Beihilfe Schleswig-Holstein: Antrag, Formulare und Beihilfesätze
Die Beihilfe SH, also die Beihilfe für Beamtinnen und Beamte des Landes Schleswig-Holstein, setzt das Dienstleistungszentrum Personal (DLZP) in Kiel fest. Hier finden Sie die amtlichen Zugänge zu Antrag, Formularen und der App dBeihilfePlus sowie die Regeln zu Frist, Beihilfesätzen und Selbstbehalt. Wer als Beamtin oder Beamter auf Zeit gesetzlich versichert ist, kann statt der Beihilfe einen Zuschuss zum Kassenbeitrag beantragen.
Die Links führen zu den amtlichen Angeboten des Dienstleistungszentrums Personal Schleswig-Holstein. Dort finden Sie Antrag, Formulare und die Hinweise zur App.

Beihilfe Schleswig-Holstein auf einen Blick
- Zuständigkeit: Das DLZP bearbeitet die Beihilfe für Beamtinnen, Beamte und Versorgungsempfänger des Landes. Maßgeblich ist Ihr Dienstherr, nicht Ihr Wohnort.
- Erster Antrag: Beihilfeantrag, ausgefülltes Beiblatt Persönliche Daten und einen Nachweis über Ihre Krankenversicherung einreichen, per Post oder E-Mail. Die App steht erst nach dem ersten Bescheid offen.
- Frist: Sie haben zwei Jahre Zeit, gerechnet ab dem Rechnungsdatum oder dem Kaufdatum in der Apotheke. Maßgeblich ist der Eingang beim DLZP.
- Beihilfesatz: Der Satz hängt davon ab, für wen die Aufwendung entsteht und wie viele Kinder berücksichtigt werden; grundsätzlich zieht das DLZP einmal im Jahr einen Selbstbehalt nach Besoldungsgruppe ab, soweit keine Ausnahme gilt. Die Tabelle zeigt die Voraussetzungen.
Wie beantrage ich Beihilfe in Schleswig-Holstein?
Für Beamtinnen und Beamte des Landes führt der Antragsweg zum Dienstleistungszentrum Personal. So gehen Sie vor:
- Zuständige Stelle klären. Entscheidend ist Ihr Dienstherr; die zuständige Festsetzungsstelle steht auch auf einem vorhandenen Bescheid.
- Antrag ausfüllen. Für Arztrechnungen, Rezepte und Hilfsmittel nehmen Sie den Antrag für allgemeine Leistungen, für Pflege den eigenen Pflegeantrag. Die Rechnungen müssen Sie nicht einzeln eintragen; je Antrag nimmt das DLZP höchstens 20 Belege an.
- Antrag einreichen. Schicken Sie den Antrag per Post an das DLZP, Postfach 14 12, 24013 Kiel, geben Sie ihn in der Gartenstraße 6 in Kiel ab oder senden Sie Antrag und Belege in einer E-Mail an beihilfe@dlzp.landsh.de. Die E-Mail ist unverschlüsselt; nach dem ersten Bescheid empfiehlt das DLZP deshalb die App dBeihilfePlus. Vom Fax rät das DLZP ab, weil gefaxte Unterlagen oft schlecht lesbar sind.
- Bescheid prüfen. Achten Sie auf die festgesetzte Beihilfe, den abgezogenen Selbstbehalt und Hinweise auf fehlende Unterlagen. Die Frist für einen Widerspruch beginnt erst, wenn Sie den Bescheid erhalten; das DLZP schickt Bescheide in der Regel gesammelt an Ihre Dienststelle.
Was sollte ich vor dem Absenden prüfen?
- Frist: Ist die älteste Rechnung noch keine zwei Jahre alt? Maßgeblich ist der Eingang beim DLZP; die Dienstpost braucht länger als die Post.
