Beihilfe beim Bund: Antrag, Fristen und Beihilfesätze
Für Bundesbeamtinnen und Bundesbeamte gilt die Bundesbeihilfeverordnung. Für viele Bundesbehörden setzt das Bundesverwaltungsamt (BVA) die Beihilfe fest, andere Behörden haben eigene Beihilfestellen. Hier finden Sie die amtlichen Zugänge zu Formularen, App und Beihilfestellen sowie die Regeln zu Frist, Mindestbetrag, Beihilfesätzen und Eigenbehalten. Eine pauschale Beihilfe zum Krankenversicherungsbeitrag bietet der Bund nicht an.
Die Links führen zu den amtlichen Angeboten des Bundesverwaltungsamts. Ob das BVA Ihre Beihilfestelle ist, zeigt seine Liste der Beihilfestellen; die App steht nur den vom BVA betreuten Beihilfeberechtigten nach dem ersten Antrag offen.

Beihilfe Bund auf einen Blick
- Zuständigkeit: Die Beihilfestelle hängt von Ihrer Behörde ab; für viele Bundesbehörden ist es das Bundesverwaltungsamt (BVA).
- Erster Antrag: Beim BVA stellen Sie den ersten Antrag auf Papier, mit dem Formular zur beihilfeberechtigten Person und Nachweisen zu Versicherung, Einstellung und Bezügen.
- Frist: Sie haben drei Jahre ab dem Rechnungsdatum Zeit; in der Regel muss ein Antrag zusammen mehr als 200 Euro an Aufwendungen enthalten.
- Beihilfesatz: Der Satz hängt davon ab, für wen die Aufwendung entsteht, wie viele Kinder Sie im Familienzuschlag haben und ob Sie im Ruhestand sind.
Anträge und Formulare beim BVA
Wie beantrage ich Beihilfe beim Bund?
Beim Bund beantragen Sie Beihilfe bei der Beihilfestelle Ihrer Behörde, mit dem Antrag auf Papier oder, wenn das BVA zuständig ist und Ihr erster Antrag bearbeitet ist, mit der App „Beihilfe Bund“. So gehen Sie vor:
- Zuständige Stelle klären. Für die Anträge der Bediensteten ist grundsätzlich die oberste Dienstbehörde oder die ihr unmittelbar nachgeordnete Behörde zuständig, für Versorgungsempfänger die Versorgungsstelle; viele Behörden haben diese Aufgabe dem BVA übertragen. Ihre Stelle steht auch auf einem vorhandenen Bescheid.
- Unterlagen vorbereiten. Legen Sie die Belege als Kopie oder Zweitschrift bei. Beim ersten Antrag kommen die Formulare zu Ihrer Person und zu Ihren Angehörigen dazu, bei Pflegeaufwendungen der eigene Pflegeantrag.
- Antrag einreichen. Schicken Sie den eigenhändig unterschriebenen Antrag per Post an Ihre Beihilfestelle oder reichen Sie ihn elektronisch ein, soweit Ihre Beihilfestelle das zulässt. Beim BVA geht das mit der App „Beihilfe Bund“, mit qualifizierter elektronischer Signatur oder über ein besonderes elektronisches Postfach; den ersten Antrag stellen Sie dort auf Papier. Eine einfache E-Mail genügt nicht, auch nicht mit eingescannter Unterschrift.
- Bescheid prüfen. Achten Sie auf die anerkannten Beträge, abgezogene Eigenbehalte und Hinweise auf fehlende Unterlagen. Einen Widerspruch legen Sie mit eigenhändiger Unterschrift oder in elektronischer Form ein, beim BVA auch über die App.
Welche Beihilfestelle ist für mich zuständig?
