Beihilfe Sachsen: Antrag, Formulare und Beihilfesätze

Für Beamtinnen und Beamte des Freistaats Sachsen setzt das Landesamt für Steuern und Finanzen die Beihilfe fest. Hier finden Sie die amtlichen Zugänge zu Formularen und Merkblättern sowie die Regeln zu Frist, Beihilfesätzen bis 90 Prozent und Eigenanteilen. Statt der Beihilfe zu einzelnen Rechnungen können Sie seit 2024 unter bestimmten Voraussetzungen die pauschale Beihilfe zum Krankenversicherungsbeitrag wählen.

Die Links führen zu den amtlichen Angeboten des Landesamts für Steuern und Finanzen. Dort finden Sie die Vordrucke, das Merkblatt mit wichtigen Informationen für neu ernannte Beamte, den Langantrag für den ersten Antrag und die Hinweise mit dem Antrag auf pauschale Beihilfe.

Von Aktualisiert: 30. Oktober 2026 · Quellenstand 10/2026
Eine Frau prüft Unterlagen an einem Schreibtisch mit Laptop.

Beihilfe Sachsen auf einen Blick

  • Zuständigkeit: Das Landesamt für Steuern und Finanzen ist die Beihilfestelle für Beamtinnen, Beamte und Versorgungsempfänger des Freistaats Sachsen; maßgeblich ist Ihr Dienstherr, nicht Ihr Wohnort.
  • Erster Antrag: Für den ersten Antrag nehmen Sie den Langantrag; welche Unterlagen dazugehören, erklärt der Abschnitt zum Erstantrag.
  • Frist: Ihr Antrag muss innerhalb von zwei Jahren nach dem Entstehen der Aufwendungen oder der Ausstellung der Rechnung beim Landesamt eingehen; einen Mindestbetrag gibt es nicht.
  • Beihilfesatz: Wie viel Beihilfe Sie erhalten, hängt in Sachsen vor allem von der Zahl Ihrer Kinder ab; die Tabelle im Abschnitt zu den Beihilfesätzen nennt jeden Satz mit seinen Voraussetzungen.
  • Pauschale Beihilfe: Statt der Beihilfe zu einzelnen Rechnungen können Sie unter bestimmten Voraussetzungen einen Zuschuss zum Krankenversicherungsbeitrag wählen; wer ihn erhält, ab wann und in welcher Höhe, erklärt der Abschnitt zur pauschalen Beihilfe.

Vordrucke und Anträge

Inhalt

Wie beantrage ich Beihilfe in Sachsen?

Als Beamtin oder Beamter des Freistaats Sachsen beantragen Sie Beihilfe beim Landesamt für Steuern und Finanzen, mit dem Antragsvordruck per Post; eine Beihilfe-App führt das Landesamt gerade ein. Beamte von Gemeinden, Landkreisen und anderen Dienstherren im Land erfahren bei ihrem Dienstherrn, welche Stelle ihre Beihilfe festsetzt; die folgenden Wege und Formulare gelten für das Landesamt für Steuern und Finanzen. So gehen Sie vor:

  1. Zuständige Stelle klären. Für die Beamtinnen und Beamten des Freistaats ist das Landesamt für Steuern und Finanzen die Beihilfestelle; es steht auch auf einem vorhandenen Bescheid.
  2. Antrag ausfüllen. Nehmen Sie den Langantrag oder, wenn keiner der Fälle der Formulartabelle vorliegt, die den Langantrag verlangen, den Kurzantrag, tragen Sie Ihre Personalnummer ein und legen Sie die Belege als Kopien bei. Für Pflegeaufwendungen fügen Sie die Anlage „Pflege“ bei.
  3. Antrag einreichen. Schicken Sie den Antrag an die zentrale Scanstelle: Landesamt für Steuern und Finanzen, Postfach 54 06, 97004 Würzburg. Bearbeitet wird er in Dresden und Chemnitz; den Bescheid erhalten Sie vom Landesamt. Was Sie künftig über die App einreichen können, steht im Abschnitt zur App.
  4. Bescheid prüfen. Achten Sie auf die anerkannten Beträge, abgezogene Eigenbeteiligungen und Hinweise auf fehlende Unterlagen.

Was sollte ich vor dem Absenden prüfen?