- Belege: Deutlich lesbare Kopien oder Zweitschriften genügen, auch selbst gemachte Kopien; Originale schicken Sie nicht. Kopieren Sie jeden Beleg auf eine eigene Seite, auch Rezepte, und denken Sie an bedruckte Rückseiten. Das DLZP schickt die Belege nicht zurück.
- Ordnen: Sortieren Sie die Belege nach Personen und legen Sie jede Verordnung zur passenden Rechnung.
- Kinder: Die Belege eines Kindes reicht der Elternteil ein, bei dem das Kind im Familienzuschlag berücksichtigt ist.
- Unfall: Geht eine Behandlung auf einen Unfall oder eine Verletzung durch Dritte zurück, füllen Sie den Unfallabschnitt im Antrag aus und legen die Anzeige über Personenschäden bei.
- Vorher anerkennen: Eine Heilkur oder eine stationäre Rehabilitation muss das DLZP vorher anerkennen. Für Krankenhausbehandlungen ist das nicht nötig, ebenso wenig für eine Anschlussheilbehandlung, die innerhalb von 14 Tagen nach dem Ende des Krankenhausaufenthalts beginnt.
Welche Formulare brauche ich?
Für Schleswig-Holstein gibt es drei Grundformulare: den Beihilfeantrag für allgemeine Leistungen, den Beihilfeantrag für Pflegeleistungen und das Beiblatt Persönliche Daten.
| Ihre Situation | Passendes Formular |
|---|---|
| Sie beantragen erstmals Beihilfe. | Antrag für allgemeine Leistungen, bei Pflege der Pflegeantrag; dazu vollständig ausgefülltes Beiblatt Persönliche Daten und Nachweis über Art und Umfang Ihrer Krankenversicherung |
| Versicherung, Beschäftigung oder Familie haben sich geändert, etwa durch die Geburt eines Kindes. | Antrag mit neuem Beiblatt und gegebenenfalls neuem Versicherungsnachweis |
| Nichts hat sich geändert. | Antrag für allgemeine Leistungen per Post oder E-Mail oder die Belege über die App dBeihilfePlus; bei Pflege der Pflegeantrag |
| Sie oder Angehörige sind pflegebedürftig. | Beihilfeantrag für Pflegeleistungen |
| Eine Rechnung ist sehr hoch oder die Behandlung findet nur gegen Vorauszahlung statt. | Antrag auf Abschlagszahlung; möglich bei Aufwendungen über 2.600 Euro oder wenn ohne Vorauszahlung nicht behandelt würde |
| Eine andere Person soll für Sie handeln. | Vollmacht, auch formlos möglich |
Für eine Psychotherapie gibt es einen eigenen Antrag auf Anerkennung. Alle Vordrucke stehen in der amtlichen Formularübersicht des DLZP.
Welche Unterlagen gehören zum Erstantrag?
Beim ersten Antrag braucht das DLZP neben dem Beihilfeantrag und den Belegen das vollständig ausgefüllte Beiblatt Persönliche Daten und einen Nachweis über Art und Umfang Ihrer Krankenversicherung. Danach reichen Sie Beiblatt und Versicherungsnachweis nur noch bei Änderungen ein. Ohne diese Angaben kann das DLZP die Beihilfe nicht richtig berechnen.
Ausfüllhinweise zum Beihilfeantrag beim DLZP
Wird ein Kind geboren, gilt das als Änderung: Legen Sie ein neues Beiblatt und den Versicherungsnachweis des Kindes bei. Bearbeiten kann das DLZP die Rechnungen des Kindes erst, wenn der Familienzuschlag für das Kind bei der Besoldung eingetragen ist. Sind beide Eltern beihilfeberechtigt, erklären sie im Beiblatt gemeinsam, wer den erhöhten Satz für Eltern mit mindestens zwei Kindern erhält.
Wie funktioniert die App dBeihilfePlus?