Das BVA ist für einen großen Teil der Bundesverwaltung die Beihilfestelle, aber nicht für alle Bundesbediensteten. Auf seiner Liste stehen unter anderem mehrere Bundesministerien, die Bundespolizei, die Hauptzollämter, der Geschäftsbereich der Bundeswehr, die Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung und Forschungseinrichtungen wie das Robert Koch-Institut, das Paul-Ehrlich-Institut und das Umweltbundesamt. Für aktive Beschäftigte im Geschäftsbereich der Bundeswehr richtet sich die Beihilfestelle nach dem Ort der Dienststelle; Versetzungen, Kommandierungen und Abordnungen ändern die bisherige Zuständigkeit nicht. Versorgungsempfänger ordnet die Liste eigens zu, in der Bundesverwaltung etwa nach der Postleitzahl des Wohnorts.
Beihilfestelle in der Liste des BVA suchen
Steht Ihre Behörde nicht in der Liste, ist eine andere Stelle zuständig; das BVA beantwortet Fragen dieser Beihilfeberechtigten nicht. Die Regeln dieser Seite gelten trotzdem, denn alle Beihilfestellen des Bundes entscheiden nach derselben Verordnung.
Was sollte ich vor dem Absenden prüfen?
- Mindestbetrag: Enthält der Antrag zusammen mehr als 200 Euro an Aufwendungen? Sonst sammeln Sie in der Regel weiter; droht eine Rechnung die Frist von drei Jahren zu überschreiten, kann die Beihilfestelle eine Ausnahme zulassen.
- Belege: Reichen Sie Kopien oder Zweitschriften ein, keine Originale; das BVA vernichtet die Belege nach der Bearbeitung. Rechnungen für Heil- und Hilfsmittel gehören mit der ärztlichen Verordnung zusammen.
- Rezepte: Auf Rezepten muss die Pharmazentralnummer des Arzneimittels stehen, außer beim Kauf im Ausland.
- Krankenhaus: Legen Sie die Entlassungsanzeige bei. Die Wahlleistungsvereinbarung mit dem Krankenhaus verlangt die Beihilfestelle bei Bedarf.
- Beihilfenummer: Geben Sie Ihre Beihilfenummer an und schicken Sie dasselbe Anliegen nicht doppelt, also nicht zugleich per App und auf Papier.
- Unfall: Hat ein anderer den Unfall verursacht, legen Sie die Anlage „Körperverletzung“ bei. Aufwendungen nach einem Dienstunfall rechnen Sie über Ihr Personalreferat ab, nicht über die Beihilfestelle.
Welche Formulare brauche ich?
Beim Bund gibt es einen Beihilfeantrag für Krankheit und Geburt, einen eigenen Antrag bei dauernder Pflegebedürftigkeit und Formulare für Ihre persönlichen Angaben. Die Übersicht nennt die Vordrucke des BVA; andere Beihilfestellen geben eigene Vordrucke heraus.
| Ihre Situation | Passendes Formular |
|---|---|
| Sie beantragen erstmals Beihilfe. | Beihilfeantrag bei Krankheit und Geburt auf Papier mit dem Formular „Beihilfeberechtigte Person“, bei Angehörigen zusätzlich „Ehepartner/in / Lebenspartner/in“ und „Kind“ |
| Anschrift, Bankverbindung, Status oder Familie haben sich geändert. | Formular „Beihilfeberechtigte Person“ oder das passende Angehörigenformular, auch ohne Beihilfeantrag |
| Sie reichen weitere Rechnungen zu Krankheit oder Geburt ein. | Beihilfeantrag bei Krankheit und Geburt oder, wenn das BVA zuständig ist, die App „Beihilfe Bund“ |
| Sie oder Angehörige sind dauernd pflegebedürftig. | Antrag bei dauernder Pflegebedürftigkeit, bei Verhinderungspflege mit der passenden Anlage |
| Ein Dritter hat einen Unfall verursacht. | Anlage „Körperverletzung“ zusammen mit dem Beihilfe- oder Pflegeantrag |
| Ein Krankenhausaufenthalt oder eine teure Behandlung steht bevor. | Antrag auf Abschlagszahlung; für ein zugelassenes Krankenhaus auch der Antrag auf Direktabrechnung, soweit die Rahmenvereinbarung des Bundes mit der Deutschen Krankenhausgesellschaft sie zulässt |
| Eine andere Person soll für Sie handeln. | Vollmacht |
Eine stationäre Rehabilitation, eine Mutter-Kind- oder Vater-Kind-Maßnahme und, für aktive Beamtinnen und Beamte, eine ambulante Rehabilitation in einem Heilbad oder Kurort muss die Beihilfestelle vorher anerkennen. Dasselbe gilt für eine Psychotherapie, die über eine genehmigungsfreie Kurzzeittherapie hinausgeht: Das sind bis zu 24 Sitzungen, für Personen unter 21 Jahren und Menschen mit geistiger Behinderung unter Einbeziehung von Bezugspersonen bis zu 30, und Sitzungen einer Akutbehandlung werden darauf angerechnet; das BVA hat dafür eigene Anträge. Alle Vordrucke stehen in der Formularübersicht des BVA; das BVA bittet, immer die dort angebotene aktuelle Fassung zu verwenden.