  • Belege: Reichen Sie nur Kopien ein; das Landesamt schickt keine Belege zurück, sondern bewahrt sie nach dem Einscannen 14 Wochen auf und vernichtet sie dann. Heften, klammern und kleben Sie die Unterlagen nicht und verwenden Sie keine Haftnotizen.
  • Rezepte: Auf Apothekenbelegen müssen Apothekennummer, Pharmazentralnummer, Preis und Abgabedatum stehen. Für ein E-Rezept legen Sie den Ausdruck zusammen mit dem Abgabebeleg der Apotheke bei, weil die Beihilfestelle nicht an die Telematikinfrastruktur angeschlossen ist.
  • Krankenversicherung: Beim ersten Antrag und bei Änderungen gehört ein Nachweis Ihres Versicherungsschutzes dazu; Einzelheiten stehen im Abschnitt zum Erstantrag.
  • Unfall: Hängen Aufwendungen mit einem Unfall zusammen, kennzeichnen Sie die Belege und geben Sie im Antrag an, ob jemand Schadensersatz schulden könnte.

Welche Formulare brauche ich?

Beim Landesamt für Steuern und Finanzen gibt es einen Langantrag, einen Kurzantrag, eine Anlage für Pflegeaufwendungen und einen eigenen Antrag auf pauschale Beihilfe; alle Anträge gibt es auch als ausfüllbare PDF-Datei.

Ihre SituationPassendes Formular
Sie beantragen erstmals Beihilfe in Sachsen.Antrag auf Beihilfe Langfassung; Unterlagen unter Erstantrag
Seit dem letzten Antrag hat sich bei Ihnen oder Ihren Angehörigen etwas geändert: Ausbildungs-, Dienst- oder Beschäftigungsverhältnis, Versorgung, Beurlaubung, Familienstand, die Zuordnung des Familienzuschlags für Kinder oder die Berücksichtigung eines Kindes bei einem anderen Elternteil, der Wechsel zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung, eine andere Beihilfeberechtigung, anderweitige Ansprüche oder ein Anspruch auf Kostenerstattung, eine Pflichtversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung wegen einer Rente beim Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartner oder bei Hinterbliebenen, auch wenn eine Befreiung davon beantragt wurde, oder Ihre Anschrift; oder Sie beantragen Beihilfe nach einem Unfall oder einer Verletzung, die Geburtspauschale oder eine Auszahlung an Dritte.Antrag auf Beihilfe Langfassung
Geändert haben sich nur die Einkünfte Ihres Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartners oder, als Witwe oder Witwer, Ihre eigenen Einkünfte.Antrag auf Beihilfe Kurzfassung mit dem Formblatt zu den Einkünften
Keiner dieser Fälle liegt vor.Antrag auf Beihilfe Kurzfassung; künftig auch die Beihilfe-App
Sie oder Angehörige haben Pflegeaufwendungen.Anlage „Pflege“ zum Antrag, für Pflegegeld der Antrag Pflegegeld
Kinder sind bei zwei Beihilfeberechtigten berücksichtigungsfähig.Erklärung zum Bezug von Beihilfe zum erhöhten Bemessungssatz; Hintergrund in der Tabelle der Beihilfesätze
Eine Kur, eine stationäre Rehabilitation oder eine Mutter-Kind- oder Vater-Kind-Maßnahme ist geplant, oder eine ambulante Psychotherapie soll als Langzeittherapie laufen.Wenden Sie sich vor Behandlungsbeginn an die Voranerkennung des Landesamts; die Antragsunterlagen schickt es Ihnen zu
Eine kieferorthopädische Behandlung steht an.Heil- und Kostenplan vor Behandlungsbeginn an das Landesamt, dazu der Vordruck „Ergänzende Angaben zur kieferorthopädischen Behandlung“; die Verlängerung über vier Jahre hinaus und bei schweren Kieferanomalien eine kombinierte kieferchirurgische und kieferorthopädische Behandlung muss das Landesamt vorher anerkennen
Eine stationäre Behandlung im Krankenhaus oder in einer Reha-Einrichtung steht an oder Sie ziehen zur vollstationären Pflege in eine Pflegeeinrichtung.Antrag auf Zusage der Beihilfezahlung (Direktabrechnung) für Krankenhaus, Reha-Einrichtung oder Pflegeeinrichtung; Voraussetzungen unter der Tabelle
Eine andere Person soll für Sie handeln.Vordruck Vollmacht
Sie wählen die pauschale Beihilfe.Antrag auf pauschale Beihilfe; Voraussetzungen im Abschnitt zur pauschalen Beihilfe

Bei einer stationären Behandlung im Inland im Krankenhaus oder in einer Reha-Einrichtung und bei vollstationärer Pflege in einer Pflegeeinrichtung, nicht aber bei Kurzzeit- oder Verhinderungspflege, können Sie die Einrichtung ermächtigen, direkt mit der Beihilfestelle abzurechnen und die Beihilfe unmittelbar zu erhalten; beim Krankenhaus geht das nach dem Antragsvordruck nicht beim ersten Beihilfeantrag, nach Änderungen Ihrer persönlichen Verhältnisse oder Ihres Versicherungsschutzes, bei anderen Ansprüchen auf Krankenfürsorge wie Heilfürsorge und bei einer Behandlung nach einem Unfall. Verlangt ein Krankenhaus, eine Reha-Einrichtung, eine Dialyseeinrichtung oder eine Pflegeeinrichtung trotz Nachweis Ihrer Beihilfeberechtigung eine Vorauszahlung, zahlt das Landesamt auf Antrag kurz vor Behandlungsbeginn einen Abschlag; für sonstige Behandlungen gibt es keinen Abschlag.

