Beihilfe Niedersachsen: Antrag, Formulare und Beihilfesätze
Für Beamtinnen und Beamte des Landes Niedersachsen setzt das Niedersächsische Landesamt für Bezüge und Versorgung (NLBV) die Beihilfe fest. Hier finden Sie die amtlichen Zugänge zu Antrag, Formularen und eBeihilfe-App sowie die Regeln zu Frist, Beihilfesätzen und Eigenbehalten. Wer neu verbeamtet wird, kann innerhalb eines Jahres die pauschale Beihilfe wählen.
Die Links führen zu den amtlichen Angeboten des Niedersächsischen Landesamts für Bezüge und Versorgung. Dort finden Sie Antrag, Formulare und die Hinweise zur App.

Beihilfe Niedersachsen auf einen Blick
- Zuständigkeit: Das NLBV bearbeitet die Beihilfe für Beamtinnen, Beamte und Versorgungsempfänger des Landes. Maßgeblich für Ihren Antrag ist Ihr Dienstherr.
- Erster Antrag: Beihilfeantrag mit Ergänzungsblatt und Versicherungsbescheinigung per Post einreichen. Die eBeihilfe-App steht erst nach dem ersten Bescheid und nicht für alle Fälle offen.
- Frist: Für jede Rechnung haben Sie ein Jahr Zeit, gerechnet ab dem Rechnungsdatum. Beginn und Sonderfälle erklärt der Abschnitt „Welche Frist gilt für den Beihilfeantrag?“.
- Beihilfesatz: Der Satz hängt davon ab, für wen die Aufwendung entsteht und wie viele Kinder berücksichtigt werden. Die Tabelle zeigt die Voraussetzungen; bei vielen Leistungen zieht das NLBV zusätzlich kleine Eigenbehalte ab.
Wie beantrage ich Beihilfe in Niedersachsen?
Für Beamtinnen und Beamte des Landes führt der Antragsweg über das NLBV. So gehen Sie vor:
- Zuständige Stelle klären. Entscheidend ist Ihr Dienstherr; die zuständige Festsetzungsstelle steht auch auf einem vorhandenen Bescheid.
- Unterlagen vorbereiten. Füllen Sie den Beihilfeantrag aus und legen Sie Kopien der Rechnungen und Rezepte bei. Ein Antrag ist erst ab 100 Euro zulässig, es sei denn, sonst droht die Frist abzulaufen oder es entstünde eine unbillige Härte.
- Antrag einreichen. Schicken Sie den Antrag an das NLBV Beihilfe Scan Center oder nutzen Sie, soweit zulässig, die eBeihilfe-App. E-Mail und elektronisches Behördenpostfach sind für Beihilfeanträge nicht eröffnet.
- Bescheid prüfen. Achten Sie auf die festgesetzte Beihilfe, abgezogene Eigenbehalte und Hinweise zu fehlenden Unterlagen. Ein Widerspruch ist innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe des Bescheids schriftlich möglich, nicht per E-Mail oder App.
Was sollte ich vor dem Absenden prüfen?
- Frist: Ist die älteste Rechnung noch kein Jahr alt? Maßgeblich ist der Eingang beim NLBV.
- Belege: Zweitschriften oder Kopien genügen. Aus jedem Beleg müssen Grund und Höhe der Aufwendung hervorgehen; auf Rezepten müssen Pharmazentralnummer und Apothekenkennzeichen stehen.
- Gesetzlich versichert: Legen Sie zu jedem Beleg den Erstattungsnachweis der Krankenkasse bei.
- Pflege: Pflegeleistungen beantragen Sie zuerst bei der Pflegeversicherung und reichen deren Leistungszusage oder Abrechnung mit ein. Droht die Frist abzulaufen, stellen Sie den Antrag vorsorglich auch ohne diesen Nachweis.
- Vorher anerkennen lassen: Die meisten psychotherapeutischen Behandlungen, kieferorthopädische Behandlungen, Mutter- oder Vater-Kind-Maßnahmen und ambulante Vorsorgeleistungen in einem Kurort brauchen vor Beginn die Anerkennung des NLBV. Für eine stationäre Rehabilitation gibt es einen eigenen Antrag; eine Anschlussrehabilitation muss ärztlich verordnet sein.