Mit der App dBeihilfePlus für Android und iOS reichen Sie Rechnungsbelege für allgemeine Leistungen papierlos per Smartphone oder Tablet ein; Pflegeaufwendungen beantragen Sie mit dem eigenen Pflegeantrag. Das Land stellt sie seit dem 15. Oktober 2025 bereit; die frühere App „Meine Arztrechnung“ ist seit dem Jahresende 2025 abgeschaltet, ihre Daten wurden nicht übernommen. Nutzen können Sie die App erst, wenn Sie Ihren ersten Beihilfebescheid vom DLZP erhalten haben.
Für die Registrierung brauchen Sie Ihre Personalnummer, eine private E-Mail-Adresse und eine Authenticator-App für die Zwei-Faktor-Anmeldung. Den Freischaltcode schickt Ihnen das DLZP per Post; er ist 31 Tage gültig. Bei technischen Fragen hilft der Support des App-Anbieters Dataport, bei Fragen zur Beihilfe das DLZP.
Welche Frist gilt für den Beihilfeantrag?
In Schleswig-Holstein beantragen Sie Beihilfe innerhalb von zwei Jahren nach dem Entstehen der Aufwendungen oder der Ausstellung der Rechnung. Das DLZP rechnet die Frist ab dem Rechnungsdatum, bei Arzneimitteln ab dem Kaufdatum in der Apotheke, und nicht nach Kalenderjahren. Entscheidend ist das Datum, an dem Ihr Antrag beim DLZP eingeht; für ältere Aufwendungen erlischt der Anspruch.
Eigene Fristbeginne gelten bei bestimmten Pflegeleistungen (letzter Tag des Monats, in dem gepflegt wurde), bei bestimmten Kosten einer Heilkur (Tag des Kurendes) und wenn ein Sozialhilfeträger vorgeleistet hat (Erster des Monats nach seiner Zahlung). Eine Mindestsumme je Antrag gibt es seit dem 3. Oktober 2026 nicht mehr: Die frühere Regel, nach der ein Antrag mehr als 100 Euro umfassen musste, ist aus dem Gesetz gestrichen.
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine individuelle Beratung. Prüfen Sie die für Ihren Fall geltenden Voraussetzungen und Antragsfristen rechtzeitig bei Ihrer zuständigen Beihilfestelle.
Wie lange dauert die Bearbeitung?
Das DLZP veröffentlicht die aktuellen Bearbeitungszeiten auf seiner Seite mit Antragstipps. Eine feste Bearbeitungsdauer sagt es nicht zu.
Bearbeitungsstand und Antragstipps beim DLZP
Im Januar sowie im Juli und August gehen besonders viele Anträge ein, weil viele ihre Belege in den Ferien abrechnen. Das DLZP bittet deshalb, Belege zeitnah statt über lange Zeit gesammelt einzureichen und diese Monate zu meiden, soweit die Frist es zulässt. Fragen beantwortet die Beihilfe-Hotline unter 0431 988-9555.
Wie hoch ist die Beihilfe in Schleswig-Holstein?
