Beihilfe Thüringen: Antrag, Formulare und Beihilfesätze
Für Beamtinnen und Beamte des Freistaats Thüringen setzt die Beihilfestelle des Thüringer Landesamts für Finanzen in Gera die Beihilfe fest. Hier finden Sie die amtlichen Zugänge zu Formularen und zum Online-Antrag über ThAVEL sowie die Regeln zu Frist, Mindestbetrag, Beihilfesätzen und Eigenanteilen. Statt der Beihilfe zu einzelnen Rechnungen können Sie seit 2020 unter bestimmten Voraussetzungen die pauschale Beihilfe zum Krankenversicherungsbeitrag wählen.
Die Links führen zu den amtlichen Angeboten des Freistaats Thüringen und der Beihilfestelle des Landesamts für Finanzen. Dort finden Sie die Formulare im Thüringer Formularservice, den Online-Antrag über ThAVEL, den Antrag auf Beihilfe für den ersten Antrag und die Hinweise zur pauschalen Beihilfe.

Beihilfe Thüringen auf einen Blick
- Zuständigkeit: Die Beihilfestelle des Thüringer Landesamts für Finanzen in Gera setzt die Beihilfe für Beamtinnen, Beamte und Versorgungsempfänger des Freistaats fest; maßgeblich ist Ihr Dienstherr, nicht Ihr Wohnort.
- Erster Antrag: Für den ersten Antrag nehmen Sie den Antrag auf Beihilfe; welche Unterlagen dazugehören, erklärt der Abschnitt zum Erstantrag.
- Frist: Ihr Antrag muss innerhalb eines Jahres nach dem Entstehen der Aufwendungen oder der Ausstellung der Rechnung beim Landesamt für Finanzen eingehen; in der Regel braucht er mehr als 200 Euro an Aufwendungen.
- Beihilfesatz: Wie viel Beihilfe Sie erhalten, hängt von Ihrer Situation ab; die Tabelle im Abschnitt zu den Beihilfesätzen nennt jeden Satz mit seinen Voraussetzungen.
- Pauschale Beihilfe: Statt der Beihilfe zu einzelnen Rechnungen können Sie unter bestimmten Voraussetzungen einen Zuschuss zum Krankenversicherungsbeitrag wählen; wer ihn erhält, ab wann und in welcher Höhe, erklärt der Abschnitt zur pauschalen Beihilfe.
Wie beantrage ich Beihilfe in Thüringen?
Als Beamtin oder Beamter des Freistaats Thüringen beantragen Sie Beihilfe bei der Beihilfestelle des Thüringer Landesamts für Finanzen in Gera, auf Papier per Post oder online über ThAVEL. Beamte von Gemeinden, Landkreisen und anderen Dienstherren im Land erfahren bei ihrem Dienstherrn, welche Stelle ihre Beihilfe festsetzt; die folgenden Wege und Formulare gelten für die Beihilfestelle in Gera. So gehen Sie vor:
- Zuständige Stelle klären. Für die Beamtinnen und Beamten des Freistaats ist die Beihilfestelle des Landesamts für Finanzen in Gera zuständig; sie steht auch auf einem vorhandenen Bescheid.
- Antrag ausfüllen. Nehmen Sie den Antrag auf Beihilfe oder, wenn keiner der Fälle der Formulartabelle vorliegt, die den Antrag auf Beihilfe verlangen, den Kurzantrag, und tragen Sie alle Belege in die Zusammenstellung der Aufwendungen ein. Für Pflegeaufwendungen fügen Sie die Anlage Pflege bei. Den Papierantrag unterschreiben Sie eigenhändig oder eine Person, der Sie eine Vollmacht auf dem Vordruck der Beihilfestelle erteilt haben; eine eingefügte oder kopierte Unterschrift genügt nicht. Online stellen Sie den Antrag über Ihr BundID-Konto (Online-Antrag).
- Antrag einreichen. Schicken Sie den Antrag an das Thüringer Landesamt für Finanzen, Beihilfestelle, Ernst-Toller-Straße 14, 07545 Gera, oder stellen Sie ihn online über ThAVEL; was dafür nötig ist, steht im Abschnitt zum Online-Antrag. Warum eine E-Mail nicht genügt, steht im Abschnitt zur Bearbeitung.