Alle Vordrucke stehen auf der Formularseite des Landesamts für Steuern und Finanzen.

Welche Unterlagen gehören zum Erstantrag?

Zum ersten Antrag gehören der vollständig ausgefüllte und unterschriebene Langantrag mit den Belegen als Kopie und ein Nachweis Ihrer Krankenversicherung und der Ihrer Angehörigen: bei privater Versicherung der Versicherungsschein mit Beginn, Art des Versicherungsschutzes und Pflegeversicherung, bei gesetzlicher Versicherung eine Bescheinigung der Krankenkasse über Beginn und Art der Mitgliedschaft. Den Versicherungsnachweis reichen Sie danach nur bei einer Änderung erneut ein. Wollen Sie Aufwendungen Ihres Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartners geltend machen, erklären Sie dessen Einkünfte mit dem Formblatt des Landesamts und legen auf Verlangen die Steuerbescheide bei. Einen Antrag stellen Sie erst, wenn Sie beihilfeberechtigt sind und mindestens eine Rechnung vorliegt, außer wenn Sie nur die Geburtspauschale beantragen; ein eigenes Anmeldeverfahren gibt es nicht.

Langantrag und Kurzantrag beim Landesamt für Steuern und Finanzen

Wie Sie künftig Belege digital einreichen, steht im Abschnitt zur App.

Wie funktioniert die Beihilfe-App?

Das Landesamt führt die kostenlose App „Beihilfe Freistaat Sachsen“ ein; seine Hinweise zur App gelten ab ihrer Bereitstellung, bis dahin reichen Sie Anträge per Post ein. Über die App reichen Sie Belege ohne Kurzantrag ein, indem Sie sie fotografieren oder als PDF-Datei hochladen; den ersten Antrag, alle Fälle, für die die Formulartabelle den Langantrag nennt, und Änderungen der Einkünfte Ihres Ehegatten oder Lebenspartners oder als Witwe oder Witwer Ihrer eigenen Einkünfte reichen Sie weiter auf Papier ein.

Nutzen darf die App nur die beihilfeberechtigte Person selbst, nicht eine bevollmächtigte Person; Belege Ihrer Angehörigen können Sie darüber einreichen, wenn auf dem Beleg steht, für wen die Leistung war. Auf einem Gerät lässt sich die App nur für eine Personalnummer registrieren. Reichen Sie dieselben Belege nicht zusätzlich per Post ein und bewahren Sie die Originale auf, weil das Landesamt sie im Einzelfall anfordern kann.

Hinweise zur Beihilfe-App beim Landesamt für Steuern und Finanzen

Welche Frist gilt für den Beihilfeantrag?

In Sachsen beantragen Sie Beihilfe innerhalb von zwei Jahren nach dem Entstehen der Aufwendungen oder der Ausstellung der Rechnung; maßgeblich ist nach Angabe des Landesamts das Rechnungsdatum. Ihr Antrag muss vor Ablauf der Frist beim Landesamt eingehen: Für eine Rechnung vom 2. März 2026 muss er spätestens am 2. März 2028 dort sein. Planen Sie den Postweg zur Scanstelle in Würzburg ein.

Einen Mindestbetrag gibt es nicht; das Landesamt bittet, Rechnungen zeitnah und unabhängig von ihrer Höhe einzureichen, statt sie lange zu sammeln. Eigene Fristbeginne gelten bei Pflegeleistungen (letzter Tag des Monats, in dem gepflegt wurde), bei der Beihilfe aus Anlass einer Geburt, einer Adoption oder der Aufnahme eines Kindes in den Haushalt (Tag der Geburt, der Annahme oder der Aufnahme) und wenn ein Sozialhilfeträger vorgeleistet hat (Erster des Monats nach seiner Zahlung). Für die pauschale Beihilfe gelten eigene Regeln zu Antrag und Zahlungsbeginn; sie stehen im Abschnitt zur pauschalen Beihilfe.

Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine individuelle Beratung. Prüfen Sie die für Ihren Fall geltenden Voraussetzungen und Antragsfristen rechtzeitig bei Ihrer zuständigen Beihilfestelle.