Schleswig-Holstein ordnet jedem Personenkreis einen eigenen Bemessungssatz zu; für die Rechnungen Ihres Ehegatten oder Ihrer Kinder gilt deren Satz. Erstattet wird dieser Anteil der beihilfefähigen Aufwendungen, nicht automatisch der volle Rechnungsbetrag:
| Ihre Situation | Bemessungssatz | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Beamtin oder Beamter, auch Professoren, sowie entpflichtete Hochschullehrer | 50 % | Grundsatz |
| Beamtin oder Beamter mit zwei oder mehr Kindern | 70 % | zwei oder mehr Kinder im Familienzuschlag berücksichtigungsfähig; bei zwei beihilfeberechtigten Eltern nur bei dem, den beide bestimmen, es sei denn, einem steht bereits aus anderem Grund 70 % zu; die Bestimmung lässt sich nur in Ausnahmefällen ändern |
| Versorgungsempfänger im Ruhestand, Witwe oder Witwer | 70 % | als Versorgungsempfänger beihilfeberechtigt; für entpflichtete Hochschullehrer gilt weiter der Satz von 50 % |
| Ehegatte oder eingetragener Lebenspartner | 70 % | nicht selbst beihilfeberechtigt; Gesamtbetrag der Einkünfte im zweiten Kalenderjahr vor dem Antrag höchstens 20.000 Euro, außer die Versicherung schließt trotz ausreichender und rechtzeitiger Versicherung Leistungen für eine Krankheit individuell aus oder hat sie auf Dauer eingestellt |
| Ehegatte oder eingetragener Lebenspartner bei zwei oder mehr Kindern | 90 % | Ehegatte berücksichtigungsfähig und zwei oder mehr Kinder im Familienzuschlag berücksichtigungsfähig; für allgemeine Aufwendungen, bei Pflege 70 % |
| Kind oder Waise | 80 % | Kind im Familienzuschlag berücksichtigt; Waise als solche beihilfeberechtigt |
| Kinder bei drei oder mehr Kindern | 90 % | drei oder mehr Kinder im Familienzuschlag berücksichtigungsfähig; für allgemeine Aufwendungen aller Kinder, bei Pflege 80 % |
| Versicherung schließt Leistungen für eine Krankheit aus | plus 20 Prozentpunkte, höchstens 90 % | individueller Ausschluss trotz ausreichender und rechtzeitiger Versicherung oder Leistungen auf Dauer eingestellt; der Versicherer erfüllt die gesetzlichen Mindestbedingungen |
Ab dem 1. Januar 2027 steigt die Einkommensgrenze für Ehegatten und eingetragene Lebenspartner auf 22.000 Euro. Wird sie im laufenden Jahr voraussichtlich nicht erreicht, berücksichtigt das DLZP sie dann unter dem Vorbehalt des Widerrufs, auch wenn das Einkommen im vorletzten Jahr höher war.
Beihilfefähig ist, was medizinisch notwendig und der Höhe nach angemessen ist. Arzthonorare über dem Schwellenwert der Gebührenordnung erkennt das DLZP nur bei besonderer Begründung an, für viele Hilfsmittel gelten Höchstbeträge, und Beihilfe und Versicherungsleistung dürfen zusammen den beihilfefähigen Betrag eines Belegs nicht übersteigen. Ganz ausgeschlossen sind Wahlleistungen im Krankenhaus wie Chefarztbehandlung oder Ein- und Zweibettzimmer sowie Leistungen von Heilpraktikern; Arzneimittel, die ein Heilpraktiker verordnet hat, sind seit dem 8. Februar 2025 ebenfalls nicht mehr beihilfefähig.
Was ist in Schleswig-Holstein anders?
Schleswig-Holstein zieht von der Beihilfe einmal im Kalenderjahr einen Selbstbehalt ab, dessen Höhe von der Besoldungsgruppe abhängt. Bei zwei oder mehr berücksichtigungsfähigen Kindern steigen nicht nur Ihr eigener Satz, sondern auch der Satz Ihres berücksichtigungsfähigen Ehegatten, bei drei oder mehr Kindern zusätzlich die Sätze der Kinder selbst. Wahlleistungen im Krankenhaus und Heilpraktiker sind nicht beihilfefähig. Statt einer frei wählbaren pauschalen Beihilfe zahlt das Land in bestimmten Fällen einen Zuschuss zur gesetzlichen Krankenversicherung. Wie die anderen Länder die Beihilfe regeln, zeigt die Beihilfe-Übersicht.
Wie hoch ist der Selbstbehalt?
