Beihilfe für Beamte: Welche Regeln gelten für Sie?
Welche Beihilfe Sie erhalten, richtet sich nach Ihrem Dienstherrn. Bund und Länder unterscheiden sich bei Erstattungssätzen, Antragsfristen und der Unterstützung gesetzlich Versicherter. Wählen Sie hier den Bund oder Ihr Bundesland: Die jeweiligen Artikel führen zu den amtlichen Anträgen und erklären die Regeln für Ihren Fall.

Welche Beihilfe-Seite gilt für Sie?
Wählen Sie die Seite Ihres Dienstherrn. Unter jedem Namen steht die Stelle, die für dessen Beamte die Beihilfe festsetzt.
Beamte des Bundes erhalten Beihilfe nach der Bundesbeihilfeverordnung, Landesbeamte nach dem Recht ihres Landes, auch Professorinnen und Professoren an Landeshochschulen. Beamte von Gemeinden und anderen Dienstherren im Land erfahren bei ihrem Dienstherrn, welche Stelle für sie zuständig ist.
Beihilfe für Beamte auf einen Blick
- Zuständigkeit: Es gilt das Beihilferecht Ihres Dienstherrn, also des Bundes oder Ihres Landes; wo Sie wohnen, spielt keine Rolle.
- Beihilfesatz: Beim Bund und in den meisten Ländern erstattet die Beihilfe im aktiven Dienst 50 Prozent der beihilfefähigen Kosten, mit zwei oder mehr Kindern und im Ruhestand 70 Prozent; Hessen, Sachsen, Bremen und Schleswig-Holstein rechnen anders.
- Frist: Für den Antrag haben Sie je nach Dienstherr ein, zwei oder drei Jahre Zeit, in Baden-Württemberg bis zum Ende des zweiten Kalenderjahres nach dem Jahr der Rechnung; entscheidend ist in der Regel der Eingang bei der Beihilfestelle.
- Pauschale Beihilfe: Neun Länder zahlen auf Antrag statt der Beihilfe die Hälfte Ihres Krankenversicherungsbeitrags, bei privater Versicherung höchstens die Hälfte des Beitrags im Basistarif, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt einen Zuschuss in bestimmten Fällen; der Bund und fünf Länder zahlen keine.
- Wechsel: Wechseln Sie zu einem anderen Dienstherrn, gilt ab dann dessen Beihilferecht; eine pauschale Beihilfe nehmen Sie nicht mit.
Was ist Beihilfe?
Beihilfe ist der Anteil, den Ihr Dienstherr an Ihren Kosten bei Krankheit, Pflege und Geburt übernimmt. Sie ist keine Krankenversicherung: Erstattet wird ein fester Prozentsatz der beihilfefähigen Kosten, und den Rest sichern Sie selbst ab, meist mit einer privaten Krankenversicherung. Beihilfefähig ist, was medizinisch notwendig und der Höhe nach angemessen ist; das ist nicht automatisch der ganze Rechnungsbetrag.
Wie läuft ein Beihilfeantrag ab?
- Rechnung bezahlen. Mit privater Versicherung schulden Sie dem Arzt oder Krankenhaus die Rechnung selbst.
- Antrag einreichen. Sie schicken den Antrag mit den Belegen an Ihre Beihilfestelle, je nach Dienstherr per App, Portal oder Post. Den ersten Antrag stellen Sie vielerorts auf Papier, mit einem Nachweis Ihrer Krankenversicherung.
- Bescheid prüfen. Die Beihilfestelle legt fest, welcher Teil der Rechnung beihilfefähig ist, wendet Ihren Beihilfesatz an und zieht Eigenanteile ab.
- Rest bei der Versicherung einreichen. Den nicht erstatteten Teil übernimmt Ihre Krankenversicherung nach Ihrem Tarif.
Wer erhält Beihilfe?
Beihilfe erhalten Beamtinnen und Beamte, Richterinnen und Richter und Versorgungsempfänger, auch im Beamtenverhältnis auf Probe oder auf Zeit, etwa als Juniorprofessorin oder Juniorprofessor. Für ihren Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartner gibt es Beihilfe, wenn er nicht selbst beihilfeberechtigt ist und seine Einkünfte unter der Grenze bleiben, die der Dienstherr festlegt, für Kinder, solange sie im Familienzuschlag berücksichtigt werden. Wer heute als angestellte Professorin oder angestellter Professor berufen wird, erhält keine Beihilfe nach dem Beamtenrecht; Ansprüche aus alten Arbeitsverträgen gibt es nur noch in Altfällen, in Bremen und Hamburg etwa für Arbeitsverhältnisse aus der Zeit vor dem 1. April 1999.