- Bescheid prüfen. Achten Sie auf die anerkannten Beträge, abgezogene Eigenbehalte und Hinweise auf fehlende Unterlagen.
Was sollte ich vor dem Absenden prüfen?
- Mindestbetrag: Erreicht der Antrag den Mindestbetrag? Höhe und Ausnahme stehen im Abschnitt zur Frist.
- Belege: Reichen Sie nur Kopien oder Zweitschriften ein, je Blatt einen Beleg, einseitig kopiert und lose beigelegt; die Beihilfestelle schickt sie nicht zurück, sondern vernichtet sie nach der Bearbeitung. Nur nach dem Tod der beihilfeberechtigten Person werden Originalbelege verlangt und zurückgeschickt.
- Belege nachreichen: Zu einem bereits gestellten Antrag können Sie keine Belege nachreichen; stellen Sie dafür einen neuen Antrag.
- Unfall: Hängen Aufwendungen mit einem Unfall oder einem anderen schädigenden Ereignis zusammen, kennzeichnen Sie die Belege mit „U“ und machen Sie Angaben zu möglichen Ersatzansprüchen.
- Berichtigte Rechnungen: Werden Rechnungen, zu denen Sie schon Beihilfe erhalten haben, später berichtigt, erstattet oder erlassen, reichen Sie das mit den Unterlagen erneut ein.
Welche Formulare brauche ich?
Die Beihilfestelle in Gera stellt ihre Formulare im Thüringer Formularservice bereit: den Antrag auf Beihilfe, den Kurzantrag, die Anlage Pflege, den Antrag auf pauschale Beihilfe und weitere Vordrucke.
| Ihre Situation | Passendes Formular |
|---|---|
| Sie beantragen erstmals Beihilfe in Thüringen. | Antrag auf Beihilfe; Unterlagen unter Erstantrag |
| Seit dem letzten Antrag auf Beihilfe hat sich etwas geändert beim Krankenversicherungsschutz, bei Ansprüchen auf Heilfürsorge, Krankenhilfe oder Kostenerstattung, bei einer anderen Beihilfeberechtigung, einer Beurlaubung ohne Bezüge, bei den Kindern im Familienzuschlag oder bei der Auszahlung auf ein anderes Konto, oder Aufwendungen hängen mit einem Unfall oder einem anderen schädigenden Ereignis zusammen; die Beihilfestelle kann den Antrag auf Beihilfe auch verlangen. | Antrag auf Beihilfe |
| Keiner dieser Fälle liegt vor. | Kurzantrag auf Beihilfe, auf Papier oder online |
| Sie oder Angehörige haben Pflegeaufwendungen. | Anlage Pflege zum Antrag |
| Eine ambulante Psychotherapie oder eine Rehabilitation ist geplant. | Antrag auf Anerkennung der Beihilfefähigkeit für Psychotherapie mit Vorblatt beziehungsweise Vordruck für Rehabilitationseinrichtungen und Kuren; wann die Anerkennung vorher nötig ist, steht im Abschnitt zu den Beihilfesätzen |
| Kinder sind bei zwei Beihilfeberechtigten berücksichtigungsfähig. | Gemeinsame Erklärung zur Zuordnung; Hintergrund in der Tabelle der Beihilfesätze |
| Sie erwarten hohe Kosten und brauchen vorab Geld. | Antrag auf Abschlagszahlung |
| Eine andere Person soll für Sie handeln. | Vollmacht zur Regelung Ihrer Beihilfeangelegenheiten |
| Sie wählen die pauschale Beihilfe. | Antrag auf pauschale Beihilfe; Voraussetzungen im Abschnitt zur pauschalen Beihilfe |
Alle Vordrucke stehen im Thüringer Formularservice unter „Thüringer Beihilfeverordnung“. Verwenden Sie nur die aktuellen Vordrucke.
Welche Unterlagen gehören zum Erstantrag?