Das DLZP kürzt die Beihilfe je Kalenderjahr, in dem die Aufwendungen entstanden sind, um einen festen Betrag. Maßgeblich sind Ihre Verhältnisse am 1. Januar des Jahres, also Besoldungsgruppe und Zahl der berücksichtigungsfähigen Kinder; werden Sie im Laufe des Jahres ernannt oder aus einem anderen Land nach Schleswig-Holstein versetzt, zählt der Tag der Ernennung oder Versetzung:
| Besoldungsgruppen | Selbstbehalt im Jahr |
|---|---|
| A 10 bis A 11 | 160 Euro |
| A 12 bis A 15, B 1, C 1, C 2, W 1, W 2, R 1 | 250 Euro |
| A 16, B 2, B 3, C 3, W 3, R 2, R 3 | 400 Euro |
| B 4 bis B 7, C 4, R 4 bis R 7 | 550 Euro |
| höhere Besoldungsgruppen | 710 Euro |
Für jedes berücksichtigungsfähige Kind sinkt der Betrag um 25 Euro, und zwar bei dem Elternteil, der den Familienzuschlag für das Kind erhält. Der Selbstbehalt beträgt mindestens 50 Euro, für Waisen gilt dieser Mindestbetrag nicht, und höchstens 1 Prozent des Grundgehalts, im Ruhestand des jährlichen Ruhegehalts. Hinterbliebene zahlen 40 Prozent, Waisen 10 Prozent der Beträge. Keinen Selbstbehalt gibt es für Anwärter, in einer Elternzeit ohne Beschäftigung und für Alleinerziehende während einer Beurlaubung zur Betreuung eines Kindes unter 18 Jahren, außerdem nicht auf Pflegeaufwendungen, auf Vorsorgemaßnahmen und auf Aufwendungen, die ein Dritter verursacht hat. Für Besoldungsgruppen bis A 9 fällt nach Angabe des DLZP seit 2022 kein Selbstbehalt mehr an.
Was gilt für Professoren und andere Hochschulbeamte?
Ob Sie Beihilfe erhalten, hängt von Ihrem Beamtenstatus und Ihrem Dienstherrn ab, nicht von der Bezeichnung Professorin oder Professor. Für verbeamtete Professoren gelten die Regeln dieser Seite, wenn das DLZP ihre Beihilfe festsetzt; welche Stelle zuständig ist, steht auf dem Bescheid. Im aktiven Dienst erhalten sie 50 Prozent, mit zwei oder mehr im Familienzuschlag berücksichtigungsfähigen Kindern 70 Prozent, bei zwei beihilfeberechtigten Eltern nur einer von beiden; der jährliche Selbstbehalt beträgt in W 1 und W 2 250 Euro, in W 3 400 Euro. Was eine Professur in Schleswig-Holstein einbringt, steht unter Professorengehalt Schleswig-Holstein.
Entpflichtete Hochschullehrer bleiben beihilfeberechtigt, allerdings mit 50 Prozent: Der höhere Satz für Versorgungsempfänger gilt für sie auch dann nicht, wenn sie zusätzlich als Ruhestandsbeamte beihilfeberechtigt wären. Mehr zum Übergang steht unter Emeritierung und Beamtenpension in Schleswig-Holstein.
Bei der Berufung lohnt ein Blick auf die Krankenversicherung: Wer als Beamter auf Zeit ernannt wird oder aus einem Land mit pauschaler Beihilfe nach Schleswig-Holstein wechselt und diese dadurch verliert, kann statt der Beihilfe einen Zuschuss zum Beitrag der gesetzlichen Krankenversicherung beantragen. Die Einzelheiten erklärt der Abschnitt zum Zuschuss zur gesetzlichen Krankenversicherung.
Wer ist beihilfeberechtigt?
Beihilfeberechtigt sind Beamtinnen und Beamte, entpflichtete Hochschullehrer, Versorgungsempfänger und frühere Beamte, die wegen Dienstunfähigkeit oder Erreichens der Altersgrenze entlassen wurden oder wegen Ablaufs ihrer Dienstzeit ausgeschieden sind, außerdem Witwen, Witwer und Waisen. Der Anspruch besteht nur, solange Bezüge gezahlt werden oder nur wegen Ruhens- oder Anrechnungsvorschriften nicht ausgezahlt werden. Er bleibt auch während einer Elternzeit, bei Alleinerziehenden in einer Beurlaubung zur Betreuung eines Kindes unter 18 Jahren, bei einer Beurlaubung zur Pflege eines Angehörigen und bei einer Freistellung ohne Bezüge von bis zu einem Monat. In anderen Fällen einer Beurlaubung ohne Bezüge entfällt er, auch für die Angehörigen. Ehrenbeamte sind nicht beihilfeberechtigt, und angestellte Professoren erhalten keine Beihilfe nach dem Beamtenrecht.
