Beihilfe Sachsen-Anhalt: Antrag, Formulare und Beihilfesätze
Für Beamtinnen und Beamte des Landes Sachsen-Anhalt setzt die Beihilfestelle beim Finanzamt Dessau-Roßlau die Beihilfe fest. Hier finden Sie die amtlichen Zugänge zu Formularen und Informationsblättern und zur App dBeihilfePlus sowie die Regeln zu Frist, Beihilfesätzen und Eigenanteilen. Sind Sie freiwillig gesetzlich versichert, können Sie seit 2026 statt ergänzender Beihilfe einen Zuschuss zum Krankenversicherungsbeitrag wählen.
Die Links führen zu den amtlichen Angeboten der Bezügeverwaltung beim Ministerium der Finanzen Sachsen-Anhalt. Dort finden Sie Formulare und Informationsblätter, die App dBeihilfePlus, den Antrag auf Beihilfe für den ersten Antrag und das Hinweisblatt zum Zuschuss für freiwillig gesetzlich Versicherte.

Beihilfe Sachsen-Anhalt auf einen Blick
- Zuständigkeit: Die Beihilfestelle beim Finanzamt Dessau-Roßlau setzt die Beihilfe für Beamtinnen, Beamte und Versorgungsempfänger des Landes fest; maßgeblich ist Ihr Dienstherr, nicht Ihr Wohnort.
- Erster Antrag: Für den ersten Antrag nehmen Sie den ausführlichen Antrag auf Papier; welche Unterlagen dazugehören, erklärt der Abschnitt zum Erstantrag.
- Frist: Sie haben drei Jahre ab dem Rechnungsdatum Zeit; in der Regel muss ein Antrag zusammen mehr als 200 Euro an Aufwendungen enthalten.
- Beihilfesatz: Wie viel Beihilfe Sie erhalten, hängt von Ihrer Situation ab; die Tabelle im Abschnitt zu den Beihilfesätzen nennt jeden Satz mit seinen Voraussetzungen.
- Pauschale Beihilfe: Sachsen-Anhalt meint damit einen Zuschuss zum Beitrag für freiwillig gesetzlich Versicherte statt ergänzender Beihilfe; wer ihn erhält, ab wann, in welcher Höhe und wie Sie wieder wechseln, erklärt der Abschnitt zur pauschalen Beihilfe.
Formulare und Informationsblätter
Wie beantrage ich Beihilfe in Sachsen-Anhalt?
Als Beamtin oder Beamter des Landes Sachsen-Anhalt beantragen Sie Beihilfe bei der Beihilfestelle des Finanzamts Dessau-Roßlau, auf Papier per Post oder mit der App dBeihilfePlus. Beamte von Gemeinden, Landkreisen und anderen Dienstherren im Land erfahren bei ihrem Dienstherrn, welche Stelle ihre Beihilfe festsetzt; die folgenden Wege und Formulare gelten für das Finanzamt Dessau-Roßlau. So gehen Sie vor:
- Zuständige Stelle klären. Für die Beamtinnen und Beamten des Landes ist die Beihilfestelle beim Finanzamt Dessau-Roßlau zuständig; sie steht auch auf einem vorhandenen Bescheid.
- Antrag ausfüllen. Nehmen Sie den ausführlichen Antrag auf Beihilfe oder, wenn sich seit dem letzten ausführlichen Antrag nichts geändert hat, den Kurzantrag, und legen Sie die Belege als Kopien bei. Für Pflegeleistungen fügen Sie das Ergänzungsblatt „Pflegeleistungen“ bei.
- Antrag einreichen. Schicken Sie den Antrag an das Finanzamt Dessau-Roßlau, Bezügestelle, Kühnauer Straße 161, 06846 Dessau-Roßlau, oder reichen Sie Belege mit der App ein; wofür die App genügt, steht im Abschnitt zur App.
- Bescheid prüfen. Achten Sie auf die anerkannten Beträge, abgezogene Eigenbehalte und Hinweise auf fehlende Unterlagen. Sind Sie beurlaubt, etwa in Elternzeit, in der Freistellungsphase der Altersteilzeit oder lange erkrankt, können Sie im Antrag ankreuzen, dass der Bescheid an Ihre Wohnanschrift geht.