Wie lange dauert die Bearbeitung?

Wie lange die Bearbeitung eines Beihilfeantrags derzeit im Durchschnitt dauert, veröffentlicht das Landesamt auf seiner Seite zu den Bearbeitungszeiten; gezählt wird vom Eingang des Antrags bis zum Tag, an dem der Bescheid erstellt wird. Anträge mit einer Rechnungssumme über 3.000 Euro und Pflegeanträge bearbeitet es nach eigener Angabe vorrangig.

Aktuelle Bearbeitungszeit beim Landesamt für Steuern und Finanzen ansehen

Die Beihilfestelle erreichen Sie unter 0351 827-19339, montags und freitags von 8:30 bis 12 Uhr, dienstags und donnerstags von 13:30 bis 16:30 Uhr; im Auswahlmenü führt die 1 zum Stand Ihres Antrags. Schnellere Hilfe als ein Anruf bieten oft die häufigen Fragen und Merkblätter des Landesamts.

Wie hoch ist die Beihilfe in Sachsen?

Sachsen legt die Bemessungssätze im Sächsischen Beamtengesetz fest und hebt sie seit dem 1. Januar 2024 mit der Zahl der Kinder an; maßgeblich ist der Satz zu dem Zeitpunkt, zu dem die Leistung erbracht wird. Erstattet wird dieser Anteil der beihilfefähigen Aufwendungen, nicht automatisch der volle Rechnungsbetrag:

Ihre SituationBemessungssatzVoraussetzung
Beamtin oder Beamter ohne Kind, auch Professoren50 %Grundsatz; gilt auch mit Kindern, wenn Sie Anspruch auf Heilfürsorge haben
Beamtin oder Beamter mit einem Kind70 %Kind im Familienzuschlag berücksichtigungsfähig; ist es das auch bei einer zweiten beihilfeberechtigten Person, erhält nur eine von beiden den erhöhten Satz, die andere 50 %
Beamtin oder Beamter mit zwei oder mehr Kindern90 %Kinder im Familienzuschlag berücksichtigungsfähig; bei zwei beihilfeberechtigten Eltern nur einer von beiden
Versorgungsempfänger im Ruhestand70 %Anspruch auf Ruhegehalt, weniger als zwei Kinder berücksichtigungsfähig
Versorgungsempfänger im Ruhestand mit zwei oder mehr Kindern90 %Kinder im Familienzuschlag berücksichtigungsfähig; bei zwei Beihilfeberechtigten nur einer von beiden
Ehegatte oder eingetragener Lebenspartner90 %nicht selbst beihilfeberechtigt; Einkünfte im Durchschnitt der drei Kalenderjahre vor der Behandlung nicht über der Einkommensgrenze, nach Angabe des Landesamts 20.180 Euro im Jahr 2026 und 21.290 Euro im Jahr 2027, angepasst mit der Besoldung; 70 %, wenn er wegen einer Rente in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert ist
Kind90 %im Familienzuschlag berücksichtigungsfähig
Witwe oder Witwer70 %90 %, wenn der Versorgungsfall nach dem 1. Januar 2024 eingetreten ist, die eigenen Einkünfte ohne das Witwengeld unter der Einkommensgrenze liegen und keine Pflichtversicherung wegen einer Rente besteht
Waise90 %am 1. Januar 2024 bereits vorhandene Waisen 80 %
Versicherung schließt Leistungen für eine Krankheit ausplus 20 Prozentpunkte, höchstens 90 %trotz ausreichender und rechtzeitiger Versicherung individueller Ausschluss wegen angeborener Leiden oder bestimmter Krankheiten, im Versicherungsschein als persönliche Sonderbedingung ausgewiesen und nicht durch einen Risikozuschlag abwendbar, oder Leistungen auf Dauer eingestellt; allgemeine Tarifausschlüsse, Ausschlüsse nur in Zusatzversicherungen und Wartezeiten zählen nicht; der Versicherer erfüllt die gesetzlichen Mindestbedingungen

