahlen?
Eine Rehabilitation oder Anschlussheilbehandlung ist geplant.Antrag auf Anerkennung der Rehabilitation, bei stationärer Reha auch auf Abschlagszahlung, oder Antrag auf Anschlussheilbehandlung
Eine andere Person soll für Sie handeln.Vollmacht
Sie wählen die pauschale Beihilfe.Antrag auf pauschale Beihilfe; Voraussetzungen im Abschnitt zur pauschalen Beihilfe

Anträge auf ambulante Psychotherapie fordern Sie direkt bei der Beihilfestelle an. Für die Belastungsgrenze (Eigenanteile) gibt es einen eigenen Antrag, für chronisch Kranke eine ärztliche Bescheinigung. Alle Vordrucke und Informationsblätter stehen auf der Seite zur individuellen Beihilfe der Zentralen Bezügestelle.

Welche Unterlagen gehören zum Erstantrag?

Zum ersten Antrag gehören der vollständig ausgefüllte und unterschriebene Antrag auf Beihilfe mit den Rechnungen und gegebenenfalls Verordnungen sowie ein Nachweis Ihrer Krankenversicherung, bei privater Versicherung eine Bescheinigung des Versicherers oder eine Kopie des aktuellen Versicherungsscheins mit dem versicherten Prozentsatz. Den Versicherungsnachweis reichen Sie danach nur bei einem Wechsel oder einer Änderung des Tarifs erneut ein. Wollen Sie Aufwendungen Ihres Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartners geltend machen, legen Sie dessen Einkommensteuerbescheid aus dem vorletzten Jahr vor dem Antrag bei.

Anträge und Informationsblätter bei der Zentralen Bezügestelle

Einen gesonderten Antrag auf die individuelle Beihilfe brauchen Sie nicht: Der Anspruch besteht mit der Begründung des Beamtenverhältnisses. Bei Elternzeit legen Sie den Elternzeitbescheid bei, damit der Bemessungssatz angepasst wird. Ob und ab wann Sie danach die Beihilfe-App nutzen können, steht im Abschnitt zur Beihilfe-App.

Wie funktioniert die Beihilfe-App?

Mit der App dBeihilfePlus reichen Sie Arztrechnungen und Rezepte, für die sonst der Kurzantrag genügt, mit dem Smartphone oder Tablet ohne unterschriebenen Antrag bei der Zentralen Bezügestelle ein. Seit Ende 2025 können alle beihilfeberechtigten Beamtinnen, Beamten und Versorgungsempfänger des Landes sie nutzen; wer erstmals Beihilfe beantragt, stellt aber zuerst einen Antrag in der Langfassung auf Papier. Den Bescheid erhalten Sie weiter per Post, und App-Anträge werden nicht schneller bearbeitet.

Für die Registrierung brauchen Sie eine E-Mail-Adresse, Ihre Personalnummer und eine Authenticator-App für die Anmeldung in zwei Schritten; diese App behalten Sie, denn Sie brauchen sie bei jeder Anmeldung. Zum Abschluss schickt Ihnen die Zentrale Bezügestelle einen Codebrief mit Freischaltcode an Ihre Wohnanschrift; erst danach können Sie den ersten Antrag über die App stellen. Nicht über die App einreichen können Sie insbesondere Widersprüche, Anträge auf pauschale Beihilfe und Anträge an andere Bereiche der Zentralen Bezügestelle. Bei technischen Fragen hilft der App-Betreiber Dataport, nicht die Beihilfe-Hotline.

Beihilfe-App bei der Zentralen Bezügestelle

Welche Frist gilt für den Beihilfeantrag?

In Brandenburg beantragen Sie Beihilfe innerhalb von drei Jahren nach dem Rechnungsdatum. Maßgeblich sind das Datum der Rechnung und der Eingang des Antrags bei der Zentralen Bezügestelle; planen Sie deshalb den Postweg ein. Für eine Rechnung vom 2. März 2026 muss der Antrag spätestens am 2. März 2029 eingegangen sein, auch wenn die Behandlung schon früher war.