Wie viel erstattet die Beihilfe?
Im aktiven Dienst erstattet die Beihilfe beim Bund und in den meisten Ländern 50 Prozent der beihilfefähigen Kosten, mit zwei oder mehr Kindern im Familienzuschlag 70 Prozent. Im Ruhestand sind es 70 Prozent, für den Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartner 70 und für Kinder 80 Prozent. Dieses Schema gilt beim Bund und in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Vier Länder rechnen anders:
| Land | Im aktiven Dienst | Im Ruhestand | Angehörige |
|---|---|---|---|
| Hessen | 50 % alleinstehend; mit berücksichtigungsfähigem Ehegatten 55 %, je berücksichtigungsfähigem Kind 5 Prozentpunkte mehr bis höchstens 70 %; der Satz gilt für die ganze Familie | 10 Prozentpunkte mehr | erhalten den Satz der beihilfeberechtigten Person |
| Sachsen | 50 % ohne Kind, 70 % mit einem Kind, 90 % mit zwei oder mehr Kindern; ein erhöhter Satz bleibt, wenn die Kinder später wegfallen | 70 %, mit zwei oder mehr Kindern 90 % | Ehegatte 90 % (70 % bei Pflichtversicherung wegen einer Rente), Kinder 90 % |
| Bremen | 50 %, mit zwei oder mehr Kindern 70 % | 60 % ohne Angehörige, mit Angehörigen 65 bis 80 % | Ehegatte 70 %, im Ruhestand 65 bis 80 %; Kinder 80 % |
| Schleswig-Holstein | 50 %, mit zwei oder mehr Kindern 70 % | 70 %; entpflichtete Hochschullehrer bleiben bei 50 % | Ehegatte 70 %, mit zwei oder mehr Kindern 90 %; Kinder 80 %, ab drei Kindern 90 % |
Ein Beispiel: Für eine voll beihilfefähige Arztrechnung über 1.000 Euro erstattet die Beihilfe bei einem Satz von 50 Prozent 500 Euro, bei 70 Prozent 700 Euro; den Rest reichen Sie bei Ihrer Krankenversicherung ein. Sind Sie freiwillig gesetzlich versichert und beziehen keine pauschale Beihilfe, ergänzt die Beihilfe nur die Leistung der Kasse; was sie dann noch erstattet, unterscheidet sich je Dienstherr deutlich und steht in der Tabelle der Beihilfesätze auf der Seite Ihres Dienstherrn.
Was zieht die Beihilfestelle ab?
Fast überall behält die Beihilfestelle kleine Beträge ein: einen festen Betrag im Jahr nach Besoldungsgruppe, Eigenanteile je Arzneimittel, Fahrt oder Krankenhaustag oder, wie in Bremen, beides. Die Jahresbeträge in der Tabelle sind die Grundbeträge für Aktive; mit Kindern sinken sie in Rheinland-Pfalz, im Saarland und in Schleswig-Holstein.
| Dienstherr | Art des Abzugs | Betrag | Wichtige Bedingung |
|---|---|---|---|
| Bund | Eigenbehalte je Leistung | 10 % der Kosten, mindestens 5 und höchstens 10 € je Arznei-, Hilfsmittel und Fahrt; 10 € je Krankenhaustag | Krankenhaus höchstens 28 Tage im Jahr; kein Abzug für Kinder unter 18 Jahren, außer bei Fahrten |
| Baden-Württemberg | Kostendämpfungspauschale je Kalenderjahr | für Aktive 180 € in W 1, 225 € in W 2, 275 € in W 3 | Besoldungsgruppe bei Rechnungsstellung; kein Abzug in A 1 bis A 7 |
| Bayern | Eigenbeteiligung je Arzneimittel | 3 € je verordnetem Arznei-, Verbandmittel und Medizinprodukt | nicht für Kinder, Waisen, Beamte auf Widerruf im Vorbereitungsdienst und Mitglieder einer gesetzlichen Krankenversicherung |
| Berlin | Eigenbehalt je Krankenhaustag | 10 € je Tag bei stationären Aufenthalten | Krankenhaus höchstens 28 Tage im Jahr; kein Abzug für Kinder unter 18 Jahren |