Was sollte ich vor dem Absenden prüfen?
- Mindestbetrag: Erreicht der Antrag den Mindestbetrag? Höhe und Ausnahmen stehen im Abschnitt zur Frist.
- Belege: Reichen Sie die Belege nur als Kopie ein; die Beihilfestelle schickt sie nicht zurück. Für jede Aufwendung gehört ein Beleg dazu.
- Verordnungen: Für Hilfsmittel und Heilbehandlungen wie Physiotherapie legen Sie die schriftliche ärztliche Verordnung bei.
- Unfall: Hängen Aufwendungen mit einem privaten Unfall zusammen, für den jemand Schadensersatz schulden könnte, nehmen Sie den ausführlichen Antrag und kennzeichnen die Belege. Kosten eines Dienstunfalls beantragen Sie mit dem Antrag auf Erstattung von Dienstunfallkosten; den Dienstunfall erkennt Ihre Personaldienststelle an. Unfälle von Kindern in Kita oder Schule rechnen Sie mit der Unfallkasse ab.
Welche Formulare brauche ich?
Für die Beihilfe in Sachsen-Anhalt gibt es einen ausführlichen Antrag, einen Kurzantrag, ein Ergänzungsblatt für Pflegeleistungen und eigene Vordrucke für den Zuschuss zur gesetzlichen Krankenversicherung.
| Ihre Situation | Passendes Formular |
|---|---|
| Sie beantragen erstmals Beihilfe in Sachsen-Anhalt. | Antrag auf Beihilfe (Vordruck 035 070); Unterlagen unter Erstantrag |
| Anschrift, Bankverbindung, Versicherungsschutz, Familienzuschlag, Dienststelle oder Status haben sich geändert. | Antrag auf Beihilfe (Vordruck 035 070) |
| Seit dem letzten ausführlichen Antrag hat sich nichts geändert. | Kurzantrag (Vordruck 035 069) oder die App dBeihilfePlus |
| Aufwendungen nach einem Unfall mit möglichem Schadensersatz oder für eine Krankheit, für die Ihre Versicherung Leistungen ausgeschlossen oder eingestellt hat | Antrag auf Beihilfe (Vordruck 035 070) |
| Sie beantragen eine Pflegepauschale. | Ergänzungsblatt „Pflegeleistungen“ (Vordruck 035 097) zum Antrag |
| Eine andere Person soll für Sie handeln. | Vollmacht in Beihilfeangelegenheiten (Vordruck 035 098) |
| Sie wählen den Zuschuss zur gesetzlichen Krankenversicherung, ändern ihn oder widerrufen ihn. | Vordrucke 035 101, 035 102 und 035 103; Voraussetzungen im Abschnitt zum Zuschuss |
Alle Vordrucke und Informationsblätter stehen auf der Formularseite der Bezügeverwaltung beim Ministerium der Finanzen.
Welche Unterlagen gehören zum Erstantrag?
Zum ersten Antrag gehören der vollständig ausgefüllte und unterschriebene Antrag auf Beihilfe mit Angaben zu Beschäftigung, anderen Beihilfeberechtigungen, Familienzuschlag und Krankenversicherung, die Belege als Kopie und ein Nachweis Ihres Krankenversicherungsschutzes. Den Versicherungsnachweis reichen Sie danach nur bei Änderungen erneut ein. Wollen Sie Aufwendungen Ihres Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartners geltend machen, legen Sie eine Kopie seines Steuerbescheids aus dem vorletzten Jahr vor dem Antrag bei.
Formulare und Informationsblätter zur Beihilfe
Wie Sie danach Belege digital einreichen, steht im Abschnitt zur App.
Wie funktioniert die App dBeihilfePlus?
Mit der kostenlosen App dBeihilfePlus reichen Sie Arztrechnungen und Rezepte mit dem Smartphone oder Tablet bei der Beihilfestelle in Dessau-Roßlau ein; alle Beihilfeberechtigten des Landes können sie nutzen. Über die App reichen Sie Anträge ein, für die sonst der Kurzantrag genügt; den ersten Antrag, Unfallfolgen mit Schadensersatzanspruch, Krankheiten, für die Ihre Versicherung Leistungen ausgeschlossen oder eingestellt hat, Pflegepauschalen und Änderungen Ihrer persönlichen Verhältnisse reichen Sie weiter mit dem ausführlichen Antrag auf Papier ein.