Beihilfe gibt es nur, wenn die Aufwendungen eines Antrags zusammen mehr als 200 Euro betragen; in Ausnahmefällen kann die Beihilfestelle davon absehen. Eigene Fristbeginne gelten für die Pauschalbeihilfe bei häuslicher Pflege, die nicht ein Pflegedienst übernimmt (letzter Tag des Monats, in dem gepflegt wurde) und wenn ein Sozialhilfeträger vorgeleistet hat (Erster des Monats nach seiner Zahlung). Für den Ausgleich des transplantationsbedingten Verdienstausfalls einer Spenderin oder eines Spenders und für das vom Arbeitgeber fortgezahlte Entgelt, die es nur gibt, wenn der Empfänger der Spende beihilfeberechtigt oder berücksichtigungsfähig ist, beginnt die Frist erst mit Ablauf des Jahres, in dem die Transplantation oder ihr Versuch stattfand. Für die pauschale Beihilfe gelten eigene Regeln zu Antrag und Zahlungsbeginn; sie stehen im Abschnitt zur pauschalen Beihilfe.

Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine individuelle Beratung. Prüfen Sie die für Ihren Fall geltenden Voraussetzungen und Antragsfristen rechtzeitig bei Ihrer zuständigen Beihilfestelle.

Wie lange dauert die Bearbeitung?

Die Zentrale Bezügestelle veröffentlicht, wie lange die Bearbeitung derzeit dauert und aus welchem Zeitraum die Anträge stammen, die sie gerade bearbeitet. Anträge mit einer Gesamtsumme ab 1.750 Euro bearbeitet sie nach eigener Angabe vorrangig.

Bearbeitungszeit bei der Zentralen Bezügestelle ansehen

Zum Jahreswechsel und in den Sommerferien gehen besonders viele Anträge ein; außerhalb dieser Zeiten geht es nach Angabe der Zentralen Bezügestelle in der Regel schneller. Die Beihilfe-Hotline erreichen Sie unter 0355 865-4005, Fragen zum Eingang Ihres Antrags beantwortet sie per E-Mail an Beihilfe-Postauskunft@zbb.brandenburg.de.

Wie hoch ist die Beihilfe in Brandenburg?

Brandenburg legt die Bemessungssätze im Landesbeamtengesetz fest und wendet im Übrigen die Beihilfevorschriften des Bundes an; maßgeblich ist der Satz zu dem Zeitpunkt, zu dem die Leistung erbracht wird. Erstattet wird dieser Anteil der beihilfefähigen Aufwendungen, nicht automatisch der volle Rechnungsbetrag:

Ihre SituationBemessungssatzVoraussetzung
Beamtin oder Beamter, auch Professoren50 %Grundsatz
Beamtin oder Beamter mit zwei oder mehr Kindern70 %Kinder im Familienzuschlag berücksichtigungsfähig; bei mehreren Beihilfeberechtigten nur für den, der den Familienzuschlag für die Kinder bezieht
Beamtin oder Beamter in Elternzeit70 %für die Dauer der Elternzeit
Versorgungsempfänger im Ruhestand, Witwe oder Witwer70 %Anspruch auf Versorgungsbezüge
Ehegatte oder eingetragener Lebenspartner70 %nicht selbst beihilfeberechtigt; Gesamtbetrag der Einkünfte im vorletzten Kalenderjahr vor dem Antrag höchstens 20.000 Euro
Kind oder Waise80 %Kind im Familienzuschlag berücksichtigungsfähig; Waise als solche beihilfeberechtigt
freiwillig gesetzlich versichert mit individueller Beihilfe100 % des Rests nach der Kassenleistungnur für Aufwendungen, zu denen die Krankenkasse etwas leistet
Versicherung schließt Leistungen für eine Krankheit ausplus 20 Prozentpunkte, höchstens 90 %individueller Ausschluss trotz ausreichender und rechtzeitiger Versicherung oder Leistungen auf Dauer eingestellt; der Versicherer erfüllt die gesetzlichen Mindestbedingungen; nicht für Pflegeaufwendungen

Beihilfefähig ist, was notwendig und wirtschaftlich angemessen ist; ärztliche Honorare über dem Gebührenrahmen der Gebührenordnung erkennt die Zentrale Bezügestelle nicht an. Beihilfe und die Leistungen Ihrer Versicherung dürfen zusammen die beihilfefähigen Aufwendungen nicht übersteigen.

Welche Eigenanteile zieht die Beihilfestelle ab?