- Sammeln: Das NLBV bittet, möglichst mehrere Belege in einem Antrag einzureichen und die Monate Januar, Juli und August mit hohem Antragseingang zu meiden, soweit die Frist es zulässt.
Welche Formulare brauche ich?
Beim ersten Antrag benötigen Sie den Beihilfeantrag und das Ergänzungsblatt; später genügt der Antrag, solange sich nichts Beihilferelevantes geändert hat. Ein Antragsformular für den nächsten Antrag liegt jedem Beihilfebescheid bei.
| Ihre Situation | Passendes Formular |
|---|---|
| Sie beantragen erstmals Beihilfe. | Beihilfeantrag S 001 A und Ergänzungsblatt S 002, dazu eine aktuelle Versicherungsbescheinigung mit Erstattungstarif und Beginn |
| Nichts hat sich seit dem letzten Antrag geändert. | Beihilfeantrag S 001 A per Post oder, soweit zulässig, die eBeihilfe-App |
| Familie, Versicherung oder Kinder haben sich geändert. | Beihilfeantrag mit neuem Ergänzungsblatt und gegebenenfalls neuer Versicherungsbescheinigung, per Post statt per App |
| Sie brauchen einen Vorschuss, etwa bei einer hohen Rechnung. | Antrag auf Abschlagszahlung (Vordruck 2724a) |
| Eine andere Person soll für Sie handeln. | Vollmacht (Vordruck 2128) |
| Sie wählen die pauschale Beihilfe. | Antrag auf pauschale Beihilfe (Vordruck 2201), Änderungen später mit Vordruck 2202 |
Für Pflege, Rehabilitation, Psychotherapie, Zahnersatz und weitere Leistungen gibt es eigene Vordrucke und Informationsblätter. Alle stehen in der amtlichen Formularübersicht des NLBV.
Welche Unterlagen gehören zum Erstantrag?
Zum ersten Antrag gehören der Beihilfeantrag, das Ergänzungsblatt und eine aktuelle Versicherungsbescheinigung, aus der der prozentuale Erstattungstarif und sein Beginn hervorgehen. Dazu kommen die Kopien der Rechnungen und Rezepte. Schicken Sie alles an das NLBV Beihilfe Scan Center, Postfach 91 12 18, 30432 Hannover; andere Schreiben wie Reha-Anträge oder Widersprüche gehen an das NLBV in Aurich.
Informationsblatt für neu eingestellte Beamtinnen und Beamte
Für Aufwendungen des Ehegatten zählt dessen Einkommen. Kinder berücksichtigt das NLBV, solange sie im Familienzuschlag berücksichtigungsfähig sind.
Wie funktioniert die eBeihilfe-App?
Mit der NLBV eBeihilfe App fotografieren Sie Belege oder laden PDF-Rechnungen hoch und reichen sie direkt beim NLBV ein. Für ab dem 27. Juli 2026 per App eingereichte Anträge kommt der Beihilfebescheid nur noch elektronisch in das Postfach der App. Hinweise zur Einrichtung gibt die Registrierungshilfe des NLBV.
Registrieren können Sie sich erst, wenn Sie bereits einen Beihilfebescheid vom NLBV erhalten haben; den ersten Antrag stellen Sie deshalb auf Papier. Für die Registrierung brauchen Sie Namen, Geburtsdatum und die Personalnummer vom letzten Beihilfebescheid; der Aktivierungscode kommt per Post an Ihre Privatanschrift. Beantragt eine bevollmächtigte Person, ein Betreuer oder jemand Pflegegeld, gehört zusätzlich ein unterschriebener Beihilfeantrag dazu.
Nicht über die App, sondern auf dem Postweg reichen Sie unter anderem ein: Aufwendungen von freiwillig gesetzlich Versicherten, Aufwendungen nach einem Unfall oder Dienstunfall, Anträge auf Abschlagszahlung und Ergänzungen zu einem bestehenden Bescheid. Auch wenn sich Ihre persönlichen Verhältnisse geändert haben, etwa Versicherung, Familienstand oder Dienstverhältnis, ist die App nicht möglich. Außerdem nimmt sie keine Versicherungsnachweise, Heil- und Kostenpläne, Anträge zu Rehabilitation oder Psychotherapie, Unterlagen zur Pflegeeinstufung, Anfragen oder Widersprüche an.