Zum ersten Antrag gehören der vollständig ausgefüllte und unterschriebene Antrag auf Beihilfe mit der Zusammenstellung der Aufwendungen, die Belege als Kopie und ein Nachweis Ihres Krankenversicherungsschutzes und des Schutzes Ihrer Angehörigen; den Nachweis reichen Sie danach nur bei Änderungen erneut ein, nicht bei einer bloßen Beitragsanpassung. Wollen Sie Aufwendungen Ihres Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartners geltend machen, geben Sie seine Einkünfte an und legen Sie seinen Steuerbescheid bei, wenn er der Beihilfestelle noch nicht vorliegt.
Formulare im Thüringer Formularservice
Wie Sie danach Anträge online stellen, steht im Abschnitt zum Online-Antrag.
Wie funktioniert der Online-Antrag?
Über ThAVEL, das Antragssystem des Freistaats, stellen Sie den Kurzantrag und den Antrag auf Beihilfe samt Anlage Pflege online, rund um die Uhr am Computer oder auf dem Smartphone; eine App gibt es nicht. Voraussetzung ist ein einmal angelegtes Benutzerkonto bei der BundID, das auf den Namen der beihilfeberechtigten Person lauten muss; sind beide Ehegatten beihilfeberechtigt, braucht jeder ein eigenes Konto, und den Antrag stellen Sie stets mit Ihrer Personalnummer, selbst oder durch eine bevollmächtigte Person.
Die Belege scannen oder fotografieren Sie vollständig und gut lesbar, mit allen Seiten und bei Rezepten mit der Rückseite. Als Bestätigung des Eingangs erhalten Sie eine Quittungsdatei. Belege zu einem schon gestellten Antrag, Widersprüche und andere Schreiben können Sie über ThAVEL nicht einreichen.
Welche Frist gilt für den Beihilfeantrag?
In Thüringen beantragen Sie Beihilfe innerhalb eines Jahres nach dem Entstehen der Aufwendungen oder der Ausstellung der Rechnung; entstanden ist eine Aufwendung, wenn die Leistung erbracht wurde, und für die Frist zählt der Tag, an dem Ihr Antrag beim Landesamt für Finanzen eingeht. Für eine Behandlung und Rechnung vom 2. März 2026 muss der Antrag also spätestens am 2. März 2027 in Gera eingegangen sein; planen Sie den Postweg ein.
Beihilfe gibt es nur, wenn die Aufwendungen eines Antrags zusammen mehr als 200 Euro betragen; kommen in zehn Monaten keine 200 Euro zusammen, genügen mehr als 15 Euro. Eigene Fristbeginne gelten bei einer Kur (Tag ihres Endes), bei der Pauschalbeihilfe für häusliche Pflege (letzter Tag des Monats, in dem gepflegt wurde) und wenn ein Sozialhilfeträger vorgeleistet hat (Erster des Monats nach seiner Zahlung). Für die pauschale Beihilfe gelten eigene Regeln zu Antrag und Zahlungsbeginn; sie stehen im Abschnitt zur pauschalen Beihilfe.
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine individuelle Beratung. Prüfen Sie die für Ihren Fall geltenden Voraussetzungen und Antragsfristen rechtzeitig bei Ihrer zuständigen Beihilfestelle.
Wie lange dauert die Bearbeitung?
Die Beihilfestelle veröffentlicht auf ihrer Beihilfeseite laufend, Anträge mit welchem Eingangsdatum sie gerade bearbeitet, getrennt für Papier- und Online-Anträge. Telefonische oder schriftliche Nachfragen zum Stand bittet sie zu vermeiden.
Aktuellen Bearbeitungsstand beim Landesamt für Finanzen ansehen
Die Telefonzentrale der Beihilfestelle erreichen Sie unter 0361 57 3628-141, -143 und -144, für Fragen auch per E-Mail an poststelle-beihilfe@tlf.thueringen.de. Schreiben, für die das Gesetz die Schriftform verlangt, etwa der Beihilfeantrag, der Antrag auf Abschlagszahlung und der Widerspruch, können Sie per E-Mail nicht wirksam einreichen, nach Angabe der Beihilfestelle derzeit auch nicht mit qualifizierter Signatur; dafür gilt Papier mit eigenhändiger Unterschrift (Abschnitt zum Antrag); nur den Kurzantrag und den Antrag auf Beihilfe samt Anlage Pflege können Sie stattdessen online über ThAVEL stellen. Persönlich können Sie die Beihilfestelle nur nach vorheriger Terminabsprache aufsuchen.