Für die Registrierung brauchen Sie eine private E-Mail-Adresse, eine Authenticator-App für die Anmeldung in zwei Schritten und Ihre Personalnummer von der Bezügemitteilung. Nach dem Abgleich Ihrer Daten schickt Ihnen die Beihilfestelle einen Freischaltcode per Post, mit dem Sie die Registrierung abschließen; haben Sie früher die App „Meine Arztrechnung“ genutzt und stimmen der Übernahme Ihrer Registrierungsdaten zu, entfällt der Brief, wenn die Daten übereinstimmen. Aus der App können Sie Belege auch an Ihre private Krankenversicherung senden.
Welche Frist gilt für den Beihilfeantrag?
In Sachsen-Anhalt beantragen Sie Beihilfe innerhalb von drei Jahren nach dem Rechnungsdatum. Maßgeblich sind das Datum der Rechnung oder der Kauf und der Eingang des Antrags bei der Beihilfestelle; planen Sie deshalb den Postweg ein. Für eine Rechnung vom 2. März 2026 muss der Antrag spätestens am 2. März 2029 eingegangen sein, auch wenn die Behandlung schon früher war.
Beihilfe gibt es nur, wenn die Aufwendungen eines Antrags zusammen mehr als 200 Euro betragen; in Ausnahmefällen kann die Beihilfestelle davon absehen. Eigene Fristbeginne gelten für die Pauschalbeihilfe bei häuslicher Pflege, wenn andere Pflegekräfte als die vertraglich an Pflegekasse oder zugelassene Pflegeeinrichtung gebundenen pflegen, etwa Angehörige (letzter Tag des Monats, in dem gepflegt wurde), und wenn ein Sozialhilfeträger oder, bei Pflegeleistungen, ein Träger der Sozialen Entschädigung oder der Soldatenentschädigung vorgeleistet hat (Erster des Monats nach seiner Zahlung). Für den Ausgleich des transplantationsbedingten Verdienstausfalls einer Spenderin oder eines Spenders und für das vom Arbeitgeber fortgezahlte Entgelt, die es nur gibt, wenn der Empfänger der Spende beihilfeberechtigt oder berücksichtigungsfähig ist, beginnt die Frist erst mit Ablauf des Jahres, in dem die Transplantation oder ihr Versuch stattfand. Für den Zuschuss zur gesetzlichen Krankenversicherung gelten eigene Regeln zu Antrag und Beginn; sie stehen im Abschnitt zum Zuschuss.
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine individuelle Beratung. Prüfen Sie die für Ihren Fall geltenden Voraussetzungen und Antragsfristen rechtzeitig bei Ihrer zuständigen Beihilfestelle.
Wie lange dauert die Bearbeitung?
Einen Bearbeitungsstand veröffentlicht die Beihilfestelle in Sachsen-Anhalt nicht. Fragen zu Ihrem Antrag beantwortet die Beihilfestelle in Dessau-Roßlau montags und donnerstags von 9 bis 12 Uhr und dienstags von 13 bis 15 Uhr unter 0340 6506 mit der Durchwahl, die auf Ihrem letzten Beihilfebescheid steht.
Wie hoch ist die Beihilfe in Sachsen-Anhalt?