| Brandenburg | Eigenbehalte je Leistung | 10 % der Kosten, mindestens 5 und höchstens 10 € je Arznei-, Hilfsmittel und Fahrt; 10 € je Krankenhaustag | Krankenhaus höchstens 28 Tage im Jahr; kein Abzug für Kinder unter 18 Jahren, außer bei Fahrten |
| Bremen | Selbstbehalt je Jahr und Eigenbehalt je Arzneimittel | 48 € im Jahr und 6 € je Arznei- und Verbandmittel | Jahresbetrag nicht in A 5 bis A 9 und für Mitglieder einer gesetzlichen Krankenkasse; Arzneimittel-Abzug nicht für Kinder unter 18 Jahren |
| Hamburg | Eigenanteil je Arzneimittel und Fahrt | 10 % des Preises, mindestens 5 und höchstens 10 € | nicht für Mittel für berücksichtigungsfähige Kinder |
| Hessen | Eigenanteil je Arzneimittel und Fahrt | knapp 5 € je Arznei- und Verbandmittel, 10 € je einfache Fahrt | Arzneimittel-Abzug nicht unter 18 Jahren; Fahrt-Abzug höchstens 100 € im Monat für die Familie |
| Mecklenburg-Vorpommern | Eigenbehalte je Leistung | 10 % der Kosten, mindestens 5 und höchstens 10 € je Arznei-, Hilfsmittel und Fahrt; 10 € je Krankenhaustag | Krankenhaus höchstens 28 Tage im Jahr; kein Abzug für Kinder unter 18 Jahren, außer bei Fahrten |
| Niedersachsen | Eigenbehalte je Leistung | 10 % der Kosten, mindestens 5 und höchstens 10 € je Arznei-, Hilfsmittel und Fahrt; 10 € je Krankenhaustag | Krankenhaus höchstens 28 Tage im Jahr; kein Abzug für Kinder unter 18 Jahren, außer bei Fahrten |
| Nordrhein-Westfalen | Selbstbehalte im Krankenhaus und bei Zahnersatz | Chefarzt 10 €, Zweibettzimmer 15 € je Tag; Krankenhaus ohne Kassenzulassung 25 € je Tag | keine Kostendämpfungspauschale seit 2022; Krankenhaus-Selbstbehalte höchstens 500 € je Person und Jahr |
| Rheinland-Pfalz | Kostendämpfungspauschale je Kalenderjahr | bei voller Arbeitszeit 300 € in W 1, 450 € in W 2, 600 € in W 3 | 40 € weniger je berücksichtigungsfähigem Kind; nicht für Mitglieder einer gesetzlichen Krankenkasse |
| Saarland | Kostendämpfungspauschale je Kalenderjahr | bei voller Arbeitszeit 250 € in W 1, 400 € in W 2, 550 € in W 3 | 40 € weniger je berücksichtigungsfähigem Kind; nicht für Mitglieder einer gesetzlichen Krankenkasse |
| Sachsen | Eigenbeteiligung je Arzneimittel und Fahrt | 4 bis 5 € je Arzneimittel, 10 € je ärztlich verordneter Fahrt | nicht für Kinder und Waisen |
| Sachsen-Anhalt | Eigenbehalte je Leistung | 10 % der Kosten, mindestens 5 und höchstens 10 € je Arznei-, Hilfsmittel und Fahrt; 10 € je Krankenhaustag | Krankenhaus höchstens 28 Tage im Jahr; kein Abzug für Kinder unter 18 Jahren, außer bei Fahrten |
| Schleswig-Holstein | Selbstbehalt je Kalenderjahr | 250 € in W 1 und W 2, 400 € in W 3 | 25 € weniger je berücksichtigungsfähigem Kind |
| Thüringen | Eigenbehalt je Arzneimittel | 4 € je Arznei-, Verbandmittel und Medizinprodukt | nicht für Kinder, Waisen und Beamte auf Widerruf im Vorbereitungsdienst |
Bei den meisten Dienstherren zieht die Beihilfestelle auf Antrag für den Rest des Jahres keine Eigenbehalte mehr ab, sobald sie 2 Prozent Ihres Einkommens übersteigen, bei chronisch Kranken 1 Prozent.
Zahlt die Beihilfe Chefarzt und Zweibettzimmer?