Wie hoch ist die Beihilfe in Thüringen?
Thüringen legt die Bemessungssätze im Thüringer Beamtengesetz fest; maßgeblich ist der Satz zu dem Zeitpunkt, zu dem die Leistung erbracht wird. Erstattet wird dieser Anteil der beihilfefähigen Aufwendungen, nicht automatisch der volle Rechnungsbetrag:
| Ihre Situation | Bemessungssatz | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Beamtin oder Beamter, auch Professoren und entpflichtete Professoren | 50 % | Grundsatz |
| Beamtin oder Beamter mit zwei oder mehr Kindern | 70 % | Kinder im Familienzuschlag berücksichtigungsfähig; bei mehreren Beihilfeberechtigten nur für den, der die Kinderanteile des Familienzuschlags erhält, außer beide bestimmen gemeinsam etwas anderes |
| Versorgungsempfänger im Ruhestand, Witwe, Witwer oder hinterbliebener eingetragener Lebenspartner | 70 % | Anspruch auf Versorgungsbezüge |
| Ehegatte oder eingetragener Lebenspartner | 70 % | nicht selbst beihilfeberechtigt; Gesamtbetrag der Einkünfte, auch vergleichbarer ausländischer Einkünfte, im zweiten Kalenderjahr vor dem Antrag höchstens 18.000 Euro |
| Kind oder Waise | 80 % | Kind im Familienzuschlag berücksichtigungsfähig; Waise als solche beihilfeberechtigt |
| freiwillig gesetzlich versichert, auch als Angehöriger | 100 % des Rests nach der Kassenleistung | nur für Aufwendungen, zu denen die Krankenkasse etwas leistet; ohne Kassenleistung gilt der Satz aus dieser Tabelle |
| Versicherung schließt Leistungen für eine Krankheit aus | plus 20 Prozentpunkte, höchstens 90 % | trotz ausreichender und rechtzeitiger Versicherung individueller Ausschluss wegen angeborener Leiden oder bestimmter Krankheiten oder Leistungen auf Dauer eingestellt; der Versicherer erfüllt die gesetzlichen Mindestbedingungen |
Die Einkommensgrenze für Ehegatten und eingetragene Lebenspartner ist in Thüringen ein fester Betrag im Gesetz. Höhere Sätze kann das Finanzministerium nur in besonders begründeten Ausnahmefällen gewähren, die nach strengstem Maßstab zu beurteilen sind.
Beihilfefähig ist, was notwendig und der Höhe nach angemessen ist. Eine ambulante Psychotherapie und eine Rehabilitation, außer einer Anschlussheilbehandlung, muss die Beihilfestelle vor Beginn anerkennen; mehr als zwei Implantate je Kieferhälfte sind nur bei den in der Beihilfeverordnung genannten besonderen medizinischen Gründen beihilfefähig, die ein amts- oder vertrauensärztliches Gutachten vor der Behandlung nachweisen muss, und für eine kieferorthopädische Behandlung legen Sie den Heil- und Kostenplan vor.
Welche Eigenanteile zieht die Beihilfestelle ab?
Je verordnetem Arzneimittel, Verbandmittel oder Medizinprodukt zieht die Beihilfestelle 4 Euro von der Beihilfe ab, aber nie mehr als die Beihilfe für das Mittel. Auf Antrag zieht die Beihilfestelle die Eigenbehalte für den Rest des Kalenderjahres nicht mehr ab, sobald sie 2 Prozent Ihres Einkommens übersteigen, bei einer schwerwiegenden chronischen Erkrankung 1 Prozent.