Ihr Ehegatte oder eingetragener Lebenspartner ist berücksichtigungsfähig, solange er nicht selbst beihilfeberechtigt ist und seine Einkünfte die Einkommensgrenze nicht übersteigen; über der Grenze bleibt er es nur für Krankheiten, für die seine Versicherung trotz ausreichender und rechtzeitiger Versicherung individuell keine Leistungen erbringt oder die Leistungen auf Dauer eingestellt hat. Kinder berücksichtigt das DLZP, solange sie in Ihrem Familienzuschlag berücksichtigt sind. Bei einer Juniorprofessur auf Zeit, beim Wechsel aus einem anderen Land oder an einem Universitätsklinikum klären Sie früh, welche Stelle für Sie zuständig ist.
Gibt es in Schleswig-Holstein eine pauschale Beihilfe?
Nicht als freie Wahl für alle. Schleswig-Holstein zahlt aber statt der Beihilfe einen Zuschuss in Höhe der Hälfte des nachgewiesenen Krankenversicherungsbeitrags, wenn Sie einen Antrag stellen und einer dieser Fälle vorliegt:
- Sie sind freiwillig gesetzlich versichert, und ein Wechsel in den Basistarif der privaten Krankenversicherung wäre zum Zeitpunkt des Antrags wegen Ihrer Lebensumstände finanziell nachteilig oder nicht möglich.
- Sie werden nach Schleswig-Holstein versetzt oder im unmittelbaren Anschluss an ein anderes Beamtenverhältnis hier ernannt und verlieren dadurch eine pauschale Beihilfe oder einen Zuschuss Ihres bisherigen Dienstherrn.
- Sie sind Beamtin oder Beamter auf Zeit oder auf Widerruf.
- Sie waren am 30. November 2023 bereits freiwillig gesetzlich versichert.
Zahlungen anderer zur Krankenversicherung zieht das Land vom Zuschuss ab. Einen Zuschuss zur Pflegeversicherung gibt es nicht; Beihilfe zu Pflegeaufwendungen erhalten Sie weiterhin. Zu Ihren eigenen übrigen Aufwendungen gibt es neben dem Zuschuss keine Beihilfe. Im ersten Fall verlangt das Gesetz außerdem, dass Sie mit dem Antrag auf ergänzende Beihilfen verzichten; Antrag und Verzicht sind unwiderruflich, und nach Angabe des DLZP entfällt dann auch die Beihilfe zu den allgemeinen Aufwendungen Ihrer Angehörigen. Wechseln Sie später in die private Krankenversicherung, zahlt das Land höchstens den bisherigen Betrag weiter. Den Antrag stellen Sie im aktiven Dienst beim Fachbereich Besoldung des DLZP, im Ruhestand beim Fachbereich Versorgung; nach Angabe des DLZP ist der Zuschuss steuerfrei.
Bleiben Sie ohne Zuschuss freiwillig gesetzlich versichert, ergänzt die Beihilfe die Leistungen der Kasse: Das DLZP zieht die Kassenleistung vollständig ab und rechnet bei Zahnersatz pauschal 60 Prozent der Kosten als Kassenleistung an. Welche Länder eine pauschale Beihilfe anbieten, zeigt die Übersicht der Bundesländer. Zur Wahl der Versicherung siehe Krankenversicherung für Professoren.
Häufige Fragen
Was kann ich tun, wenn eine Rechnung sehr hoch ist?