Welche Frist gilt für den Beihilfeantrag?
Sie müssen die Beihilfe innerhalb eines Jahres nach dem Entstehen der Aufwendungen beantragen. Liegt eine Rechnung vor, beginnt die Frist mit dem Rechnungsdatum; bei Arzneimitteln und Hilfsmitteln ohne gesonderte Rechnung zählt das Kaufdatum. Bei Pflegeleistungen beginnt sie am letzten Tag des Monats, in dem gepflegt wurde. Maßgebend ist der Eingang des Antrags beim NLBV.
Die Frist ist eine Ausschlussfrist. Waren Sie durch höhere Gewalt verhindert, können Sie die Wiedereinsetzung beantragen; würde die Ablehnung eine unzumutbare Härte bedeuten, bleibt die Versäumnis unbeachtlich. Läuft wegen einer Rechnung noch ein Streit oder ist ein Dienstunfall noch nicht anerkannt, stellen Sie den Antrag trotzdem fristgerecht und weisen darauf hin.
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine individuelle Beratung. Prüfen Sie die für Ihren Fall geltenden Voraussetzungen und Antragsfristen rechtzeitig bei Ihrer zuständigen Beihilfestelle.
Wie lange dauert die Bearbeitung?
Das NLBV bearbeitet die Anträge grundsätzlich in der Reihenfolge des Eingangs und veröffentlicht auf seiner Seite Hinweise zur aktuellen Lage. Eine feste Bearbeitungsdauer sagt es nicht zu.
Hinweise zu den Bearbeitungszeiten beim NLBV
Belege, die von Hand geprüft werden müssen, verlängern die Bearbeitung des ganzen Antrags. Über den Bearbeitungsstand informiert die App nicht; telefonische Rückfragen bittet das NLBV in den ersten Wochen nach dem Antrag möglichst zu unterlassen.
Wie hoch ist die Beihilfe in Niedersachsen?
Niedersachsen ordnet jedem Personenkreis einen eigenen Bemessungssatz zu. Erstattet wird dieser Anteil der beihilfefähigen Aufwendungen, nicht automatisch der volle Rechnungsbetrag:
| Ihre Situation | Bemessungssatz | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Beamtin oder Beamter, eigene Aufwendungen | 50 % | ohne Kind oder mit einem im Familienzuschlag berücksichtigungsfähigen Kind |
| Beamtin oder Beamter mit zwei oder mehr Kindern, eigene Aufwendungen | 70 % | Kinder im Familienzuschlag berücksichtigungsfähig; bei zwei beihilfeberechtigten Eltern nur bei einem, und zwar bei dem, der den Familienzuschlag erhält, sofern die Eltern nichts anderes vereinbaren; die Vereinbarung lässt sich nur aus wichtigem Grund ändern |
| Versorgungsempfänger im Ruhestand, Witwe oder Witwer | 70 % | als Versorgungsempfänger beihilfeberechtigt |
| Ehegatte oder eingetragener Lebenspartner | 70 % | nicht selbst beihilfeberechtigt; Gesamtbetrag der Einkünfte im zweiten Kalenderjahr vor dem Antrag höchstens 22.000 Euro |
| Kind oder Waise | 80 % | Kind im Familienzuschlag berücksichtigungsfähig; Waise als solche beihilfeberechtigt |
| freiwillig gesetzlich versichert | 100 % des Rests nach der Kassenleistung | Ansprüche wie Pflichtversicherte; nicht bei einem Zuschuss, Arbeitgeberanteil oder einer anderen Geldleistung zum Beitrag von mindestens 21 Euro im Monat und nicht, wenn die Kasse weder eine Sachleistung erbracht noch etwas erstattet hat |
Lag das Einkommen des Ehegatten im vorletzten Jahr über der Grenze, im laufenden Jahr aber voraussichtlich darunter, kann das NLBV die Beihilfe unter Vorbehalt gewähren. Schließt die private Krankenversicherung trotz rechtzeitiger Versicherung eine Krankheit individuell aus, erhöht sich der Satz für diese Aufwendungen um 20 Prozentpunkte, höchstens auf 90 Prozent, sofern der Versicherer die gesetzlichen Anforderungen erfüllt, die auch für den Arbeitgeberzuschuss zur privaten Krankenversicherung gelten. Versorgungsempfänger und ihre berücksichtigungsfähigen Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartner können auf Antrag, auch befristet, eine Erhöhung um bis zu 20 Prozentpunkte erhalten, wenn der Beitrag für die ergänzende private Krankenversicherung 12 Prozent der durchschnittlichen Monatseinnahmen beider übersteigt und diese Einnahmen höchstens 170 Prozent der Mindestversorgung betragen; zahlen beide Beiträge zu einer privaten Krankenversicherung, erhöht sich diese Grenze um 260 Euro.