Ob die Beihilfe Wahlleistungen im Krankenhaus übernimmt, also Chefarztbehandlung und Ein- oder Zweibettzimmer, hängt ganz vom Dienstherrn ab: Der Bund und fünf Länder zahlen sie, teils mit einem Abzug je Tag, Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz nur gegen einen Monatsbeitrag, acht Länder grundsätzlich nicht; Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern kennen eng begrenzte Altfälle. Wo die Beihilfe sie nicht übernimmt, sichern Sie Chefarzt und Zweibettzimmer über einen Zusatztarif Ihrer Krankenversicherung ab.
| Dienstherr | Chefarzt und Zweibettzimmer | Bedingung |
|---|---|---|
| Bund | beihilfefähig; Zimmer bis zu einem Tageshöchstbetrag, seit 1. April 2026 knapp 61 € | Wahlleistungsvereinbarung vor der Behandlung |
| Baden-Württemberg | nur gegen 22 € im Monat | Erklärung innerhalb von fünf Monaten nach Beginn der Beihilfeberechtigung |
| Bayern | beihilfefähig, abzüglich 25 € für den Chefarzt und rund 8 € für das Zweibettzimmer je Tag | Zimmer bis zu den Kosten eines Zweibettzimmers; Zimmerabzug höchstens 30 Tage im Jahr |
| Berlin | nicht beihilfefähig | Ausnahme für Altfälle mit Stichtag 1. April 1998 |
| Brandenburg | nicht beihilfefähig, auch nicht in Privatkliniken | Ausnahme für Schwerbehinderte, die es am 1. Januar 1999 schon waren |
| Bremen | nicht beihilfefähig | Absicherung über einen Zusatztarif der privaten Krankenversicherung |
| Hamburg | nicht beihilfefähig | gilt für Chefarzt sowie Ein- und Zweibettzimmer |
| Hessen | nur gegen knapp 19 € im Monat; Zweibettzimmer abzüglich 16 € je Tag | Erklärung innerhalb von drei Monaten nach Einstellung, Statuswechsel oder Versetzung zu einem hessischen Dienstherrn |
| Mecklenburg-Vorpommern | nicht beihilfefähig | Ausnahme für eng begrenzte Altfälle vor dem 1. September 2003 |
| Niedersachsen | nicht beihilfefähig | gilt für Chefarzt sowie Ein- und Zweibettzimmer |
| Nordrhein-Westfalen | beihilfefähig, abzüglich 10 € für den Chefarzt und 15 € für das Zweibettzimmer je Tag | Abzug höchstens 20 Tage im Jahr; Zimmer bis zum niedrigsten Zweibettzimmersatz der Fachabteilung |
| Rheinland-Pfalz | nur gegen 26 € im Monat; Zweibettzimmer abzüglich 12 € je Tag | Erklärung innerhalb von drei Monaten nach Beginn oder Umwandlung des Beamtenverhältnisses oder nach Versetzung oder Abordnung nach Rheinland-Pfalz |
| Saarland | nicht beihilfefähig | gilt auch für Leistungen von Heilpraktikern |
| Sachsen | beihilfefähig, Zweibettzimmer abzüglich knapp 15 € je Tag | Zimmer bis zu den Kosten eines Zweibettzimmers |
| Sachsen-Anhalt | beihilfefähig wie beim Bund | Zimmer bis zu einem festen Tageshöchstbetrag |
| Schleswig-Holstein | nicht beihilfefähig | gilt auch für Leistungen von Heilpraktikern |
| Thüringen | beihilfefähig, abzüglich 25 € für den Chefarzt und rund 8 € für das Zweibettzimmer je Tag | Zimmer bis zu den Kosten eines Zweibettzimmers |
Welche Antragsfrist gilt?
Je nach Dienstherr haben Sie ein, zwei oder drei Jahre Zeit, in Baden-Württemberg bis zum Ende des zweiten Kalenderjahres nach dem Jahr der Rechnung. Entscheidend ist in der Regel, wann der Antrag bei der Beihilfestelle eingeht, nicht wann Sie ihn abschicken; wer die Frist versäumt, verliert den Anspruch für diese Rechnung.