Sachsen-Anhalt legt die Bemessungssätze im Besoldungs- und Versorgungsrechtsergänzungsgesetz fest und wendet im Übrigen die Beihilfevorschriften des Bundes an; maßgeblich ist der Satz zu dem Zeitpunkt, zu dem die Leistung erbracht wird. Erstattet wird dieser Anteil der beihilfefähigen Aufwendungen, nicht automatisch der volle Rechnungsbetrag:
| Ihre Situation | Bemessungssatz | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Beamtin oder Beamter, auch Professoren | 50 % | Grundsatz |
| Beamtin oder Beamter mit zwei oder mehr Kindern | 70 % | Kinder im Familienzuschlag berücksichtigungsfähig; bei mehreren Beihilfeberechtigten nur für den, der den Familienzuschlag für die Kinder bezieht |
| Beamtin oder Beamter in Elternzeit | 70 % | für die Dauer der Elternzeit |
| Versorgungsempfänger im Ruhestand, Witwe oder Witwer | 70 % | Anspruch auf Versorgungsbezüge |
| Ehegatte oder eingetragener Lebenspartner | 70 % | nicht selbst beihilfeberechtigt; Gesamtbetrag der Einkünfte im zweiten Kalenderjahr vor dem Antrag höchstens 22.648 Euro (Wert für Anträge 2026, jährlich angepasst); bleiben die Einkünfte im laufenden Kalenderjahr unter der Grenze, gilt das unter Vorbehalt schon in diesem Jahr |
| Kind oder Waise | 80 % | Kind im Familienzuschlag berücksichtigungsfähig; Waise als solche beihilfeberechtigt |
| freiwillig gesetzlich versichert mit individueller Beihilfe | 100 % des Rests nach der Kassenleistung | nur für Aufwendungen, zu denen die Krankenkasse etwas leistet |
| Versicherung schließt Leistungen für eine Krankheit aus | plus 20 Prozentpunkte, höchstens 90 % | trotz ausreichender und rechtzeitiger Versicherung individueller Ausschluss wegen angeborener Leiden oder bestimmter Krankheiten oder Leistungen auf Dauer eingestellt; der Versicherer erfüllt die gesetzlichen Mindestbedingungen; nicht für Pflegeaufwendungen |
Beihilfefähig ist, was notwendig und wirtschaftlich angemessen ist. Beihilfe und die Leistungen Dritter dürfen zusammen die beihilfefähigen Aufwendungen nicht übersteigen. Ist Ihr Ehegatte gesetzlich pflichtversichert, ist er nach Angabe der Beihilfestelle zunächst auf die Leistungen seiner Krankenkasse verwiesen.
Welche Eigenanteile zieht die Beihilfestelle ab?
Bei Arznei- und Verbandmitteln, Medizinprodukten, Hilfsmitteln, Fahrten sowie je Tag bei Familien- und Haushaltshilfe und Soziotherapie mindern sich die beihilfefähigen Aufwendungen um 10 Prozent der Kosten, mindestens um 5 und höchstens um 10 Euro, aber nie um mehr als die Kosten selbst; bei Hilfsmitteln zum Verbrauch, außer Pflegehilfsmitteln, höchstens um 10 Euro für den Monatsbedarf. Bei vollstationären Krankenhausleistungen, der Übergangspflege im Krankenhaus und stationären Anschlussheil- und Suchtbehandlungen sind es 10 Euro je Kalendertag, zusammen höchstens für 28 Tage im Jahr; bei einer stationären Rehabilitation und einer Mutter-Kind- oder Vater-Kind-Maßnahme ebenfalls 10 Euro je Tag, ohne diese Höchstgrenze. Bei häuslicher Krankenpflege zieht die Beihilfestelle 10 Prozent der Kosten für die ersten 28 Tage im Jahr und 10 Euro je Verordnung ab.
Keinen Abzug gibt es unter anderem für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren außer bei Fahrten, bei Schwangerschaftsbeschwerden und Entbindung, für Vorsorge und Früherkennung, für Heil- und Hilfsmittel mit festgesetztem Höchstbetrag, für Harn- und Blutteststreifen, für Spender von Organen, Geweben, Blutstammzellen oder anderen Blutbestandteilen sowie Personen, die als Spender vorgesehen waren, aber nicht in Betracht kamen, und für die Fahrten zu Anschlussheil- und Suchtbehandlungen sowie zu stationären Rehabilitationsmaßnahmen, Mutter-Kind- oder Vater-Kind-Maßnahmen, familienorientierter Rehabilitation und ambulanten Rehabilitationsmaßnahmen in einem anerkannten Heilbad oder Kurort; Fahrten zu anderen ambulanten Rehabilitationsmaßnahmen in Rehabilitationseinrichtungen oder wohnortnahen Einrichtungen sind nicht ausgenommen. Auf Antrag zieht die Beihilfestelle keine Eigenbehalte mehr ab, soweit sie in einem Kalenderjahr 2 Prozent Ihrer jährlichen Einnahmen übersteigen, bei chronisch Kranken nach der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses 1 Prozent. Maßgeblich sind die Einnahmen des Vorjahres für Sie und Ihre berücksichtigungsfähigen Angehörigen zusammen; bei Verheirateten und eingetragenen Lebenspartnern mindern sie sich um 15 Prozent und für jedes Kind um die steuerlichen Freibeträge für Kinder, und die Einnahmen eines gesetzlich versicherten oder selbst beihilfeberechtigten Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartners zählen nicht mit. Den Antrag müssen Sie bis zum Ende des Folgejahres stellen.