Was zieht das NLBV von der Beihilfe ab?
Statt einer jährlichen Pauschale kennt Niedersachsen Eigenbehalte bei einzelnen Leistungen. Sie mindern die beihilfefähigen Aufwendungen, bevor der Bemessungssatz angewendet wird. Die wichtigsten Fälle:
| Leistung | Eigenbehalt |
|---|---|
| Arznei- und Verbandmittel, nicht zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel, Fahrten | 10 Prozent, mindestens 5 und höchstens 10 Euro |
| zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel | 10 Prozent, höchstens 10 Euro für den Monatsbedarf |
| Haushaltshilfe, Soziotherapie | 10 Prozent, mindestens 5 und höchstens 10 Euro je Kalendertag |
| Krankenhaus, Anschlussrehabilitation, Suchtbehandlung | 10 Euro je Tag, höchstens 28 Tage im Kalenderjahr |
| stationäre Rehabilitation, medizinische Vorsorgeleistungen für Mütter und Väter, auch Mutter- oder Vater-Kind-Maßnahmen | 10 Euro je Tag |
| Heilmittel wie Physiotherapie, Komplextherapie | 10 Prozent und 10 Euro je Verordnung |
| häusliche Krankenpflege | 10 Prozent für die ersten 28 Tage im Kalenderjahr und 10 Euro je Verordnung |
Kein Eigenbehalt gilt unter anderem für Kinder unter 18 Jahren, ausgenommen Fahrten, und bei Schwangerschaft und Entbindung; alle Fälle und Ausnahmen nennt das Informationsblatt des NLBV zu den Eigenbehalten. Übersteigen die Eigenbehalte eines Jahres 2 Prozent der Einkünfte, bei chronischer Krankheit 1 Prozent, werden sie auf Antrag nicht weiter abgezogen; diesen Antrag stellen Sie bis zum Ende des Folgejahres. Bei Zahnersatz sind Material- und Laborkosten zu 60 Prozent beihilfefähig.
Was ist in Niedersachsen anders?
Niedersachsen kombiniert die Beihilfe zu den einzelnen Rechnungen mit einer pauschalen Beihilfe zum Krankenversicherungsbeitrag, die seit dem 1. Februar 2024 gewählt werden kann. Wahlleistungen im Krankenhaus wie Chefarzt oder Ein- und Zweibettzimmer sind nicht beihilfefähig. Statt einer Jahrespauschale gibt es Eigenbehalte je Leistung, und die Antragsfrist beträgt nur ein Jahr. Übernehmen Sie keine Tabellen anderer Länder; einen Vergleich bietet die Beihilfe-Übersicht.
Was gilt für Professoren und andere Hochschulbeamte?
Ob Sie Beihilfe erhalten, hängt von Ihrem Beamtenstatus und Ihrem Dienstherrn ab, nicht von der Bezeichnung Professorin oder Professor. Für verbeamtete Professorinnen und Professoren gelten die allgemeinen Regeln dieser Seite, wenn das NLBV ihre Beihilfe festsetzt; welche Stelle zuständig ist, steht auf dem Bescheid. Wichtig ist der Zeitpunkt der Berufung: Wird dabei ein Beamtenverhältnis neu begründet oder werden Sie von einem anderen Dienstherrn nach Niedersachsen versetzt, beginnt die einjährige Frist für die Wahl der pauschalen Beihilfe. Was eine Professur in Niedersachsen einbringt, steht unter Professorengehalt Niedersachsen.