Ein erhöhter Satz von 70 oder 90 Prozent für Krankheitskosten sinkt nicht, wenn die Kinder später aus dem Familienzuschlag fallen, sofern sie nach dem 31. Dezember 2023 berücksichtigungsfähig waren; er gilt dann auch im Ruhestand weiter, endet aber, wenn er später einer anderen beihilfeberechtigten Person zugeordnet wird. Sind die Kinder bei zwei Beihilfeberechtigten berücksichtigungsfähig, bestimmen beide mit einer gemeinsamen Erklärung, wer den erhöhten Satz erhält; die Erklärung ist grundsätzlich unwiderruflich und nur in Ausnahmefällen änderbar, und die Beihilfe für die Kinder selbst erhält, wer den Familienzuschlag für sie bezieht. Für Pflegeaufwendungen gelten eigene, niedrigere Sätze: 50 Prozent für Beamte mit weniger als zwei Kindern, 70 Prozent mit zwei oder mehr Kindern, im Ruhestand und für Ehegatten, 80 Prozent für Kinder; der erhöhte Pflegesatz von 70 Prozent sinkt nicht, wenn nach dem 31. Dezember 2012 zwei oder mehr Kinder berücksichtigungsfähig waren, und wer von der sozialen Pflegeversicherung Leistungen zur Hälfte erhält, bekommt dazu 50 Prozent.

Sind Sie gesetzlich krankenversichert, gibt es Beihilfe nur zu Zahnersatz, Leistungen von Heilpraktikern, Sehhilfen ab 18 Jahren und Wahlleistungen im Krankenhaus; als freiwilliges Mitglied erhalten Sie dabei den Rest nach der Kassenleistung zu 100 Prozent, Aufwendungen ohne Kassenleistung zum Satz der Tabelle.

Wer keine pauschale Beihilfe erhält, bekommt nach dem Sächsischen Beamtengesetz zusätzlich monatlich den Beitrag einer zur Beihilfe passenden privaten Krankenversicherung seiner berücksichtigungsfähigen Angehörigen erstattet, höchstens 104 Euro für den Ehegatten oder Lebenspartner und gut 21 Euro für jedes Kind. Den Beitrag einer zur Beihilfe passenden privaten Pflegeversicherung des Ehegatten oder Lebenspartners erstattet das Land außerdem bis gut 33 Euro im Monat; die genauen Höchstbeträge stehen im Gesetz.

Beihilfefähig ist, was medizinisch notwendig und wirtschaftlich angemessen ist; ärztliche Gebühren über dem Schwellenwert der Gebührenordnung erkennt das Landesamt nur bei begründeten besonderen Umständen an.

Welche Eigenanteile zieht die Beihilfestelle ab?

Je verordnetem Arzneimittel, stofflichem Medizinprodukt und Verbandmittel zieht die Beihilfestelle eine Eigenbeteiligung ab, die mit dem Abgabepreis steigt: 4 Euro bei einem Abgabepreis bis 16 Euro, aber nie mehr als die Kosten des Mittels, bis zu 5 Euro bei teureren Mitteln. Ausgenommen sind Kinder und Waisen, Schwangere, Personen, die Leistungen für vollstationäre Pflege erhalten, Versorgungsempfänger mit Bezügen bis knapp über dem Mindestruhegehalt sowie Spender von Organen, Geweben, Blutstammzellen oder anderen Blutbestandteilen, wenn der Empfänger der Spende beihilfeberechtigt oder berücksichtigungsfähig ist. Bei ärztlich verordneten Fahrten werden 10 Euro je einfache Fahrt abgezogen, nicht aber bei Fahrten zur ambulanten Dialyse, zur onkologischen Strahlen- oder Chemotherapie und bei einer aus zwingenden medizinischen Gründen notwendigen Verlegung in ein anderes Krankenhaus, für Menschen mit Schwerbehindertenausweis mit dem Merkzeichen G, aG, Bl oder H oder mit Pflegegrad 3 oder höher und für die genannten Spender. Für allgemeine Krankenhausleistungen und Heilmittel kennt Sachsen keine Eigenbeteiligung; liegen die Preise über den Höchstbeträgen der Beihilfeverordnung, tragen Sie den Rest.

Auf Antrag zieht die Beihilfestelle die Eigenbeteiligungen bis zum Ende des Kalenderjahres nicht mehr ab, sobald sie für Sie und Ihre Angehörigen zusammen 2 Prozent des Gesamtbetrags Ihrer Einkünfte übersteigen, bei schwerwiegend chronisch Kranken 1 Prozent; maßgeblich sind die Einkünfte im zweiten Kalenderjahr vor dem Antrag, die Sie mit dem Steuerbescheid belegen.

Wahlleistungen im Krankenhaus sind in Sachsen beihilfefähig: wahlärztliche Leistungen, etwa die Chefarztbehandlung, und die Unterbringung bis zu den Kosten eines Zweibettzimmers. Für die Unterbringung als Wahlleistung zieht die Beihilfestelle knapp 15 Euro je Aufenthaltstag ab, den in der Beihilfeverordnung festgelegten Betrag; Aufnahme- und Entlassungstag zählen zusammen als ein Tag. Bei den genannten Spendern entfällt dieser Abzug, soweit die Unterbringung vom Versicherungsschutz des Spenders umfasst ist.