Bei Arznei- und Verbandmitteln, Medizinprodukten, Hilfsmitteln, Fahrten sowie je Tag bei Familien- und Haushaltshilfe und Soziotherapie mindern sich die beihilfefähigen Aufwendungen um 10 Prozent der Kosten, mindestens um 5 und höchstens um 10 Euro, aber nie um mehr als die Kosten selbst; bei Hilfsmitteln zum Verbrauch, außer Pflegehilfsmitteln, höchstens um 10 Euro für den Monatsbedarf. Bei vollstationären Krankenhausleistungen, der Übergangspflege im Krankenhaus und stationären Anschlussheil- und Suchtbehandlungen sind es 10 Euro je Kalendertag, zusammen höchstens für 28 Tage im Jahr; bei einer stationären Rehabilitation und einer Mutter-Kind- oder Vater-Kind-Maßnahme ebenfalls 10 Euro je Tag, ohne diese Höchstgrenze. Bei häuslicher Krankenpflege zieht die Beihilfestelle 10 Prozent der Kosten für die ersten 28 Tage im Jahr und 10 Euro je Verordnung ab.

Keinen Abzug gibt es unter anderem für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren außer bei Fahrten, bei Schwangerschaftsbeschwerden und Entbindung, für Vorsorge und Früherkennung, für Heil- und Hilfsmittel mit festgesetztem Höchstbetrag, für Harn- und Blutteststreifen, für Spender von Organen, Geweben, Blutstammzellen oder anderen Blutbestandteilen sowie Personen, die als Spender vorgesehen waren, aber nicht in Betracht kamen, und für die Fahrten zu Anschlussheil- und Suchtbehandlungen sowie zu stationären Rehabilitationsmaßnahmen, Mutter-Kind- oder Vater-Kind-Maßnahmen, familienorientierter Rehabilitation und ambulanten Rehabilitationsmaßnahmen in einem anerkannten Heilbad oder Kurort; Fahrten zu anderen ambulanten Rehabilitationsmaßnahmen in Rehabilitationseinrichtungen oder wohnortnahen Einrichtungen sind nicht ausgenommen. Auf Antrag zieht die Beihilfestelle keine Eigenbehalte mehr ab, soweit sie in einem Kalenderjahr 2 Prozent Ihrer jährlichen Einnahmen übersteigen, bei chronisch Kranken nach der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses 1 Prozent. Maßgeblich sind die Einnahmen des Vorjahres für Sie und Ihre berücksichtigungsfähigen Angehörigen zusammen; bei Verheirateten und eingetragenen Lebenspartnern mindern sie sich um 15 Prozent und für jedes Kind um die steuerlichen Freibeträge für Kinder, und die Einnahmen eines gesetzlich versicherten oder selbst beihilfeberechtigten Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartners zählen nicht mit. Den Antrag müssen Sie bis zum Ende des Folgejahres stellen; die Zentrale Bezügestelle hat dafür einen Vordruck.

Wahlleistungen im Krankenhaus wie Chefarztbehandlung oder Ein- und Zweibettzimmer sind in Brandenburg nicht beihilfefähig, auch nicht in Privatkliniken. Ausgenommen sind nach Angabe der Zentralen Bezügestelle nur Personen, die schon am 1. Januar 1999 als Beamte oder berücksichtigungsfähige Angehörige im Land Brandenburg mit einem Grad der Behinderung von mindestens 50 schwerbehindert waren, solange die Schwerbehinderung andauert. Leistungen von Belegärzten bleiben beihilfefähig.

Was ist in Brandenburg anders?

Brandenburg hat keine eigene Beihilfeverordnung, sondern wendet die Beihilfevorschriften des Bundes an, mit drei Abweichungen im Landesbeamtengesetz: bei den Wahlleistungen im Krankenhaus, bei der festen Einkommensgrenze für Ehegatten und eingetragene Lebenspartner und mit der pauschalen Beihilfe, die es seit 2020 gibt. Leistungen von Heilpraktikern sind wie beim Bund bis zu festen Höchstbeträgen beihilfefähig, Psychotherapie beim Heilpraktiker aber nicht. Wie die anderen Länder die Beihilfe regeln, zeigt die Beihilfe-Übersicht.

Wie funktioniert die pauschale Beihilfe in Brandenburg?

Auf Antrag zahlt Brandenburg statt der Beihilfe zu einzelnen Rechnungen eine pauschale Beihilfe, monatlich mit den Bezügen: bei freiwilliger gesetzlicher Versicherung die Hälfte Ihres nachgewiesenen Beitrags, bei privater Versicherung die Hälfte der Beitragsanteile für Leistungen wie in der gesetzlichen Krankenversicherung, höchstens die Hälfte des Beitrags im Basistarif. Voraussetzung ist, dass Sie freiwillig gesetzlich versichert sind oder in entsprechendem Umfang privat krankenversichert, dass Sie das nachweisen und dass Sie auf ergänzende Beihilfen verzichten.