Wer keinen Eigenbehalt zahlt. Keinen Abzug gibt es bei:
- Aufwendungen für Waisen, für Beamte auf Widerruf im Vorbereitungsdienst und für berücksichtigungsfähige Kinder,
- Mitgliedern einer gesetzlichen Krankenversicherung,
- Aufwendungen bei Schwangerschaftsbeschwerden und Entbindung,
- Mitteln, die bei der Behandlung verbraucht und als Auslagen berechnet wurden,
- Früherkennung und Vorsorge sowie Harn- und Blutteststreifen,
- einem Beihilfeanspruch während einer Elternzeit oder eines Urlaubs ohne Dienstbezüge zur tatsächlichen Betreuung eines Kindes unter 18 Jahren oder zur tatsächlichen Pflege eines nach ärztlichem Gutachten pflegebedürftigen Angehörigen.
Wie die Grenze berechnet wird.
- Was zählt: nur die 4-Euro-Eigenbehalte für Sie und Ihren berücksichtigungsfähigen Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartner zusammen; die Abzüge für Wahlleistungen zählen nicht mit. Welchem Jahr ein Eigenbehalt zugerechnet wird, richtet sich nach dem Rechnungs- oder Kaufdatum.
- Einkommen: Ihre Jahresdienst- oder Jahresversorgungsbezüge ohne die kinderbezogenen Anteile des Familienzuschlags sowie Ihre Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung und aus einer zusätzlichen Alters- und Hinterbliebenenversorgung, berechnet aus den Beträgen im Januar mal zwölf.
- Minderungen: Bei Verheirateten und eingetragenen Lebenspartnern mindert sich das Einkommen für jeden Beihilfeberechtigten gesondert um 15 Prozent, außerdem für jedes berücksichtigungsfähige Kind um die steuerlichen Freibeträge für Kinder.
- 1 statt 2 Prozent: wenn Sie oder Ihr berücksichtigungsfähiger Ehegatte oder eingetragener Lebenspartner nach der Chroniker-Richtlinie schwerwiegend chronisch krank sind.
So beantragen Sie die Befreiung.
- Nachweise: Nehmen Sie den Vordruck der Beihilfestelle und legen Sie Kopien Ihrer Einkommensnachweise bei, etwa die Mitteilung über Ihre Bezüge im Januar, bei einer schwerwiegenden chronischen Erkrankung außerdem die Bescheinigung des behandelnden Arztes.
- Zeitpunkt: Sie können den Antrag schon stellen, sobald absehbar ist, dass die Eigenbehalte die Grenze erreichen.
- Frist: spätestens bis zum Ende des Jahres, das auf das Jahr des Abzugs folgt.
- Erstattung: Zu viel einbehaltene Eigenbehalte erstattet die Beihilfestelle.
Sonderfälle. Statt des Januars zählt der Tag der Berufung, wenn Ihre Beihilfeberechtigung im laufenden Jahr beginnt, bei Hinterbliebenen der Todestag und bei einem Beihilfeanspruch während einer Elternzeit oder eines solchen Urlaubs ohne Dienstbezüge deren Beginn. Beginnen Sie im Lauf des Jahres den Ruhestand oder eine Elternzeit, ändert sich Ihre Wochenarbeitszeit oder beginnt ein solcher Urlaub ohne Dienstbezüge, setzt die Beihilfestelle die Grenze nach Ablauf des Jahres auf Antrag nach Ihren tatsächlichen Jahreseinnahmen neu fest. Stirbt ein Beihilfeberechtigter, rechnet sie die in seinem Todesjahr schon abgezogenen Eigenbehalte dem überlebenden Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartner zu. Ist ein Kind bei mehreren Beihilfeberechtigten berücksichtigungsfähig, mindert der Kinderfreibetrag nur das Einkommen dessen, der die Aufwendungen für das Kind geltend machen darf (wer das ist).
Wahlleistungen im Krankenhaus. Sie sind in Thüringen beihilfefähig: wahlärztliche Leistungen, etwa die Chefarztbehandlung, und die Unterbringung bis zu den Kosten eines Zweibettzimmers. Von der Beihilfe dazu werden je Aufenthaltstag 25 Euro für wahlärztliche Leistungen und rund 8 Euro für das Zweibettzimmer abgezogen; beim Zweibettzimmer ist das der gesetzliche Betrag, auf ganze Euro gerundet.
Was ist in Thüringen anders?