Sie können eine Abschlagszahlung auf die erwartete Beihilfe beantragen, wenn die Aufwendungen über 2.600 Euro liegen oder wenn die Behandlung ohne Vorauszahlung nicht durchgeführt würde. Den Antrag stellen Sie schriftlich mit dem Vordruck aus der Formularübersicht des DLZP; den erhaltenen Abschlag geben Sie später im Beihilfeantrag an.
Was gilt bei Pflegebedürftigkeit?
Beantragen Sie Pflegeleistungen und die Feststellung der Pflegebedürftigkeit zuerst bei Ihrer Pflegeversicherung und schicken Sie deren Einstufung möglichst schnell an das DLZP. Pflegeaufwendungen rechnen Sie mit dem eigenen Pflegeantrag ab. Für Ehegatten gilt bei Pflege der Satz von 70 Prozent, für Kinder 80 Prozent, auch wenn ihr Satz für andere Aufwendungen höher ist. Beihilfe zur Pflege erhalten Sie auch dann, wenn Sie statt der Beihilfe einen Zuschuss zur Krankenversicherung beziehen.
Wie viel gibt es für Brille und Hörgerät?
Für Hörgeräte erkennt das DLZP bis zu 1.100 Euro je Ohr an; erstattet wird davon Ihr Bemessungssatz, ein neues Gerät in der Regel alle fünf Jahre. Brillengläser sind nach Verordnung oder Refraktionsbestimmung je Glas bis zu 36 Euro für Einstärkengläser und 83 Euro für Mehrstärkengläser bis plus oder minus sechs Dioptrien beihilfefähig, Mehrstufen- und Multifokalgläser über sechs Dioptrien bis 103 Euro; bei Gläserstärken über plus oder minus sechs Dioptrien kommt je Glas ein Zuschlag von bis zu 20 Euro hinzu. Brillengestelle sind seit dem 8. Februar 2025 nur noch für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre beihilfefähig, bis 60 Euro.
Quellen
Wer über Ihren Antrag entscheidet
Über Ihren Antrag entscheidet das DLZP nach der BhVO SH in der geltenden Fassung; verbindlich ist Ihr Beihilfebescheid.
- Landesbeamtengesetz Schleswig-Holstein (LBG): § 80 mit Antragsfrist (Abs. 2), Beihilfeberechtigung (Abs. 4, 5), Angehörigen und Einkommensgrenze (Abs. 6) und Bemessungssätzen (Abs. 7), Fassung vom 18.09.2026, gültig ab 03.10.2026, sowie die ab 01.01.2027 geltende Fassung (Einkommensgrenze 22.000 Euro); § 80a Zuschuss zur gesetzlichen Krankenversicherung, Fassung vom 25.03.2026, gültig ab 18.04.2026, § 80 und § 80a auf gesetze-rechtsprechung.sh.juris.de, abgerufen am 28.10.2026.
- Beihilfeverordnung Schleswig-Holstein (BhVO): § 2 Beihilfeberechtigte, § 3 Angehörige, § 5 Verfahren (Kopien, Fristbeginn, Abschläge), § 6 Grundsatz der Beihilfefähigkeit (Wahlleistungen, Heilpraktiker, Zuschussempfänger), § 7 Bemessung (entpflichtete Hochschullehrer, Leistungsausschluss), § 8 Begrenzung (Kassenleistungen, Zahnersatz), § 16 Selbstbehalt (Fassung gültig ab 01.01.2025), gesetze-rechtsprechung.sh.juris.de, abgerufen am 28.10.2026.
- Dienstleistungszentrum Personal, Beihilfe: Häufige Fragen zur Antragstellung (Stand 09.12.2025), Anspruch auf Beihilfe (Stand 01.12.2025), FAQ zu Krankenhaus und Kur, zu Arznei- und Hilfsmitteln und zur Pflege, Formulare, Beihilfe-App mit FAQ (Stand 13.10.2025), Bearbeitungsstand und Antragstipps, Beihilfeantrag für allgemeine Leistungen, jeweils abgerufen am 28.10.2026.