Was ist in Sachsen anders?

Sachsen hat eine eigene Beihilfeverordnung und regelt die Grundsätze im Sächsischen Beamtengesetz. Die Besonderheiten sind die Beihilfesätze nach Kinderzahl bis 90 Prozent, die nach dem Wegfall der Kinder nicht wieder sinken, die enge Beihilfe für gesetzlich Versicherte, die Erstattung von Versicherungsbeiträgen für Angehörige und die pauschale Beihilfe seit dem 1. Januar 2024. Leistungen von Heilpraktikern sind bis zu den Höchstbeträgen der Beihilfeverordnung beihilfefähig. Wie die anderen Länder die Beihilfe regeln, zeigt die Beihilfe-Übersicht.

Wie funktioniert die pauschale Beihilfe in Sachsen?

Auf Antrag zahlt Sachsen seit dem 1. Januar 2024 statt der Beihilfe zu einzelnen Rechnungen eine pauschale Beihilfe, monatlich mit den Bezügen: die Hälfte Ihres nachgewiesenen Krankenversicherungsbeitrags, bei privater Versicherung höchstens die Hälfte des Beitrags im Basistarif. Voraussetzung ist, dass Sie freiwillig gesetzlich oder vollständig privat krankenversichert sind und schriftlich auf die Beihilfe zu einzelnen Rechnungen verzichten.

  • Beginn: Eine Frist für die Wahl gibt es nicht; Sie können die pauschale Beihilfe jederzeit beantragen, auch schon vor der Verbeamtung. Gezahlt wird ab dem ersten Tag des Monats, der auf den Eingang Ihres Antrags beim Landesamt folgt, oder ab einem späteren Monat, den Sie angeben; rückwirkend gibt es keine pauschale Beihilfe.
  • Antrag: Mit dem Antragsvordruck beim Landesamt für Steuern und Finanzen, unterschrieben, mit dem Nachweis Ihrer Krankenversicherung und der Beitragshöhe; fehlende Nachweise können Sie nachreichen. Die jährlichen Beitragsmitteilungen Ihrer Versicherung schicken Sie dem Landesamt jeweils zu.
  • Höhe: Richtet sich Ihr Beitrag nach dem Einkommen, wie in der gesetzlichen Krankenversicherung, gibt es die Hälfte nur für den Anteil, der auf Besoldung oder Versorgungsbezüge entfällt. Zusatz- und Ergänzungstarife, Krankentagegeld- und Krankenhaustagegeldversicherungen zählen nach Angabe des Landesamts nicht mit. Beiträge eines Arbeitgebers oder Sozialleistungsträgers und Zuschüsse zum Beitrag werden angerechnet; Beitragsrückerstattungen Ihrer Versicherung mindern die pauschale Beihilfe nicht.
  • Kein höherer Satz: Es bleibt bei der Hälfte des Beitrags, auch mit Kindern und im Ruhestand.
  • Angehörige: Ihre Entscheidung gilt auch für Ihre berücksichtigungsfähigen Angehörigen. Für sie gibt es die pauschale Beihilfe auch bei einer Pflichtversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung; für Ehegatten und eingetragene Lebenspartner gilt dieselbe Einkommensgrenze wie bei der Beihilfe zu einzelnen Rechnungen (Tabelle der Beihilfesätze), und bis zum vollständigen Nachweis zahlt das Landesamt unter Vorbehalt. Die Erstattung der Krankenversicherungsbeiträge für Angehörige entfällt.
  • Bindung: Antrag und Verzicht sind unwiderruflich und gelten auch im Ruhestand weiter; auch eine Reaktivierung nach einem Ruhestand wegen Dienstunfähigkeit eröffnet keine neue Wahl. Neu entscheiden Sie, wenn Sie ein neues Beamtenverhältnis beginnen, etwa nach dem Ende eines Beamtenverhältnisses auf Zeit, und wenn Sie zu einem anderen Dienstherrn versetzt werden (siehe Dienstherrnwechsel); damit die pauschale Beihilfe bei einem neuen Beamtenverhältnis ohne Lücke weiterläuft, stellen Sie den neuen Antrag schon im Monat vor dem Beginn.
  • Pflege: Aufwendungen, für die eine Pflegeversicherung leisten muss, deckt die Pauschale nicht ab; dafür erhalten Sie weiterhin Beihilfe zu den einzelnen Pflegeaufwendungen. Zu den Beiträgen der Pflegeversicherung zahlt die Pauschale nichts.
  • Wechsel und Änderungen: Wechseln Sie später zwischen gesetzlicher und privater Versicherung oder ändert sich der Umfang Ihres Versicherungsschutzes, zahlt das Land höchstens die bisherige Pauschale weiter. Änderungen der Beitragshöhe teilen Sie unverzüglich mit.
  • Dienstherrnwechsel: Bei einer Abordnung läuft die pauschale Beihilfe weiter. Werden Sie zu einem anderen Dienstherrn versetzt, gilt dessen Beihilferecht; innerhalb Sachsens, etwa zu einer Stadt, brauchen Sie dort einen neuen Antrag, und außerhalb Sachsens richtet sich nach dem neuen Dienstherrn, ob es eine pauschale Beihilfe gibt; der Bund etwa kennt keine.