| Dienstherr | Antragsfrist | Die Frist beginnt mit |
|---|---|---|
| Bund | drei Jahre | dem Rechnungsdatum, bei Rezepten mit dem Kaufdatum |
| Baden-Württemberg | bis zum Ende des zweiten Kalenderjahres danach | dem Jahr, in dem die Aufwendung entstand oder die Rechnung erstmals ausgestellt wurde |
| Bayern | drei Jahre | dem Entstehen der Aufwendungen, etwa dem Kauf eines Medikaments, oder der Ausstellung der Rechnung |
| Berlin | drei Jahre | dem Rechnungsdatum |
| Brandenburg | drei Jahre | dem Rechnungsdatum |
| Bremen | ein Jahr | dem Entstehen der Aufwendung, spätestens mit der ersten Ausstellung der Rechnung |
| Hamburg | zwei Jahre | dem Entstehen der Aufwendungen oder der ersten Ausstellung der Rechnung; das ZPD rechnet vom Rechnungsdatum |
| Hessen | ein Jahr | dem Entstehen der Aufwendungen oder der ersten Ausstellung der Rechnung |
| Mecklenburg-Vorpommern | drei Jahre | dem Rechnungsdatum |
| Niedersachsen | ein Jahr | dem Rechnungsdatum, ohne gesonderte Rechnung mit dem Kaufdatum |
| Nordrhein-Westfalen | 24 Monate | dem Entstehen der Aufwendungen, spätestens mit der ersten Ausstellung der Rechnung |
| Rheinland-Pfalz | zwei Jahre | dem Entstehen der Aufwendungen; sie endet nicht vor zwei Jahren nach der ersten Ausstellung der Rechnung |
| Saarland | ein Jahr | dem Entstehen der Aufwendungen, spätestens mit der ersten Ausstellung der Rechnung |
| Sachsen | zwei Jahre | dem Entstehen der Aufwendungen oder der Ausstellung der Rechnung; das Landesamt rechnet vom Rechnungsdatum |
| Sachsen-Anhalt | drei Jahre | dem Rechnungsdatum oder dem Kauf |
| Schleswig-Holstein | zwei Jahre | dem Rechnungsdatum, bei Arzneimitteln mit dem Kaufdatum in der Apotheke |
| Thüringen | ein Jahr | dem Entstehen der Aufwendungen oder der Ausstellung der Rechnung |
Einen Mindestbetrag je Antrag verlangen der Bund, Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit mehr als 200 Euro, Bremen ebenfalls, wenn Sie privat versichert sind oder Ihre Krankenkasse Kosten erstattet hat, Niedersachsen ab 100 Euro und das Saarland mit mehr als 100 Euro; überall gibt es Ausnahmen, etwa wenn sonst die Frist abliefe. Rheinland-Pfalz, Sachsen und Schleswig-Holstein verlangen keinen Mindestbetrag. Für Pflegeleistungen und einige andere Fälle beginnt die Frist später; das erklärt der Fristabschnitt der jeweiligen Landesseite.
Individuelle oder pauschale Beihilfe: Was ist der Unterschied?
Bei der individuellen Beihilfe reichen Sie jede Rechnung ein und erhalten Ihren Beihilfesatz davon. Bei der pauschalen Beihilfe zahlt der Dienstherr stattdessen jeden Monat die Hälfte Ihres Krankenversicherungsbeitrags, bei privater Versicherung höchstens die Hälfte des Beitrags im Basistarif, und Rechnungen reichen Sie nur noch bei Ihrer Versicherung ein.
| Individuelle Beihilfe | Pauschale Beihilfe | |
|---|---|---|
| Was zahlt der Dienstherr? | seinen Beihilfesatz von jeder beihilfefähigen Rechnung | jeden Monat die Hälfte des Krankenversicherungsbeitrags, bei privater Versicherung höchstens die Hälfte des Beitrags im Basistarif |
| Mögliche Absicherung | private Krankenversicherung für den Rest oder freiwillige gesetzliche Krankenversicherung, deren Leistung die Beihilfe ergänzt | freiwillige gesetzliche Krankenversicherung oder private Vollversicherung |
| Im Ruhestand | der Satz steigt meist auf 70 % | der Zuschuss steigt nicht |
| Pflege | Beihilfe zu den Pflegekosten | Beihilfe zu den Pflegekosten bleibt; zum Beitrag der Pflegeversicherung zahlt die Pauschale nichts |
| Bindung | gilt, solange Sie nichts anderes wählen | die Wahl ist fast überall unwiderruflich und gilt auch für Ihre Angehörigen |
Welche Variante sich für Sie lohnt, hängt von Familie, Gesundheit, bisheriger Versicherung und Dienstherr ab; rechnen Sie beide Wege bis in den Ruhestand durch, bevor Sie sich festlegen. Die pauschale Beihilfe öffnet Ihnen keinen neuen Weg in die gesetzliche Krankenversicherung: Ob Sie sich als Beamter freiwillig gesetzlich versichern können, hängt von Ihrer bisherigen Versicherung ab. Die Beihilfe zu Sachleistungen, die Hessen freiwillig gesetzlich Versicherten ohne Zuschuss zum Beitrag zahlt, ist keine pauschale Beihilfe: Sie beträgt 50 Prozent und ist auf die Krankenversicherungsbeiträge der letzten zwölf Monate begrenzt.