Wer ist beihilfeberechtigt?
Beihilfeberechtigt sind Beamtinnen und Beamte, Ruhestandsbeamte, Witwen, Witwer und Waisen, solange Besoldung oder Versorgung gezahlt wird. Auch während der Elternzeit und eines Urlaubs ohne Bezüge von höchstens einem Monat bleibt der Anspruch bestehen. Ist das Beamtenverhältnis auf weniger als ein Jahr befristet, besteht kein Anspruch, es sei denn, Sie waren insgesamt ein Jahr ununterbrochen im öffentlichen Dienst. Tarifbeschäftigte haben nach Auskunft des NLBV nur dann Anspruch, wenn ihr Arbeitsverhältnis vor dem 1. Januar 1999 begründet wurde und seither ununterbrochen besteht. Bei einer Juniorprofessur auf Zeit, beim Wechsel aus einem anderen Land oder an einem Universitätsklinikum klären Sie früh, welche Stelle für Sie zuständig ist.
Gibt es in Niedersachsen eine pauschale Beihilfe?
Ja. Seit dem 1. Februar 2024 können Beihilfeberechtigte statt der Beihilfe zu einzelnen Rechnungen eine pauschale Beihilfe wählen. Das Land zahlt dann monatlich mit den Bezügen einen Zuschuss zu einer Krankheitskostenvollversicherung, nicht zur Pflegeversicherung:
| Ihre Versicherung | Pauschale Beihilfe | Bedingung |
|---|---|---|
| freiwillig gesetzlich versichert | die Hälfte Ihres nachgewiesenen Krankenversicherungsbeitrags | allgemeiner Beitragssatz und Zusatzbeitrag der Kasse |
| privat vollversichert | die Hälfte des nachgewiesenen Beitrags, höchstens die Hälfte des Beitrags im Basistarif | Versicherungsumfang 100 Prozent; Zusatz- und Ergänzungstarife zählen nicht |
| Angehörige | für jede berücksichtigungsfähige Person einzeln berechnet und addiert | Ehegatten nur, wenn ihre Einkünfte die Grenze von 22.000 Euro nicht überschreiten; bei pflichtversicherten Angehörigen die Hälfte des Beitrags nach Abzug des Arbeitgeberanteils |
Angerechnet werden Beiträge eines anderen Arbeitgebers oder eines Sozialleistungsträgers, sonstige Zuschüsse zum Krankenversicherungsbeitrag und anteilig Beitragsrückerstattungen; Erstattungen von Beiträgen während der Elternzeit bleiben außer Betracht. Anders als bei der Beihilfe zu den Rechnungen steigt die Pauschale im Ruhestand nicht. Wechseln Sie später zwischen gesetzlicher und privater Versicherung oder ändern den Umfang, wird höchstens der bisherige Betrag gezahlt; eine Ausnahme nennt das NLBV, wenn ein neues Beamtenverhältnis begründet wird, etwa bei Beamtinnen und Beamten auf Widerruf.
Den Antrag stellen Sie schriftlich mit dem Vordruck 2201 innerhalb einer Ausschlussfrist von einem Jahr und erklären zugleich den Verzicht auf die Beihilfe zu den Rechnungen. Die Frist beginnt mit einer neuen Beihilfeberechtigung, etwa wenn aus einem Beamtenverhältnis auf Widerruf eines auf Probe wird oder Sie von einem anderen Dienstherrn versetzt werden; die Ernennung auf Lebenszeit und der Eintritt in den Ruhestand eröffnen keine neue Wahl. Die pauschale Beihilfe gibt es ab dem Monat des Antrags, nicht rückwirkend und frühestens ab Beginn der Vollversicherung. Den Versicherungsnachweis können Sie bis zu sechs Monate nach dem Antrag nachreichen.