Wer Heilfürsorge erhält, kann die pauschale Beihilfe für seine Angehörigen wählen. Die pauschale Beihilfe schafft keine zusätzliche Möglichkeit, in die gesetzliche Krankenversicherung zu wechseln; ob Sie sich freiwillig gesetzlich versichern können, richtet sich nach den Vorversicherungszeiten, und den Beitritt müssen Sie der Krankenkasse innerhalb von drei Monaten anzeigen.

Hinweise und Antrag zur pauschalen Beihilfe beim Landesamt für Steuern und Finanzen

Wie andere Länder die pauschale Beihilfe regeln, zeigt die Übersicht der Bundesländer; zur Wahl der Versicherung siehe Krankenversicherung für Professoren.

Was gilt für Professoren und andere Hochschulbeamte?

Ob Sie Beihilfe erhalten, hängt von Ihrem Beamtenstatus und Ihrem Dienstherrn ab, nicht von der Bezeichnung Professorin oder Professor. Das Landesamt für Steuern und Finanzen setzt die Beihilfe für die Beamtinnen, Beamten und Versorgungsempfänger des Freistaats fest. Welche Stelle für Sie zuständig ist, steht auf Ihrem Bescheid oder erfahren Sie bei der Personalstelle Ihrer Hochschule. Welcher Beihilfesatz für Sie gilt, steht mit allen Voraussetzungen in der Tabelle im Abschnitt Wie hoch ist die Beihilfe in Sachsen?. Was eine Professur dort einbringt, steht unter Professorengehalt Sachsen.

Die wichtigste Entscheidung fällt mit der Berufung: gesetzliche oder private Krankenversicherung, Beihilfe zu einzelnen Rechnungen oder pauschale Beihilfe. In Sachsen wiegt dabei die Kinderzahl schwer, weil der Beihilfesatz mit Kindern auf bis zu 90 Prozent steigt (Tabelle der Beihilfesätze); wer die pauschale Beihilfe wählen kann und warum die Wahl endgültig ist, steht im Abschnitt zur pauschalen Beihilfe. Beginnen Sie in einem Beamtenverhältnis auf Zeit, beachten Sie die Regel zum neuen Beamtenverhältnis im Abschnitt zur pauschalen Beihilfe. Holen Sie vor dem Dienstantritt Angebote der Krankenkasse und der privaten Versicherung für beide Wege ein. Mehr zum Übergang in den Ruhestand steht unter Beamtenpension in Sachsen.

Wer ist beihilfeberechtigt?

Beihilfeberechtigt sind Beamtinnen und Beamte, solange sie Besoldung erhalten, auch in der Elternzeit, außerdem während eines Urlaubs ohne Bezüge aus familiären Gründen, sofern dann kein Anspruch auf Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung besteht, außerdem Versorgungsempfänger mit Ruhegehalt, Unterhaltsbeitrag, Witwen-, Waisen- oder Übergangsgeld; die Berechtigung bleibt, wenn Bezüge nur wegen Ruhens- oder Anrechnungsvorschriften nicht gezahlt werden. Wer Heilfürsorge erhält, etwa im Polizeivollzugsdienst, bekommt für sich keine Beihilfe.

Ihr Ehegatte oder eingetragener Lebenspartner ist unter den Voraussetzungen berücksichtigungsfähig, die die Tabelle der Beihilfesätze nennt. Kinder sind berücksichtigungsfähig, solange sie im Familienzuschlag berücksichtigt werden. Angestellte Professoren erhalten keine Beihilfe nach dem Beamtenrecht. Bei einem Wechsel vom Bund oder aus einem anderen Land nach Sachsen gilt ab der Versetzung das Recht des Freistaats; was beim Bund galt, steht unter Beihilfe beim Bund. Zur Akademischen Rätin und zum Akademischen Rat in Sachsen siehe Akademischer Rat in Sachsen.

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Häufige Fragen

Wann darf ich in Sachsen den Kurzantrag benutzen?

Wenn keiner der Fälle vorliegt, für die die Formulartabelle den Langantrag nennt. Belege zu einem bereits gestellten Antrag können Sie nicht nachreichen: Stellen Sie für sie einen neuen Antrag, für den dann der Kurzantrag genügt.