Thüringen hat eine eigene Beihilfeverordnung und regelt die Grundsätze im Thüringer Beamtengesetz. Die Besonderheiten sind die kurze Antragsfrist von einem Jahr mit Mindestbetrag, die feste Einkommensgrenze für Ehegatten, der Online-Antrag über ThAVEL und die pauschale Beihilfe seit dem 1. Januar 2020. Leistungen von Heilpraktikern sind bis zu den Höchstbeträgen der Beihilfeverordnung beihilfefähig. Wie die anderen Länder die Beihilfe regeln, zeigt die Beihilfe-Übersicht.
Wie funktioniert die pauschale Beihilfe in Thüringen?
Auf Antrag zahlt Thüringen seit dem 1. Januar 2020 statt der Beihilfe zu einzelnen Rechnungen eine pauschale Beihilfe, monatlich mit den Bezügen: die Hälfte Ihres nachgewiesenen Krankenversicherungsbeitrags, bei privater Versicherung höchstens die Hälfte des Beitrags im Basistarif. Voraussetzung ist, dass Sie freiwillig gesetzlich oder mindestens im Umfang der gesetzlichen Krankenversicherung privat krankenversichert sind und schriftlich auf die Beihilfe zu einzelnen Rechnungen verzichten.
- Beginn: Den Antrag stellen Sie nur für die Zukunft; gezahlt wird frühestens ab Beginn des Monats, in dem er bei der Beihilfestelle eingeht, oder ab einem späteren Datum, das Sie angeben.
- Antrag: Mit dem Vordruck „Antrag auf pauschale Beihilfe“, unterschrieben, mit dem Nachweis Ihrer Krankenversicherung und der Beitragshöhe; bei privater Versicherung zusätzlich mit der Bescheinigung, dass der Versicherer die gesetzlichen Bedingungen für Zuschüsse erfüllt, und mit dem Beitragsanteil für Leistungen, die denen der gesetzlichen Krankenversicherung vergleichbar sind.
- Höhe: Bei privater Versicherung zählen nach Angabe des Landesamts nur Beitragsanteile für Leistungen, die denen der gesetzlichen Krankenversicherung vergleichbar sind, nicht Zusatztarife. Beiträge eines Arbeitgebers oder Sozialleistungsträgers und Zuschüsse zum Beitrag werden angerechnet. Beitragsänderungen und Beitragsrückerstattungen teilen Sie unverzüglich mit, weil sie die pauschale Beihilfe mindern können.
- Kein höherer Satz: Es bleibt bei der Hälfte des Beitrags, auch mit zwei oder mehr Kindern und im Ruhestand.
- Angehörige: Die Beiträge Ihrer berücksichtigungsfähigen Angehörigen zählen mit, die Ihres Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartners nur, solange seine Einkünfte im zweiten Kalenderjahr vor dem laufenden Jahr 18.000 Euro nicht übersteigen; anders als bei der Beihilfe zu einzelnen Rechnungen (Tabelle der Beihilfesätze) zählt hier also das laufende Jahr, nicht das Jahr des Antrags. Ist ein Angehöriger pflichtversichert, etwa als Arbeitnehmer, wird der Arbeitgeberanteil angerechnet.
- Bindung: Antrag und Verzicht sind unwiderruflich und gelten auch im Ruhestand weiter. Nur wer ein neues Beamtenverhältnis beginnt, etwa nach dem Vorbereitungsdienst im Beamtenverhältnis auf Widerruf, entscheidet neu. Leistungen über die pauschale Beihilfe hinaus gibt es nur in besonders begründeten Ausnahmefällen nach strengstem Maßstab.
- Pflege: Aufwendungen, für die eine Pflegeversicherung leisten muss, deckt die Pauschale nicht ab; dafür erhalten Sie weiterhin Beihilfe zu den einzelnen Pflegeaufwendungen, mit eigenem Antrag. Zu den Beiträgen der Pflegeversicherung zahlt die Pauschale nichts.
- Wechsel und Änderungen: Wechseln Sie später zwischen gesetzlicher und privater Versicherung oder ändert sich der Umfang Ihres Versicherungsschutzes, zahlt das Land höchstens die bisherige Pauschale weiter.