Welche Unterlagen gehören zum Erstantrag?
Zum ersten Antrag gehören der eigenhändig unterschriebene Beihilfeantrag mit den Belegen und das Formular „Beihilfeberechtigte Person“. Das BVA verlangt außerdem einen aktuellen Versicherungsschein, eine Kopie Ihrer Personal- oder Einstellungsverfügung und eine Bezügebescheinigung. Machen Sie Aufwendungen Ihres Ehe- oder Lebenspartners geltend, kommen das Formular „Ehepartner/in / Lebenspartner/in“ und ein Nachweis seiner Einkünfte im vorletzten Kalenderjahr dazu, etwa der Steuerbescheid; für Kinder das Formular „Kind“ und eine Gehaltsbescheinigung, aus der hervorgeht, dass Sie für das Kind den Familienzuschlag erhalten. Ihre Beihilfenummer erhalten Sie mit dem ersten Bescheid.
Wie funktioniert die App „Beihilfe Bund“?
Mit der App „Beihilfe Bund“ fotografieren Sie Rechnungen und Verordnungen mit Smartphone oder Tablet oder laden sie als PDF hoch und schicken sie direkt an die Beihilfestelle; einen Papierantrag brauchen Sie dafür nicht. Die App steht nur Beihilfeberechtigten offen, die das BVA betreut, und erst nach dem ersten Antrag: Der Erstantrag geht auf Papier, für die Registrierung brauchen Sie die Beihilfenummer aus dem ersten Bescheid.
Auch Pflegeaufwendungen beantragen Sie in der App; beim ersten Pflegeantrag fotografieren Sie das vollständig ausgefüllte Pflegeformular mit. Anlagen wie „Körperverletzung“ nach einem Unfall durch Dritte fotografieren Sie ebenfalls mit. Ein E-Rezept übertragen Sie mit der Teilen-Funktion aus der E-Rezept-App. Den Bescheid erhalten Sie in der App, nachdem Sie die erweiterte Anmeldung abgeschlossen haben; die PIN dafür kommt mit dem nächsten Bescheid, sobald Sie einmal per App beantragt haben. Über die App können Sie auch Widerspruch einlegen und Änderungen Ihrer Daten mitteilen. Nach Angabe des BVA läuft die App ab iOS 15 und Android 7.0.
Welche Frist gilt für den Beihilfeantrag?
Beim Bund beantragen Sie Beihilfe innerhalb von drei Jahren nach dem Rechnungsdatum. Nach Angabe des BVA zählt bei Rechnungen das Datum der ersten Ausstellung, bei Rezepten das Kaufdatum, und entscheidend ist der Eingang bei der Beihilfestelle, nicht das Datum auf Ihrem Antrag: Für eine Rechnung vom 2. März 2026 muss der Antrag spätestens am 2. März 2029 dort eingegangen sein, auch wenn die Behandlung schon früher war.