Wo gibt es die pauschale Beihilfe?
Neun Länder bieten die pauschale Beihilfe als Wahl an: Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen und Thüringen. Schleswig-Holstein zahlt einen Zuschuss nur in bestimmten Fällen, Sachsen-Anhalt nur freiwillig gesetzlich Versicherten. Der Bund, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland bieten keine pauschale Beihilfe an.
| Land | Wer und seit wann | Antrag und Zahlungsbeginn | Bindung |
|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | seit 1. Januar 2023; freiwillig gesetzlich oder privat vollversichert | Antrag innerhalb von fünf Monaten nach Beginn einer neuen Beihilfeberechtigung, etwa bei Neueinstellung oder Versetzung aus einem anderen Land | unwiderruflich, auch im Ruhestand und für Angehörige |
| Berlin | seit 2020; freiwillig gesetzlich oder privat vollversichert | Antrag innerhalb von fünf Monaten nach Beginn der Beihilfeberechtigung in Berlin; ist sie vor dem 1. Oktober 2026 entstanden, bis zum 30. September 2027 | unwiderruflich, auch für Angehörige |
| Brandenburg | seit 2020; freiwillig gesetzlich oder in entsprechendem Umfang privat versichert | jederzeit; gezahlt wird ab dem Monat des Antragseingangs | unwiderruflich |
| Bremen | seit 2020; freiwillig gesetzlich oder in entsprechendem Umfang privat versichert | jederzeit; gezahlt wird ab dem Ersten des folgenden Monats | unwiderruflich, auch im Ruhestand |
| Hamburg | seit 1. August 2018; freiwillig gesetzlich oder in vergleichbarem Umfang privat vollversichert | schriftlicher Antrag; gezahlt wird nur für die Zukunft | unwiderruflich, auch für Angehörige; bleibt im Ruhestand |
| Mecklenburg-Vorpommern | seit 1. Mai 2026; freiwillig gesetzlich oder vollständig privat versichert | gezahlt wird ab dem Ersten des Monats nach dem Antragseingang, nicht rückwirkend | unwiderruflich, auch im Ruhestand |
| Niedersachsen | seit 1. Februar 2024; freiwillig gesetzlich oder privat vollversichert | Antrag innerhalb eines Jahres nach Beginn einer neuen Beihilfeberechtigung; gezahlt wird ab dem Monat des Antrags | unwiderruflich, auch im Ruhestand und für Angehörige |
| Sachsen | seit 1. Januar 2024; freiwillig gesetzlich oder vollständig privat versichert | jederzeit; gezahlt wird ab dem Ersten des Monats nach dem Antragseingang | unwiderruflich, auch im Ruhestand |
| Thüringen | seit 1. Januar 2020; freiwillig gesetzlich oder mindestens im Umfang der gesetzlichen Versicherung privat versichert | nur für die Zukunft; gezahlt wird frühestens ab dem Monat des Antragseingangs | unwiderruflich, auch im Ruhestand |
| Schleswig-Holstein | Zuschuss nur in vier Fällen, etwa für Beamte auf Zeit oder auf Widerruf oder wenn Sie bei der Versetzung nach Schleswig-Holstein eine pauschale Beihilfe verlieren | Antrag beim Dienstleistungszentrum Personal, im aktiven Dienst beim Fachbereich Besoldung | unwiderruflich, wenn Sie ihn als freiwillig gesetzlich Versicherter wegen eines nachteiligen Basistarifs erhalten |
| Sachsen-Anhalt | seit 1. Januar 2026 als Zuschuss nur für freiwillig gesetzlich Versicherte | gezahlt wird ab dem Monat des Antrags; Anträge bis zum 31. Dezember 2026 wirken auf den 1. Januar 2026 zurück | widerruflich zum Monatsbeginn, mit drei Monaten Vorlauf |
Gezahlt wird die Hälfte des Beitrags, bei privater Versicherung höchstens die Hälfte des Beitrags im Basistarif; in Baden-Württemberg sind das 2026 höchstens 509 Euro im Monat. Die Beihilfe zu Pflegekosten bleibt Ihnen erhalten. In Baden-Württemberg, Berlin und Niedersachsen läuft die Frist für den Antrag ab dem Tag, an dem Sie dort neu beihilfeberechtigt werden, meist mit der Ernennung oder Versetzung; die Ernennung auf Lebenszeit eröffnet keine neue Wahl.