Die Entscheidung ist unwiderruflich und gilt auch im Ruhestand und für Ihre Angehörigen. Danach erhalten Sie Beihilfe nur noch zu Pflegeaufwendungen, in sehr seltenen Härtefällen zu einzelnen weiteren Leistungen. Wechseln Sie zu einem anderen Dienstherrn, gilt dessen Beihilferecht. Eine neue Möglichkeit, in die gesetzliche Krankenversicherung zu wechseln, schafft die pauschale Beihilfe nicht. Welche Länder ein solches Modell anbieten, zeigt die Übersicht der Bundesländer. Zur Wahl der Versicherung siehe Krankenversicherung für Professoren.
Passende Stellen
34 Professuren in Niedersachsen aktuell ausgeschrieben
Häufige Fragen
Was kann ich tun, wenn das Krankenhaus eine Vorauszahlung verlangt?
Fragen Sie im Krankenhaus nach einer Direktabrechnung; das NLBV kann grundsätzlich direkt mit Krankenhäusern abrechnen. Außerdem können Sie mit dem Vordruck 2724a eine Abschlagszahlung beantragen, die das NLBV auf Wunsch auch an das Krankenhaus zahlt. Mit Pflegediensten und Heimen rechnet das NLBV nicht direkt ab.
Kann ich Originalbelege einreichen?
Das ist nicht nötig. Zweitschriften oder Kopien genügen, solange Grund und Höhe der Aufwendungen daraus hervorgehen. Das NLBV kann davon absehen, Belege zurückzuschicken; bei einem berechtigten Interesse können Sie die Rücksendung verlangen, Arzneimittelrezepte ausgenommen.
Erhalte ich Beihilfe für meinen Ehepartner?
Ja, wenn Ihr Ehepartner nicht selbst beihilfeberechtigt ist und der Gesamtbetrag seiner Einkünfte im zweiten Kalenderjahr vor dem Antrag 22.000 Euro nicht überstiegen hat. Für seine Aufwendungen gilt dann ein Satz von 70 Prozent. Liegt das Einkommen im laufenden Jahr voraussichtlich unter der Grenze, ist eine Beihilfe unter Vorbehalt möglich.
Quellen
Wer über Ihren Antrag entscheidet
Über Ihren Antrag entscheidet das Niedersächsische Landesamt für Bezüge und Versorgung (NLBV) nach der NBhVO in der geltenden Fassung; verbindlich ist Ihr Beihilfebescheid.
- Niedersächsisches Beamtengesetz (NBG): § 80 Beihilfe (Abs. 1 Berechtigte, Abs. 3 Einkünftegrenze Ehegatten, Abs. 5 Bemessungssatz), Fassung ab 1. Januar 2025; § 80a pauschale Beihilfe, Fassung ab 20. Dezember 2023; § 80 NBG und § 80a NBG im NI-VORIS, abgerufen am 24.10.2026.
- Niedersächsische Beihilfeverordnung (NBhVO): § 43 Bemessung, § 45 Eigenbehalte und § 47 Antrag und Belege in der Fassung ab 1. August 2023, § 46 Befreiung von Eigenbehalten ab 1. Juli 2017, § 48 Antragsfrist ab 1. Oktober 2019, § 51 Bescheid und Rücksendung der Belege, § 51a Direktabrechnung, § 52 Abschlagszahlungen; NBhVO im NI-VORIS, abgerufen am 24.10.2026.
- Niedersächsisches Landesamt für Bezüge und Versorgung (NLBV): Formulare und Informationsblätter, FAQ Beihilfe, Bearbeitungszeiten, eBeihilfe-App: Registrierung und häufige Fragen, pauschale Beihilfe mit Fragen 1 bis 23, jeweils abgerufen am 24.10.2026.
- Informationsblätter des NLBV: Allgemeines Informationsblatt (Vordruck 2719, Stand 01.08.2025), Informationsblatt für neu eingestellte Beamtinnen und Beamte (Vordruck 2719a, Stand 01.02.2024), Informationsblatt pauschale Beihilfe (Vordruck 2205, Stand 09.2025), abgerufen am 24.10.2026.