- Dienstherrnwechsel: Wechseln Sie zu einem anderen Dienstherrn, gilt dessen Beihilferecht; Thüringen zahlt die Pauschale dann nicht weiter. Ob es dort eine pauschale Beihilfe gibt, richtet sich nach dem neuen Dienstherrn; der Bund etwa kennt keine.
Wer im Vorbereitungsdienst der Polizei Heilfürsorge erhält, kann nicht wählen und entscheidet erst im folgenden Beamtenverhältnis. Die pauschale Beihilfe schafft keine zusätzliche Möglichkeit, in die gesetzliche Krankenversicherung zu wechseln; ob Sie sich freiwillig gesetzlich versichern können, richtet sich nach den Vorversicherungszeiten, und den Beitritt müssen Sie der Krankenkasse innerhalb von drei Monaten nach der Berufung in das Beamtenverhältnis anzeigen.
Merkblatt und Antworten zur pauschalen Beihilfe beim Landesamt für Finanzen
Wie andere Länder die pauschale Beihilfe regeln, zeigt die Übersicht der Bundesländer; zur Wahl der Versicherung siehe Krankenversicherung für Professoren.
Was gilt für Professoren und andere Hochschulbeamte?
Ob Sie Beihilfe erhalten, hängt von Ihrem Beamtenstatus und Ihrem Dienstherrn ab, nicht von der Bezeichnung Professorin oder Professor. Beihilfeberechtigt sind Beamte und entpflichtete Hochschullehrer; die Beihilfestelle des Landesamts für Finanzen setzt die Beihilfe für die Beamtinnen, Beamten und Versorgungsempfänger des Freistaats fest. Welche Stelle für Sie zuständig ist, steht auf Ihrem Bescheid oder erfahren Sie bei der Personalstelle Ihrer Hochschule. Welcher Beihilfesatz für Sie gilt, steht mit allen Voraussetzungen in der Tabelle im Abschnitt Wie hoch ist die Beihilfe in Thüringen?. Was eine Professur dort einbringt, steht unter Professorengehalt Thüringen.
Die wichtigste Entscheidung fällt mit der Berufung: gesetzliche oder private Krankenversicherung, Beihilfe zu einzelnen Rechnungen oder pauschale Beihilfe. Was die Beihilfe bei gesetzlicher Versicherung erstattet und wie sich der Satz im Ruhestand ändert, zeigt die Tabelle der Beihilfesätze; wer die pauschale Beihilfe wählen kann und warum die Wahl endgültig ist, steht im Abschnitt zur pauschalen Beihilfe. Holen Sie vor dem Dienstantritt Angebote der Krankenkasse und der privaten Versicherung für beide Wege ein. Mehr zum Übergang in den Ruhestand steht unter Beamtenpension in Thüringen.
Wer ist beihilfeberechtigt?
Beihilfeberechtigt sind Beamtinnen und Beamte und entpflichtete Hochschullehrer, Ruhestandsbeamte, frühere Beamte, die wegen Dienstunfähigkeit oder Erreichens der Altersgrenze entlassen wurden oder wegen Ablaufs der Dienstzeit ausgeschieden sind, sowie ihre Witwen, Witwer, hinterbliebenen eingetragenen Lebenspartner und Waisen, jeweils solange sie laufende Besoldung oder Versorgungsbezüge erhalten; die Berechtigung bleibt, wenn Bezüge nur wegen Ruhens- oder Anrechnungsvorschriften nicht gezahlt werden. Ehrenbeamte sind nicht beihilfeberechtigt. Wer Heilfürsorge erhält, das sind in Thüringen Polizeivollzugsbeamte im Vorbereitungsdienst, bekommt für sich keine Beihilfe.
Ihr Ehegatte oder eingetragener Lebenspartner ist unter den Voraussetzungen berücksichtigungsfähig, die die Tabelle der Beihilfesätze nennt. Kinder sind berücksichtigungsfähig, solange sie im Familienzuschlag berücksichtigt werden; ist ein Kind bei zwei Beihilfeberechtigten berücksichtigungsfähig, erhält die Beihilfe für das Kind, wer den Familienzuschlag dafür bezieht, oder wer in einer gemeinsamen Erklärung bestimmt wurde. Angestellte Professoren erhalten keine Beihilfe nach dem Beamtenrecht. Bei einem Wechsel vom Bund oder aus einem anderen Land nach Thüringen gilt ab der Versetzung das Recht des Freistaats; was beim Bund galt, steht unter Beihilfe beim Bund. Zur Akademischen Rätin und zum Akademischen Rat in Thüringen siehe Akademischer Rat in Thüringen.