Wahlleistungen im Krankenhaus sind in Sachsen-Anhalt wie beim Bund beihilfefähig: gesondert berechnete Chefarztbehandlung und andere wahlärztliche Leistungen sowie die gesondert berechnete Unterkunft im Ein- oder Zweibettzimmer bis zu einem festen Tageshöchstbetrag, den das Informationsblatt Krankenhaus der Beihilfestelle nennt.
Was ist in Sachsen-Anhalt anders?
Sachsen-Anhalt hat keine eigene Beihilfeverordnung, sondern wendet die Beihilfevorschriften des Bundes in ihrer jeweils geltenden Fassung an; eigene Regeln stehen im Besoldungs- und Versorgungsrechtsergänzungsgesetz, vor allem zu den Bemessungssätzen und zum Zuschuss für freiwillig gesetzlich Versicherte, den es seit Januar 2026 gibt. Leistungen von Heilpraktikern sind wie beim Bund bis zu festen Höchstbeträgen beihilfefähig. Wie die anderen Länder die Beihilfe regeln, zeigt die Beihilfe-Übersicht.
Pauschale Beihilfe in Sachsen-Anhalt: Wie funktioniert der GKV-Zuschuss?
Sachsen-Anhalt zahlt seit dem 1. Januar 2026 auf Antrag einen Zuschuss zur freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung, den das Finanzministerium unter „Pauschale Beihilfe“ führt: monatlich die Hälfte des nachgewiesenen Krankenversicherungsbeitrags. Voraussetzung ist, dass Sie freiwillig gesetzlich krankenversichert sind und schriftlich auf ergänzende Beihilfen verzichten. Der Verzicht gilt nach Angabe des Ministeriums auch für die ergänzende Beihilfe zu Aufwendungen Ihrer mitversicherten Angehörigen. Für privat Versicherte gibt es den Zuschuss nicht.
- Beginn: Der Zuschuss steht Ihnen ab Beginn des Monats zu, in dem Sie den Antrag gestellt und den Verzicht erklärt haben, frühestens ab Beginn Ihrer freiwilligen gesetzlichen Versicherung. Anträge mit Verzicht, die bis zum 31. Dezember 2026 eingehen, wirken auf den 1. Januar 2026 zurück, frühestens auf den Beginn der freiwilligen Versicherung.
- Antrag: Schriftlich mit dem Vordruck 035 101 bei der Bezügestelle des Finanzamts Dessau-Roßlau, Außenstelle Magdeburg, mit Nachweisen zu Versicherungsumfang und monatlichem Beitrag.
- Höhe: Die Hälfte des nachgewiesenen Beitrags Ihrer freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung für Sie als beihilfeberechtigte Person; Beiträge für Zusatzversicherungen, etwa eine Zahnzusatzversicherung, zählen nach Angabe des Ministeriums nicht mit. Leistungen Dritter zur Krankenversicherung werden abgezogen. Der Zuschuss kommt monatlich mit den Bezügen und ist nach Angabe des Ministeriums steuerfrei.
- Änderungen: Ändert sich Ihr Beitrag, teilen Sie das mit dem Vordruck 035 102 mit, damit der Zuschuss angepasst wird.
- Widerruf: Die Wahl ist widerruflich: Antrag und Verzicht können Sie mit Wirkung für die Zukunft zum Beginn eines Monats widerrufen; der schriftliche Widerruf mit dem Vordruck 035 103 muss spätestens drei Monate vorher bei der Bezügestelle sein.
- Pflege: Ein Zuschuss zur Pflegeversicherung wird nicht gezahlt; Beihilfe zu Aufwendungen für die Pflege erhalten Sie trotz Verzicht weiter.
- Dienstherrnwechsel: Ob ein anderer Dienstherr einen vergleichbaren Zuschuss zahlt, richtet sich nach dessen Recht; der Bund etwa kennt keinen.