Was ändert sich beim Wechsel des Dienstherrn?
Mit der Versetzung zum Bund oder in ein anderes Land gilt ab dann das Beihilferecht des neuen Dienstherrn: eine andere Beihilfestelle, andere Sätze, eine andere Antragsfrist. Prüfen Sie deshalb vor dem Wechsel, ob Ihre Krankenversicherung zum neuen Satz passt.
- Pauschale Beihilfe: Ihr bisheriges Land zahlt sie nicht weiter. Ob es beim neuen Dienstherrn eine gibt, richtet sich nach dessen Recht; der Bund kennt keine.
- Frist für die Wahl: Kommen Sie in ein Land mit pauschaler Beihilfe, beginnt mit der Versetzung in Baden-Württemberg und Berlin eine Frist von fünf Monaten, in Niedersachsen von einem Jahr. In Brandenburg, Bremen und Sachsen können Sie die pauschale Beihilfe jederzeit beantragen.
- Verlust einer Pauschale: Verlieren Sie durch die Versetzung nach Schleswig-Holstein eine pauschale Beihilfe, zahlt das Land auf Antrag einen Zuschuss in Höhe der Hälfte Ihres Beitrags.
- Wahlleistungen: Kommen Sie nach Baden-Württemberg, erklären Sie innerhalb von fünf Monaten, in Hessen und Rheinland-Pfalz innerhalb von drei Monaten, ob Sie Wahlleistungen gegen den Monatsbeitrag wollen; die Anlässe nennt die Tabelle der Wahlleistungen.
Was gilt für Professoren und andere Hochschulbeamte?
Verbeamtete Professorinnen und Professoren erhalten Beihilfe nach denselben Regeln wie andere Beamte ihres Dienstherrn; wer angestellt berufen wird, erhält keine. Professoren an Landeshochschulen sind Landesbeamte, die Bundesbeihilfe gilt an Hochschulen vor allem an den Universitäten der Bundeswehr und der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung.
- Berufung: Wird mit der Berufung ein Beamtenverhältnis neu begründet oder kommen Sie von einem anderen Dienstherrn, beginnen in Baden-Württemberg und Berlin die Fristen von fünf Monaten, in Niedersachsen die von einem Jahr für die Wahl der pauschalen Beihilfe. Klären Sie Ihre Krankenversicherung deshalb vor dem Dienstantritt; Hinweise dazu gibt Krankenversicherung für Professoren.
- Zuständige Stelle: In Nordrhein-Westfalen setzt meist die Hochschule selbst die Beihilfe fest, in Bayern für die Hochschulen im Geschäftsbereich des Wissenschaftsministeriums die Beihilfestelle Landshut. Welche Stelle für Sie zuständig ist, steht auf Ihrem Beihilfebescheid.
- Entpflichtung: Entpflichtete Hochschullehrer bleiben in der Regel im Schema der aktiven Beamten: grundsätzlich 50 Prozent, je nach Dienstherr 70 Prozent mit zwei oder mehr Kindern oder wenn eine weitere Beihilfeberechtigung diesen Satz ergäbe.
Wann eine Professur verbeamtet wird, erklärt Verbeamtung als Professor, was sich im Ruhestand ändert, Professor im Ruhestand und Beamtenpension.
Was sollten Sie vor dem Dienstantritt klären?
- Dienstherr: Bund oder welches Land? Davon hängen Beihilfestelle, Satz und Frist ab; den Weg zur richtigen Seite zeigt die Auswahl oben.
- Versicherung: Private Krankenversicherung für den Rest oder freiwillige gesetzliche Versicherung, gegebenenfalls mit pauschaler Beihilfe; beachten Sie die Frist für die Wahl.
- Familie: Ehegatte und Kinder können Ihren Satz und Ihre Versicherung verändern; für den Ehegatten zählt seine Einkommensgrenze.
- Wahlleistungen: In Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz rechtzeitig erklären; wo die Beihilfe sie nicht übernimmt, über einen Zusatztarif absichern.
- Erster Antrag: Nachweis der Krankenversicherung bereithalten; danach steht vielerorts die Beihilfe-App offen.
Häufige Fragen
Bekomme ich als angestellte Professorin oder angestellter Professor Beihilfe?