Dazu kommt eine Grenze nach unten: Beihilfe gibt es nur, wenn die Aufwendungen eines Antrags zusammen mehr als 200 Euro betragen. Ausnahmen lässt die Beihilfestelle nach Angabe des BVA zu, wenn sonst die Frist abliefe, oder um andere unbillige Härten zu vermeiden. Sammeln Sie kleinere Rechnungen deshalb, aber nicht über die drei Jahre hinaus. Eigene Fristbeginne gelten für die Pauschalbeihilfe bei häuslicher Pflege, die nicht ein Pflegedienst übernimmt (letzter Tag des Monats, in dem gepflegt wurde), und wenn ein Sozialhilfeträger vorgeleistet hat (Erster des Monats nach seiner Zahlung). Für den Ausgleich des transplantationsbedingten Verdienstausfalls einer Spenderin oder eines Spenders und für das vom Arbeitgeber fortgezahlte Entgelt, die es nur gibt, wenn der Empfänger der Spende beihilfeberechtigt oder berücksichtigungsfähig ist, beginnt die Frist erst mit Ablauf des Jahres, in dem die Transplantation oder ihr Versuch stattfand. Wer seinen dienstlichen Wohnsitz im Ausland hat oder ins Ausland abgeordnet ist, wahrt die Frist auch mit einem rechtzeitigen Antrag bei der zuständigen Beschäftigungsstelle im Ausland.
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine individuelle Beratung. Prüfen Sie die für Ihren Fall geltenden Voraussetzungen und Antragsfristen rechtzeitig bei Ihrer zuständigen Beihilfestelle.
Wie lange dauert die Bearbeitung?
Das BVA veröffentlicht auf seiner Seite zu den Bearbeitungszeiten aktuelle Hinweise und erklärt, wie Sie selbst zu einer schnelleren Bearbeitung beitragen.
Bearbeitungszeiten beim BVA ansehen
Seit dem 16. Januar 2026 gilt eine Erstattungsfiktion: Entscheidet die Beihilfestelle nicht innerhalb von vier Wochen nach Eingang des Antrags, gelten die beantragten Aufwendungen als erstattungsfähig. Das gilt nicht für Leistungen, die vorher anerkannt werden müssen, etwa eine stationäre Rehabilitation oder eine längere Psychotherapie, wenn die Anerkennung beim Eingang des Antrags noch fehlt, und nicht, soweit Sie wussten oder grob fahrlässig nicht wussten, dass kein Anspruch bestand. Die Beihilfestelle soll solche Bescheide innerhalb von zwei Jahren nach ihrer Bekanntgabe überprüfen und fordert bei einer Überzahlung die zu viel gezahlte Beihilfe zurück. Nach Angabe des BVA ist die Regel bis zum 1. Januar 2030 befristet.
Wie hoch ist die Beihilfe beim Bund?