Hinweisblatt und Vordrucke zum Zuschuss beim Ministerium der Finanzen
Wie andere Länder gesetzlich Versicherte unterstützen, zeigt die Übersicht der Bundesländer; zur Wahl der Versicherung siehe Krankenversicherung für Professoren.
Was gilt für Professoren und andere Hochschulbeamte?
Ob Sie Beihilfe erhalten, hängt von Ihrem Beamtenstatus und Ihrem Dienstherrn ab, nicht von der Bezeichnung Professorin oder Professor. Die Beihilfestelle beim Finanzamt Dessau-Roßlau setzt die Beihilfe für die Beamtinnen, Beamten und Versorgungsempfänger des Landes fest; welche Stelle für Sie zuständig ist, steht auf Ihrem Bescheid oder erfahren Sie bei der Personalstelle Ihrer Hochschule. Welcher Beihilfesatz für Sie gilt, steht mit allen Voraussetzungen in der Tabelle im Abschnitt Wie hoch ist die Beihilfe in Sachsen-Anhalt?. Was eine Professur dort einbringt, steht unter Professorengehalt Sachsen-Anhalt.
Die wichtigste Entscheidung fällt mit der Berufung: gesetzliche oder private Krankenversicherung. Was die Beihilfe bei gesetzlicher Versicherung erstattet und wie sich der Satz im Ruhestand ändert, zeigt die Tabelle der Beihilfesätze; wer statt ergänzender Beihilfe den Zuschuss zum Beitrag erhält und wie Sie ihn widerrufen, steht im Abschnitt zum Zuschuss. Holen Sie vor dem Dienstantritt Angebote der Krankenkasse und der privaten Versicherung ein. Mehr zum Übergang in den Ruhestand steht unter Beamtenpension in Sachsen-Anhalt.
Wer ist beihilfeberechtigt?
Beihilfeberechtigt sind Beamtinnen und Beamte, Richterinnen und Richter, Versorgungsempfänger und frühere Beamte, solange ihnen Dienstbezüge, Anwärtergrundbetrag, Ruhegehalt, Witwen- oder Witwergeld, Waisengeld, Unterhaltsbeiträge oder Übergangsgeld zustehen; die Berechtigung bleibt, wenn die Bezüge wegen Elternzeit oder wegen Ruhens-, Anrechnungs- oder Kürzungsvorschriften nicht gezahlt werden. Wer Heilfürsorge erhält, etwa im Polizeivollzugsdienst, bekommt für sich keine Beihilfe.
Ihr Ehegatte oder eingetragener Lebenspartner ist unter den Voraussetzungen berücksichtigungsfähig, die die Tabelle der Beihilfesätze nennt. Kinder sind berücksichtigungsfähig, solange sie im Familienzuschlag berücksichtigt werden. Angestellte Professoren erhalten keine Beihilfe nach dem Beamtenrecht. Bei einem Wechsel vom Bund oder aus einem anderen Land nach Sachsen-Anhalt gilt ab der Versetzung das Recht des Landes; was beim Bund galt, steht unter Beihilfe beim Bund. Zur Akademischen Rätin und zum Akademischen Rat in Sachsen-Anhalt siehe Akademischer Rat in Sachsen-Anhalt.
Passende Stellen
16 Professuren in Sachsen-Anhalt aktuell ausgeschrieben
Häufige Fragen
Muss ich Rechnungen selbst bezahlen?
Ja, mit privater Versicherung schulden Sie dem Arzt oder Krankenhaus die Rechnung selbst. Beihilfe und Versicherung erstatten Ihnen ihren Anteil, wenn Sie die Rechnung als Beleg einreichen. Haben Sie auf die beantragte Beihilfe bereits einen Abschlag erhalten, geben Sie ihn im Antrag an.
Was zahlt die Beihilfe bei einer Behandlung in einer Privatklinik?