  • Beginn: Den Antrag können Sie jederzeit stellen, auch wenn Sie schon länger beihilfeberechtigt sind. Die pauschale Beihilfe wird nach Angabe der Zentralen Bezügestelle ab dem Monat gezahlt, in dem der Antrag eingeht, nicht rückwirkend; den Beitragsnachweis können Sie nachreichen.
  • Antrag: Schriftlich oder elektronisch bei der Zentralen Bezügestelle, im aktiven Dienst beim Bereich Besoldung, im Ruhestand beim Bereich Versorgung, mit dem Nachweis Ihrer Krankenvollversicherung; über die Beihilfe-App geht das nicht. Bei privater Versicherung weisen Sie nach, dass der Versicherer die gesetzlichen Mindestbedingungen für Zuschüsse erfüllt.
  • Höhe: Bei freiwilliger gesetzlicher Versicherung die Hälfte des Beitrags. Bei privater Versicherung zählen nach Angabe der Zentralen Bezügestelle nur die Beitragsanteile für Leistungen, die nach Art, Umfang und Höhe denen der gesetzlichen Krankenversicherung entsprechen; davon gibt es die Hälfte, höchstens die Hälfte des Beitrags im Basistarif. Beiträge eines Arbeitgebers oder Sozialleistungsträgers und Zuschüsse zum Beitrag werden angerechnet.
  • Angehörige: Ihre Entscheidung gilt auch für Ihre berücksichtigungsfähigen Angehörigen; für einzelne Personen anders zu wählen, ist nicht möglich. Beiträge für Ehegatten oder eingetragene Lebenspartner zählen nur mit, wenn deren Einkünfte im vorletzten Kalenderjahr höchstens 20.000 Euro betrugen.
  • Bindung: Antrag und Verzicht sind unwiderruflich. Beihilfe in besonderen Ausnahmefällen, die nur bei sehr strengen Maßstäben anzunehmen sind, bleibt möglich.
  • Pflege: Aufwendungen, für die eine Pflegeversicherung leisten muss, deckt die Pauschale nicht ab; dafür erhalten Sie weiterhin Beihilfe zu den einzelnen Pflegeaufwendungen. Zu den Beiträgen der Pflegeversicherung zahlt die Pauschale nichts.
  • Wechsel und Änderungen: Wechseln Sie später zwischen gesetzlicher und privater Versicherung oder ändert sich der Umfang Ihres Versicherungsschutzes, zahlt Brandenburg höchstens die bisherige Pauschale weiter. Änderungen der Beitragshöhe und Beitragsrückerstattungen teilen Sie unverzüglich mit; einmal im Jahr fordert die Zentrale Bezügestelle die Nachweise an.
  • Späterer Wechsel: In die pauschale Beihilfe können Sie auch später noch wechseln, wenn Sie dann die Voraussetzungen erfüllen; zurück in die Beihilfe zu einzelnen Rechnungen geht es nicht. Die Wahl gilt auch im Ruhestand, solange Sie in Brandenburg beihilfeberechtigt sind.
  • Dienstherrnwechsel: Die Brandenburger Pauschale steht nur Beihilfeberechtigten nach Brandenburger Recht zu. Wechseln Sie zu einem anderen Dienstherrn, gilt dessen Beihilferecht; ob es dort eine pauschale Beihilfe gibt und welche Frist gilt, richtet sich nach dem neuen Dienstherrn. Der Bund etwa kennt keine.

Die pauschale Beihilfe bleibt im Ruhestand und während der Elternzeit bestehen. Fragen dazu beantwortet bei der Zentralen Bezügestelle die Hotline Pauschale Beihilfe, nicht die Beihilfestelle, unter 0355 865-4003. Wer vor der Verbeamtung gesetzlich versichert war, kann sich nach Angabe der Zentralen Bezügestelle innerhalb von drei Monaten nach Begründung des Beamtenverhältnisses freiwillig gesetzlich weiterversichern, wenn die Vorversicherungszeiten erfüllt sind; das klären Sie mit Ihrer Krankenkasse.