Der Bund ordnet jedem Personenkreis einen Bemessungssatz zu; maßgeblich ist der Satz zu dem Zeitpunkt, zu dem die Leistung erbracht wird. Erstattet wird dieser Anteil der beihilfefähigen Aufwendungen, nicht automatisch der volle Rechnungsbetrag:
| Ihre Situation | Bemessungssatz | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Beamtin oder Beamter, auch Professoren | 50 % | Grundsatz |
| Beamtin oder Beamter mit zwei oder mehr Kindern | 70 % | Kinder im Familienzuschlag berücksichtigungsfähig; bei zwei Beihilfeberechtigten nur für den, der den Familienzuschlag für die Kinder bezieht |
| Beamtin oder Beamter in Elternzeit | 70 % | taggenau für die nachgewiesene Elternzeit, nicht schon im Mutterschutz |
| Versorgungsempfänger im Ruhestand, Witwe oder Witwer | 70 % | als Versorgungsempfänger beihilfeberechtigt; Waisen erhalten 80 % |
| Ehegatte oder Lebenspartner | 70 % | nicht selbst beihilfeberechtigt; Gesamtbetrag der Einkünfte im vorletzten Kalenderjahr vor dem Antrag höchstens 22.648 Euro bei Anträgen im Jahr 2026, 23.608 Euro ab 2027 |
| Kind oder Waise | 80 % | Kind im Familienzuschlag berücksichtigungsfähig; Waise als solche beihilfeberechtigt |
| freiwillig gesetzlich versichert | 100 % des Rests nach der Kassenleistung | nur für Aufwendungen, zu denen die Krankenkasse etwas leistet |
| Versicherung schließt Leistungen für eine Krankheit aus | plus 20 Prozentpunkte, höchstens 90 % | individueller Ausschluss trotz ausreichender und rechtzeitiger Versicherung oder Leistungen auf Dauer eingestellt; der Versicherer erfüllt die gesetzlichen Mindestbedingungen; nicht für Pflegeaufwendungen |
Beihilfefähig ist, was notwendig und wirtschaftlich angemessen ist; ärztliche Honorare über dem Gebührenrahmen der Gebührenordnung erkennt die Beihilfestelle nicht an. Beihilfe und die Leistungen Ihrer Versicherung dürfen zusammen die beihilfefähigen Aufwendungen nicht übersteigen. Die Einkommensgrenze für Ehe- und Lebenspartner passt der Bund jedes Jahr an die Renten an; die genannten Beträge sind die Angaben des BVA.
Welche Eigenbehalte zieht die Beihilfestelle ab?
Von Arznei- und Verbandmitteln, ärztlich verordneten Aminosäuremischungen, Eiweißhydrolysaten, Elementardiäten und Sondennahrung, Medizinprodukten, Hilfsmitteln, Fahrten sowie je Tag von Familien- und Haushaltshilfe und Soziotherapie zieht die Beihilfestelle 10 Prozent der Kosten ab, mindestens 5 und höchstens 10 Euro, aber nie mehr als die Kosten selbst. Bei Hilfsmitteln zum Verbrauch, etwa Inkontinenzmaterial, sind es höchstens 10 Euro für den ganzen Monatsbedarf; das gilt nicht für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch. Für vollstationäre Krankenhausleistungen, Übergangspflege im Krankenhaus sowie Anschlussheil- und Suchtbehandlungen werden je Kalendertag 10 Euro abgezogen, zusammen höchstens für 28 Tage im Jahr; für eine stationäre Rehabilitation und eine Mutter-Kind- oder Vater-Kind-Maßnahme ebenfalls 10 Euro je Tag, ohne diese Höchstgrenze; bei häuslicher Krankenpflege 10 Prozent der Kosten für die ersten 28 Tage im Jahr und 10 Euro je Verordnung.
Keine Eigenbehalte gibt es unter anderem für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren (außer bei Fahrten), bei Schwangerschaftsbeschwerden und Entbindung, für Vorsorge- und Früherkennungsleistungen, für Harn- und Blutteststreifen, für Heil- und Hilfsmittel mit festgesetztem Höchstbetrag, für Arzneimittel, deren Preis mindestens 20 Prozent unter dem Festbetrag liegt, und für die Fahrten zu Anschlussheil- und Suchtbehandlungen sowie zu stationären Rehabilitationsmaßnahmen, Mutter-Kind- oder Vater-Kind-Maßnahmen, familienorientierter Rehabilitation und ambulanten Rehabilitationsmaßnahmen in einem anerkannten Heilbad oder Kurort; Fahrten zu anderen ambulanten Rehabilitationsmaßnahmen in Rehabilitationseinrichtungen oder wohnortnahen Einrichtungen sind nicht ausgenommen.