Nein, wenn Sie heute angestellt berufen werden. Der Anspruch hängt am Beamtenstatus, nicht an der Amtsbezeichnung: Wer im Angestelltenverhältnis auf eine Professur berufen wird, ist gesetzlich oder privat krankenversichert wie andere Beschäftigte. Nur alte Arbeitsverträge tragen in einzelnen Ländern noch einen Anspruch, in Bremen und Hamburg etwa aus der Zeit vor dem 1. April 1999. Prüfen Sie deshalb vor der Unterschrift, welcher Status im Ruf steht; die Absicherung erklärt Krankenversicherung für Professoren. Bei einer Juniorprofessur im Beamtenverhältnis auf Zeit besteht der Anspruch für die Dauer des Beamtenverhältnisses.
Wie lange habe ich Zeit, den Beihilfeantrag zu stellen?
Je nach Dienstherr ein, zwei oder drei Jahre, in Baden-Württemberg bis zum Ende des zweiten Kalenderjahres nach dem Jahr der Rechnung: beim Bund drei Jahre ab dem Rechnungsdatum, in Hessen, Niedersachsen, Bremen, Thüringen und dem Saarland nur ein Jahr. Die Frist für Ihren Dienstherrn und ihren Beginn zeigt die Tabelle der Antragsfristen.
Was bleibt vom Gehalt, wenn Beihilfe und PKV-Beitrag zusammenkommen?
Der Beitrag der privaten Krankenversicherung hängt von Eintrittsalter, Tarif und dem Beihilfesatz ab, den er ergänzt. Was vom Bruttogehalt bleibt, wenn Sie Ihren Beitrag eintragen, zeigt der Gehaltsrechner: W 2 mit PKV berechnen oder W 3 mit PKV berechnen; das Bundesland wählen Sie im Rechner, weil die W-Grundgehälter Landesrecht sind. Die Beihilfe selbst setzt Ihre Beihilfestelle im Bescheid fest.
Lohnt sich die pauschale Beihilfe?
Das hängt von Ihrem Fall ab, eine allgemeine Antwort gibt es nicht. Zwei Punkte gehören in jede Rechnung: Die individuelle Beihilfe steigt im Ruhestand meist von 50 auf 70 Prozent, die pauschale Beihilfe bleibt ein hälftiger, bei privater Versicherung begrenzter Zuschuss zum Beitrag. Und die Wahl ist fast überall unwiderruflich und gilt auch für Ihre Angehörigen. Welche Länder die pauschale Beihilfe anbieten, zeigt die Übersicht der Länder.
Wie hoch darf das Einkommen meines Ehepartners sein?
Das legt jeder Dienstherr selbst fest, und die Grenzen liegen weit auseinander: In Bremen gibt es für Ihren Ehegatten keine Beihilfe mehr, wenn seine Einkünfte im Kalenderjahr vor dem Antrag 12.000 Euro übersteigen; beim Bund liegt die Grenze für Anträge im Jahr 2026 bei 22.648 Euro, in Hessen nach Angabe des Regierungspräsidiums Kassel für 2026 bei 24.696 Euro. Ist Ihr Ehegatte selbst beihilfeberechtigt, erhält er Beihilfe von seinem eigenen Dienstherrn. Den Betrag und das maßgebliche Jahr nennt die Tabelle der Beihilfesätze auf der Seite Ihres Dienstherrn.
Quellen
Wer über Ihren Antrag entscheidet
Zuständig ist die Beihilfestelle Ihres Dienstherrn. Welche Aufwendungen beihilfefähig sind und in welcher Höhe, steht in der Beihilfeverordnung, die für diesen Dienstherrn gilt; verbindlich ist Ihr Beihilfebescheid.
- Beihilfe-Artikel dieser Serie: Die Angaben zu Zuständigkeit, Beihilfesätzen, Eigenanteilen, Wahlleistungen, Antragsfristen und pauschaler Beihilfe stammen aus den Artikeln für den Bund, Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, das Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Jeder Artikel nennt im eigenen Quellenblock die Beamtengesetze, Beihilfeverordnungen und Merkblätter der Beihilfestelle mit Fundstelle und Abrufdatum; Stand Oktober 2026.
- Bundesbeihilfeverordnung (BBhV): § 46 Bemessung der Beihilfe und § 54 Antragsfrist, abgerufen am 30.10.2026.
- Bundesbeamtengesetz (BBG): § 80 Beihilfe in Krankheits-, Pflege- und Geburtsfällen, abgerufen am 30.10.2026.