Pauschale Beihilfe bei der Zentralen Bezügestelle

Wie andere Länder die pauschale Beihilfe regeln, zeigt die Übersicht der Bundesländer; zur Wahl der Versicherung siehe Krankenversicherung für Professoren.

Was gilt für Professoren und andere Hochschulbeamte?

Ob Sie Beihilfe erhalten, hängt von Ihrem Beamtenstatus und Ihrem Dienstherrn ab, nicht von der Bezeichnung Professorin oder Professor. Die Zentrale Bezügestelle setzt die Beihilfe für die Beamtinnen, Beamten und Versorgungsempfänger des Landes fest; für die Medizinische Universität in Cottbus ist ihr die Beihilfe ausdrücklich übertragen. Welche Stelle für Ihre Hochschule zuständig ist, steht auf Ihrem Bescheid oder erfahren Sie bei der Personalstelle. Welcher Beihilfesatz für Sie gilt, steht mit allen Voraussetzungen in der Tabelle im Abschnitt Wie hoch ist die Beihilfe in Brandenburg?. Was eine Professur in Brandenburg einbringt, steht unter Professorengehalt Brandenburg.

Die wichtigste Entscheidung fällt mit der Berufung: gesetzliche oder private Krankenversicherung, individuelle oder pauschale Beihilfe. Was die Beihilfe bei gesetzlicher Versicherung erstattet und wie sich der Satz im Ruhestand ändert, zeigt die Tabelle der Beihilfesätze; wer die pauschale Beihilfe wählen kann, ab wann sie gezahlt wird und ob ein späterer Wechsel möglich ist, steht im Abschnitt zur pauschalen Beihilfe. Holen Sie vor dem Dienstantritt Angebote der Krankenkasse und der privaten Versicherung für beide Wege ein. Mehr zum Übergang steht unter Beamtenpension in Brandenburg.

Wer ist beihilfeberechtigt?

Beihilfeberechtigt sind Beamtinnen und Beamte mit Anspruch auf Besoldung oder in Elternzeit, Versorgungsempfänger mit Anspruch auf Versorgungsbezüge sowie frühere Beamte, solange sie Unterhaltsbeitrag oder Übergangsgeld beziehen; die Berechtigung bleibt, wenn Bezüge nur wegen Ruhens- oder Anrechnungsvorschriften nicht gezahlt werden. Ist das Dienstverhältnis auf weniger als ein Jahr befristet, gibt es keine Beihilfe, es sei denn, Sie sind insgesamt mindestens ein Jahr ununterbrochen im öffentlichen Dienst beschäftigt. Wer Anspruch auf Heilfürsorge hat, etwa im Polizeivollzugsdienst, erhält dafür keine Beihilfe.

Ihr Ehegatte oder eingetragener Lebenspartner ist unter den Voraussetzungen berücksichtigungsfähig, die die Tabelle der Beihilfesätze nennt. Kinder sind berücksichtigungsfähig, solange sie im Familienzuschlag berücksichtigt werden. Angestellte Professoren erhalten keine Beihilfe nach dem Beamtenrecht. Bei einem Wechsel vom Bund oder aus einem anderen Land nach Brandenburg gilt ab der Versetzung das Brandenburger Recht; was beim Bund galt, steht unter Beihilfe beim Bund. Zur Akademischen Rätin und zum Akademischen Rat in Brandenburg siehe Akademischer Rat in Brandenburg.

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Häufige Fragen

Muss ich Rechnungen selbst bezahlen?

Ja, mit privater Versicherung schulden Sie dem Arzt oder Krankenhaus die Rechnung selbst. Beihilfe und Versicherung erstatten Ihnen ihren Anteil, wenn Sie die Rechnung als Beleg einreichen. Bei einem Aufenthalt in einem zugelassenen Krankenhaus, das grundsätzlich oder im Einzelfall an der Direktabrechnung teilnimmt, können Sie als privat Versicherte die Direktabrechnung beantragen; ob das Krankenhaus teilnimmt, erfragen Sie vor oder bei der Aufnahme. Das Krankenhaus schickt die Rechnung dann an die Beihilfestelle, die den Beihilfeanteil direkt überweist; den Eigenbehalt je Krankenhaustag zahlen Sie selbst, sofern Sie nicht davon befreit sind, und nicht beihilfefähige Leistungen rechnet das Krankenhaus weiter mit Ihnen ab. Beim ersten Beihilfeantrag, nach geänderten persönlichen Angaben und bei Unfällen ist die Direktabrechnung nicht möglich.