Auf Antrag zieht die Beihilfestelle für den Rest eines Kalenderjahres keine Eigenbehalte mehr ab, sobald Ihre Belastung die Grenze von 2 Prozent Ihrer jährlichen Einnahmen übersteigt, bei chronisch Kranken nach der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses 1 Prozent. Zur Belastung zählen die Eigenbehalte und die Aufwendungen für bestimmte verordnete, nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel, jeweils zum Bemessungssatz gerechnet. Maßgeblich sind die Einnahmen des Vorjahres für Sie und Ihre berücksichtigungsfähigen Angehörigen zusammen; bei Verheirateten und eingetragenen Lebenspartnern mindern sie sich um 15 Prozent und für jedes Kind um die steuerlichen Freibeträge für Kinder, und die Einnahmen eines gesetzlich versicherten oder selbst beihilfeberechtigten Ehe- oder Lebenspartners zählen nicht mit. Den Antrag müssen Sie bis zum Ende des Folgejahres stellen; das BVA hat dafür einen eigenen Vordruck. Nach Überschreiten der Grenze sind ärztlich verordnete, nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel voll beihilfefähig, soweit sie je Mittel einen nach Besoldungsgruppe gestaffelten Betrag von 8, 12 oder 16 Euro übersteigen.
Was gilt bei Chefarzt und Zweibettzimmer?
Wahlleistungen im Krankenhaus sind beim Bund beihilfefähig: die Chefarztbehandlung ohne festen Abzug und die gesondert berechnete Unterkunft bis zu einem Tageshöchstbetrag. Der Höchstbetrag beträgt 1,3 Prozent der oberen Grenze des bundesweiten Basisfallwertkorridors und gilt für Ein- und Zweibettzimmer gleich; nach Angabe des BVA sind das seit dem 1. April 2026 knapp 61 Euro am Tag, angepasst wird jeweils zum 1. April. Voraussetzung ist eine Wahlleistungsvereinbarung, die Sie vor der Behandlung mit dem Krankenhaus schließen.
Was ist beim Bund anders?
Der Bund zieht von vielen Aufwendungen kleine Eigenbehalte ab, wie sie auch die gesetzliche Krankenversicherung kennt, und setzt für einen Antrag in der Regel mehr als 200 Euro an Aufwendungen voraus. Wahlleistungen im Krankenhaus bleiben bis zum Höchstbetrag beihilfefähig, die Antragsfrist beträgt drei Jahre, und seit 2026 gilt die Erstattungsfiktion nach vier Wochen. Eine pauschale Beihilfe zum Versicherungsbeitrag gibt es nicht. Wie die Länder die Beihilfe regeln, zeigt die Beihilfe-Übersicht.
Was gilt für Professoren und andere Hochschulbeamte?
Ob Sie Beihilfe nach dieser Seite erhalten, hängt von Ihrem Dienstherrn ab, nicht vom Ort der Hochschule. Die Bundesbeihilfeverordnung gilt nur für Beamte des Bundes, an Hochschulen also vor allem an der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung und an den Universitäten der Bundeswehr; ein Professor an einer Landesuniversität erhält Beihilfe nach dem Recht seines Landes. Auch verbeamtete Wissenschaftler in Bundesforschungseinrichtungen fallen unter die Bundesbeihilfe.
Im aktiven Dienst erhalten Sie 50 Prozent, mit zwei oder mehr Kindern im Familienzuschlag 70 Prozent, im Ruhestand 70 Prozent. Für entpflichtete Hochschullehrer gilt grundsätzlich der Satz aktiver Beamter; 70 Prozent erhalten sie, wenn ihnen dieser Satz aus einer nachrangigen Beihilfeberechtigung zustünde. Was Sie im Ruhestand erwartet, steht unter Beamtenpension beim Bund.
Wechseln Sie vom Bund in ein Land oder umgekehrt, gilt ab dem Wechsel das Beihilferecht des neuen Dienstherrn mit eigenen Sätzen, Fristen und Eigenanteilen. In manchen Ländern, etwa in Berlin, können Sie eine pauschale Beihilfe nur innerhalb einer Frist nach dem Wechsel beantragen; klären Sie das vor dem Dienstantritt. Zur Wahl der Versicherung siehe Krankenversicherung für Professoren.
Wer ist beihilfeberechtigt?