Nicht unbedingt den vollen Rechnungsbetrag: Bei Privatkliniken, die die gesetzlichen Voraussetzungen eines Krankenhauses erfüllen, aber nicht für die Behandlung gesetzlich Versicherter zugelassen sind, erkennt die Beihilfestelle die allgemeinen Krankenhausleistungen nur bis zu Obergrenzen an, die sich an den Entgelten zugelassener Krankenhäuser orientieren. Mussten Sie im Notfall das nächstgelegene Krankenhaus aufsuchen, gelten diese Obergrenzen nicht. Lassen Sie sich vor einer geplanten Behandlung eine Kostenaufstellung mit den Diagnose- und Prozedurenschlüsseln geben; damit kann die Beihilfestelle die voraussichtlich beihilfefähigen Kosten einschätzen.
Darf jemand anderes die Beihilfe für mich beantragen?
Ja, mit einer Vollmacht; dafür gibt es den Vordruck „Vollmacht in Beihilfeangelegenheiten“. Um unbillige Härten zu vermeiden, kann die Beihilfestelle nach Anhörung der beihilfeberechtigten Person außerdem zulassen, dass berücksichtigungsfähige Angehörige oder ihre gesetzlichen Vertreter die Beihilfe ohne deren Zustimmung selbst beantragen.
Was bleibt vom W-Gehalt, wenn PKV-Beitrag und Beihilfe zusammenkommen?
Der Beitrag der privaten Krankenversicherung hängt vom Eintrittsalter, vom Tarif und vom Beihilfesatz ab, den er ergänzt. Was vom W-Brutto in Sachsen-Anhalt bleibt, wenn Sie Ihren Beitrag eintragen, zeigt der Gehaltsrechner: W 2 in Sachsen-Anhalt mit PKV berechnen oder W 3 in Sachsen-Anhalt mit PKV berechnen. Die Beihilfe selbst setzt die Beihilfestelle im Bescheid fest.
Quellen
Wer über Ihren Antrag entscheidet
Über Ihren Antrag entscheidet Ihre Beihilfestelle, für die Beamtinnen und Beamten des Landes die Beihilfestelle beim Finanzamt Dessau-Roßlau, nach dem Besoldungs- und Versorgungsrechtsergänzungsgesetz und den danach anzuwendenden Beihilfevorschriften des Bundes; verbindlich ist Ihr Beihilfebescheid.
- Besoldungs- und Versorgungsrechtsergänzungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt (BesVersEG LSA): § 3 Beihilfen in Krankheits-, Pflege- und Geburtsfällen mit Berechtigten (Abs. 1), Angehörigen (Abs. 2), Bemessungssätzen (Abs. 4), Begrenzung und Heilfürsorge (Abs. 5) und Anwendung der Bundesbeihilfeverordnung (Abs. 8), Fassung ab 01.01.2026, sowie § 3d Zuschuss zur gesetzlichen Krankenversicherung (seit 01.01.2026, Gesetz vom 14.01.2026, GVBl. LSA S. 2); Gesamtausgabe gültig ab 01.04.2026, abgerufen am 28.10.2026.
- Bundesbeihilfeverordnung (BBhV): § 6 Beihilfefähigkeit und Einkommensgrenze, § 9 Anrechnung von Leistungen, § 13 Heilpraktiker, § 26 und § 26a Krankenhäuser und Privatkliniken, § 45a Organspende und andere Spenden, § 46 Bemessung, § 47 abweichende Sätze, § 48 Begrenzung, § 49 Eigenbehalte, § 50 Belastungsgrenzen, § 51 Bewilligungsverfahren und Mindestbetrag, § 54 Antragsfrist; Fassung nach der Verordnung vom 14.10.2025, abgerufen am 28.10.2026.
- Ministerium der Finanzen, Bezügeverwaltung: Formulare und Vordrucke mit Antrag auf Beihilfe 035 070 und Kurzantrag 035 069 (Stand 01/2026), Ergänzungsblatt Pflegeleistungen, Vollmacht, Vordrucken 035 101 bis 035 103 und Hinweisblatt zum Zuschuss zur gesetzlichen Krankenversicherung vom 29.01.2026 (auf der Seite Bezügeverwaltung – Aktuelles unter „Pauschale Beihilfe“), Informationsblättern Krankenhaus (Stand 01.10.2026), Eigenbehalte und Belastungsgrenzen, gesetzlich versicherte Ehe- und Lebenspartner (Stand 01.04.2026) und Heilpraktiker; Beihilfe-App und Kontakt, jeweils abgerufen am 28.10.2026.