Was zahlt die Beihilfe bei einer Behandlung in einer Privatklinik?

Nicht unbedingt den vollen Rechnungsbetrag: Bei Kliniken ohne Zulassung für gesetzlich Versicherte erkennt die Zentrale Bezügestelle die Kosten nur bis zu Obergrenzen an, die sich an den Entgelten zugelassener Krankenhäuser orientieren; für Wahlleistungen gilt dasselbe wie im Abschnitt Eigenanteile und Wahlleistungen. Mussten Sie im Notfall das nächstgelegene Krankenhaus aufsuchen, gelten diese Obergrenzen nicht. Vor einer geplanten Behandlung können Sie der Beihilfestelle einen Kostenvoranschlag mit den Diagnose- und Prozedurenschlüsseln vorlegen.

Darf jemand anderes die Beihilfe für mich beantragen?

Ja, mit einer Vollmacht; dafür hat die Zentrale Bezügestelle einen eigenen Vordruck. Um unbillige Härten zu vermeiden, kann die Beihilfestelle nach Anhörung der beihilfeberechtigten Person außerdem zulassen, dass berücksichtigungsfähige Angehörige oder ihre gesetzlichen Vertreter die Beihilfe ohne deren Zustimmung selbst beantragen.

Was bleibt vom W-Gehalt, wenn PKV-Beitrag und Beihilfe zusammenkommen?

Der Beitrag der privaten Krankenversicherung hängt vom Eintrittsalter, vom Tarif und vom Beihilfesatz ab, den er ergänzt. Was vom Brandenburger W-Brutto bleibt, wenn Sie Ihren Beitrag eintragen, zeigt der Gehaltsrechner: W 2 in Brandenburg mit PKV berechnen oder W 3 in Brandenburg mit PKV berechnen. Die Beihilfe selbst setzt die Zentrale Bezügestelle im Bescheid fest.

Quellen

Wer über Ihren Antrag entscheidet

Über Ihren Antrag entscheidet die Zentrale Bezügestelle des Landes Brandenburg in Cottbus nach dem Landesbeamtengesetz Brandenburg und den danach anzuwendenden Beihilfevorschriften des Bundes; verbindlich ist Ihr Beihilfebescheid.

  • Landesbeamtengesetz Brandenburg (LBG): § 62 Beihilfe in Krankheits-, Pflege- und Geburtsfällen mit Berechtigten (Abs. 1), Einkommensgrenze (Abs. 2), Ausschluss der Wahlleistungen (Abs. 4), Bemessungssätzen (Abs. 5), pauschaler Beihilfe (Abs. 6) und Anwendung der Beihilfevorschriften des Bundes (Abs. 7), zuletzt geändert durch Artikel 4 des Gesetzes vom 15.10.2026 (§ 62 dadurch nicht geändert), abgerufen am 28.10.2026.
  • Bundesbeihilfeverordnung (BBhV): § 2 Beihilfeberechtigte, § 13 Heilpraktiker, § 26a Privatkliniken, § 45a Organspende und andere Spenden, § 46 Bemessung, § 47 abweichende Sätze, § 48 Begrenzung, § 49 Eigenbehalte, § 50 Belastungsgrenzen, § 51 Bewilligungsverfahren und Mindestbetrag, § 51a Direktabrechnung, § 54 Antragsfrist; Fassung nach der Verordnung vom 14.10.2025, abgerufen am 28.10.2026.
  • Verordnung über beamtenrechtliche Zuständigkeiten der Medizinischen Universität in Cottbus (MUBZV) vom 24.01.2025: Übertragung der Beihilfe auf die Zentrale Bezügestelle, abgerufen am 28.10.2026.
  • Zentrale Bezügestelle des Landes Brandenburg: Individuelle Beihilfe mit Antrag auf Beihilfe (Stand 04/2024), Kurzantrag, Informationsblatt über die Gewährung von Beihilfen (Stand 01.01.2026), Informationsblättern Bemessungssatz, Eigenbehalte (Stand 01.09.2025), Direktabrechnung, Heilpraktikerleistungen (Stand 01.01.2026) und „Aktuelle Informationen zur Antragstellung“ (Juni 2025); Erläuterung der Beihilfeformen, Beihilfe-App, Bearbeitungszeit, Pauschale Beihilfe und Häufige Fragen, jeweils abgerufen am 28.10.2026.

Beihilfe in anderen Bundesländern