Beihilfeberechtigt sind Beamtinnen und Beamte, Versorgungsempfänger sowie frühere Beamte, solange ihnen Bezüge zustehen; die Berechtigung bleibt in der Elternzeit und wenn Bezüge nur wegen Ruhens- oder Anrechnungsvorschriften nicht gezahlt werden. Ist das Dienstverhältnis auf weniger als ein Jahr befristet, gibt es keine Beihilfe, es sei denn, Sie sind insgesamt mindestens ein Jahr ununterbrochen im öffentlichen Dienst beschäftigt. Ehrenbeamte sind ausgenommen, ebenso Beamte mit vorrangigen Leistungen nach dem Abgeordnetenrecht. Nicht nach der Bundesbeihilfeverordnung, sondern nach eigenen Regeln versorgt werden bestimmte frühere Beamte der Deutschen Bundesbahn im Bundeseisenbahnvermögen und Mitglieder der Postbeamtenkrankenkasse in der Gruppe A, soweit deren Satzung unbegrenzte Sachleistungen vorsieht.
Ihr Ehe- oder Lebenspartner ist berücksichtigungsfähig, solange er nicht selbst beihilfeberechtigt ist und seine Einkünfte unter der Grenze bleiben; ein eigener Anspruch aus der gesetzlichen Krankenversicherung geht vor. Kinder sind berücksichtigungsfähig, solange sie im Familienzuschlag berücksichtigt werden. Tarifbeschäftigte des Bundes erhalten nach Angabe des BVA eine tarifliche Beihilfe nur, wenn sie vor dem 1. August 1998 eingestellt wurden.
Gibt es beim Bund eine pauschale Beihilfe?
Nein. Das Bundesbeamtengesetz kennt die Beihilfe als Erstattung eines Anteils der Aufwendungen, in Pflegefällen auch als Pauschale, und als Beteiligung an den Kosten einzelner Leistungen, aber keinen Zuschuss zum Krankenversicherungsbeitrag wie in einigen Ländern. Die Bundesregierung hat im Oktober 2025 erklärt, eine Einführung sei derzeit nicht vorgesehen.
Freiwillig gesetzlich Versicherte tragen den Kassenbeitrag beim Bund deshalb allein. Sie erhalten Beihilfe zu den Aufwendungen, zu denen die Kasse etwas leistet, und zwar den ganzen Rest nach der Kassenleistung. Die „Pauschalbeihilfe“ der Verordnung ist etwas anderes: Sie gibt es bei häuslicher Pflege, die nicht ein Pflegedienst übernimmt, etwa durch Angehörige. Wie andere Länder die pauschale Beihilfe regeln, zeigt die Übersicht der Bundesländer.
Häufige Fragen
Kann ich den Beihilfeantrag per E-Mail schicken?
Nein. Der Antrag braucht Ihre eigenhändige Unterschrift auf Papier oder eine elektronische Form, die Ihre Beihilfestelle zulässt. Beim BVA sind das die App „Beihilfe Bund“ nach dem ersten Antrag, ein Dokument mit qualifizierter elektronischer Signatur oder ein besonderes elektronisches Postfach. Eine abfotografierte oder eingescannte Unterschrift per E-Mail reicht nicht. Auch über den Einreichungsdienst privatärztlicher Verrechnungsstellen nimmt das BVA keine Anträge an.
Was kann ich tun, wenn eine Rechnung sehr hoch ist?
Beantragen Sie eine Abschlagszahlung. Das BVA nennt dafür eine stationäre Krankenhausbehandlung, eine stationäre oder ambulante Rehabilitation, eine Dialyse und einmalig hohe Kosten für ein Arznei- oder Hilfsmittel; als Nachweis genügt etwa ein Kostenvoranschlag. Den Abschlag verrechnet die Beihilfestelle später mit dem Beihilfeantrag zur Rechnung. Für den Aufenthalt in einem zugelassenen Krankenhaus können Sie stattdessen die Direktabrechnung zwischen Krankenhaus und Beihilfestelle beantragen, soweit die Rahmenvereinbarung des Bundes mit der Deutschen Krankenhausgesellschaft sie zulässt; das BVA hat dafür einen Antrag.