Welcher Beihilfesatz gilt für Professoren in Sachsen?

Derselbe wie für alle Beamtinnen und Beamten des Freistaats: Er richtet sich nach Ihrem Status und der Zahl Ihrer Kinder, wie die Tabelle der Beihilfesätze zeigt. Eine eigene Regel gibt es nur für entpflichtete Professoren: Ihr Satz beträgt 70 Prozent, wenn ihnen sonst über eine zweite, nachrangige Beihilfeberechtigung ein höherer Satz zustünde.

Was gebe ich auf, wenn ich in Sachsen die pauschale Beihilfe wähle?

Sie verzichten für sich und Ihre Angehörigen unwiderruflich auf die Beihilfe zu einzelnen Rechnungen (Abschnitt zur pauschalen Beihilfe). In Sachsen heißt das vor allem: Die Beihilfesätze bis 90 Prozent (Tabelle) und die Erstattung der Krankenversicherungsbeiträge für Angehörige entfallen, und Leistungen über dem Niveau der gesetzlichen Krankenversicherung, etwa Wahlleistungen im Krankenhaus, trägt die Beihilfe nicht mehr. Wer mit zwei oder mehr Kindern privat versichert ist, sollte deshalb besonders genau rechnen; holen Sie vor der Entscheidung Angebote für beide Wege ein.

Was bleibt vom W-Gehalt, wenn PKV-Beitrag und Beihilfe zusammenkommen?

Der Beitrag der privaten Krankenversicherung hängt vom Eintrittsalter, vom Tarif und vom Beihilfesatz ab, den er ergänzt, in Sachsen also auch von der Zahl Ihrer Kinder. Was vom W-Brutto in Sachsen bleibt, wenn Sie Ihren Beitrag eintragen, zeigt der Gehaltsrechner: W 2 in Sachsen mit PKV berechnen oder W 3 in Sachsen mit PKV berechnen. Die Beihilfe selbst setzt das Landesamt für Steuern und Finanzen im Bescheid fest.

Quellen

Wer über Ihren Antrag entscheidet

Über Ihren Antrag entscheidet Ihre Beihilfestelle, für die Beamtinnen und Beamten des Freistaats das Landesamt für Steuern und Finanzen, nach dem Sächsischen Beamtengesetz und der Sächsischen Beihilfeverordnung; verbindlich ist Ihr Beihilfebescheid.

  • Sächsisches Beamtengesetz (SächsBG): § 80 Beihilfe, § 80a Pauschale Beihilfe und § 80b Erstattung von Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung mit Berechtigten (§ 80 Abs. 2), Angehörigen und Einkommensgrenze (Abs. 4), Beschränkung für gesetzlich Versicherte (Abs. 5), Eigenbeteiligungen (Abs. 6) und Bemessungssätzen (Abs. 7 und 8), zuletzt geändert durch Gesetz vom 27.06.2025, abgerufen am 28.10.2026.
  • Sächsische Beihilfeverordnung (SächsBhVO): Fassung ab 01.07.2024, insbesondere § 4 Einkommensgrenze, § 5 Abs. 3 gesetzlich Versicherte, § 9 Heilpraktiker, § 20 Krankenhausleistungen und Wahlleistungen, § 32 Fahrtkosten, § 57 Bemessung, § 59 Eigenbeteiligungen, § 61 Belastungsgrenzen, § 62 Verfahren, Abschlag und Direktabrechnung, § 63 Antragsfrist, §§ 65 bis 67 pauschale Beihilfe; Verwaltungsvorschrift zum Vollzug (VwV-SächsBhVO, gültig ab 08.08.2025) mit den Ehegattengrenzbeträgen 2025 bis 2027, abgerufen am 28.10.2026.
  • Landesamt für Steuern und Finanzen: Beihilfe mit Aktuellen Informationen, Allgemeinen Hinweisen zur pauschalen Beihilfe, Bearbeitungszeiten, Telefonischer Erreichbarkeit und Häufigen Fragen; Vordrucke und Anträge mit Antrag auf Beihilfe Langfassung (Stand 10/2025) und Kurzfassung (Stand 08/2026), Antrag auf pauschale Beihilfe (Stand 01/2025) und Antrag auf Direktabrechnung; Merkblatt „Wichtige Informationen zur Beihilfe“ (Stand Dezember 2025), Hinweise zur pauschalen Beihilfe und FAQ Beihilfebemessungssätze; Hilfe und FAQ zur Beihilfe-App, jeweils abgerufen am 28.10.2026.

Beihilfe in anderen Bundesländern