Muss ich die Befreiung von Eigenbehalten beantragen?
Ja. Die Belastungsgrenze wirkt beim Bund nur auf Antrag, und der Antrag muss bis zum Ende des Jahres gestellt sein, das auf das Jahr der Abzüge folgt. Schwerwiegend chronisch krank ist nach dem Merkblatt des BVA, wer wegen derselben Erkrankung in Dauerbehandlung ist (ärztliche Bescheinigung), Pflegegrad 3, 4 oder 5 hat oder einen Grad der Behinderung oder eine Minderung der Erwerbsfähigkeit von mindestens 60, die zumindest auch auf einer dauerhaft behandlungsbedürftigen Krankheit beruht; dann liegt die Grenze bei 1 Prozent der Einnahmen.
Was ändert sich beim Wechsel zwischen Bund und Land?
Mit dem Wechsel des Dienstherrn wechselt auch das Beihilferecht: Bemessungssätze, Fristen, Eigenanteile und das Angebot einer pauschalen Beihilfe richten sich dann nach dem neuen Dienstherrn. Für Leistungen aus der Zeit beim Bund bleibt die Bundesbeihilfe maßgeblich, denn es zählt, wann die Leistung erbracht wurde; diese Rechnungen reichen Sie bei Ihrer bisherigen Beihilfestelle ein. Welche Regeln im neuen Land gelten, zeigt die Beihilfe-Übersicht.
Quellen
Wer über Ihren Antrag entscheidet
Über Ihren Antrag entscheidet die zuständige Festsetzungsstelle nach dem BBG und der BBhV in der geltenden Fassung. Diese Seite bildet Bundesrecht ab; für eine Landesprofessur gilt es nicht.
- Bundesbeihilfeverordnung (BBhV): § 2 Beihilfeberechtigte, § 4 Berücksichtigungsfähige, § 6 Beihilfefähigkeit und Einkommensgrenze, § 18a Psychotherapie (Voranerkennung, Kurzzeittherapie), § 22 Arzneimittel und Ernährungsprodukte, § 26 Krankenhaus und Wahlleistungen, §§ 35 und 36 Rehabilitation und Voranerkennung, § 38a Pauschalbeihilfe bei häuslicher Pflege, § 45a Organspende und andere Spenden, § 46 Bemessungssätze, § 47 abweichende Sätze, § 48 Begrenzung, § 49 Eigenbehalte, § 50 Belastungsgrenzen, § 51 Antragsverfahren und Mindestbetrag, § 51a Zahlung an Dritte, § 54 Antragsfrist, § 56 Festsetzungsstellen; Fassung der Änderung vom 14.10.2025 (BGBl. 2025 I Nr. 240), gesetze-im-internet.de, abgerufen am 28.10.2026.
- Bundesbeamtengesetz (BBG): § 80 Beihilfe (Formen der Beihilfe), § 80a Verfahrenserleichterungen (Erstattungsfiktion), abgerufen am 28.10.2026.
- Bundesverwaltungsamt, Beihilfe: Beihilfestellen, Anträge und Formulare, App „Beihilfe Bund“ (Stand 14.09.2026), Bearbeitungszeiten, Verfahrenserleichterung nach § 80a BBG, Einkommensgrenze, Höchstbetrag Wahlleistung Unterkunft, schriftliche oder elektronische Kommunikation (Stand 05.03.2026), Abschlagszahlung, Merkblätter Bemessungssatz, Belastungsgrenzen und Einkommensgrenze (Stand Januar 2026) und Eigenbehalte (Stand April 2024), jeweils abgerufen am 28.10.2026.
- Deutscher Bundestag: Antwort der Bundesregierung, Drucksache 21/2188 vom 13.10.2025, Antwort zu Frage 7 (pauschale Beihilfe), abgerufen am 28.10.2026.