Häufige Fragen
Muss ich Rechnungen selbst bezahlen?
Bei privat abgerechneten Leistungen ja: Sie schulden dem Arzt oder Krankenhaus die Rechnung selbst und reichen sie danach bei Beihilfe und Versicherung ein. Gesetzlich Versicherte erhalten die Leistungen ihrer Kasse ohne Rechnung; was die Beihilfe dann noch trägt, zeigt die Tabelle der Beihilfesätze. Mit der pauschalen Beihilfe reichen Sie Krankheitsrechnungen nicht bei der Beihilfestelle ein. Erwarten Sie hohe Kosten, können Sie mit dem Vordruck der Beihilfestelle eine Abschlagszahlung beantragen.
Darf jemand anderes die Beihilfe für mich beantragen?
Ja, mit einer Vollmacht auf dem Vordruck der Beihilfestelle; das gilt auch für den Online-Antrag. Was bei der Unterschrift gilt, steht im Abschnitt zum Antrag.
Brauche ich vor einer Zahnbehandlung einen Heil- und Kostenplan?
Nein, nach Angabe der Beihilfestelle sieht das Beihilferecht auch bei umfangreichen Zahnbehandlungen keine Voranerkennung vor; bei hohen Kosten kann eine Anfrage vorab sinnvoll sein. Ausnahmen sind die kieferorthopädische Behandlung und mehr als zwei Implantate je Kieferhälfte, wie im Abschnitt zu den Beihilfesätzen beschrieben. Für Material- und Laborkosten bei Zahnersatz erkennt die Beihilfe nach Angabe des Landesamts nur 40 Prozent an.
Was bleibt vom W-Gehalt, wenn PKV-Beitrag und Beihilfe zusammenkommen?
Der Beitrag der privaten Krankenversicherung hängt vom Eintrittsalter, vom Tarif und vom Beihilfesatz ab, den er ergänzt. Was vom W-Brutto in Thüringen bleibt, wenn Sie Ihren Beitrag eintragen, zeigt der Gehaltsrechner: W 2 in Thüringen mit PKV berechnen oder W 3 in Thüringen mit PKV berechnen. Die Beihilfe selbst setzt das Landesamt für Finanzen im Bescheid fest.
Quellen
Wer über Ihren Antrag entscheidet
Über Ihren Antrag entscheidet Ihre Beihilfestelle, für die Beamtinnen und Beamten des Freistaats die Beihilfestelle des Thüringer Landesamts für Finanzen in Gera, nach dem Thüringer Beamtengesetz und der Thüringer Beihilfeverordnung; verbindlich ist Ihr Beihilfebescheid.
- Thüringer Beamtengesetz (ThürBG): § 72 Beihilfe in der Fassung vom 15.12.2025, gültig ab 01.01.2026, mit Berechtigten (Abs. 1), Angehörigen und Einkommensgrenze (Abs. 2), Bemessungssätzen (Abs. 4), Eigenbeteiligungen bei Wahlleistungen (Abs. 4a), Eigenbehalt und Belastungsgrenze (Abs. 4b) und pauschaler Beihilfe (Abs. 6), abgerufen am 29.10.2026.
- Thüringer Beihilfeverordnung (ThürBhV): Gesamtausgabe, zuletzt geändert durch Gesetz vom 17.07.2019, insbesondere § 5 Abs. 6 Zuordnung von Kindern, § 27 Krankenhausleistungen, § 46 Bemessung, § 48 Eigenbehalt, § 49 Belastungsgrenzen, § 50 Verfahren, Mindestbetrag und Antragsfrist, Anlage 1 Heilpraktiker, abgerufen am 29.10.2026.
- Thüringer Landesamt für Finanzen, Beihilfestelle: Beihilfe mit Bearbeitungsstand und Kontakt; Beihilfe-Online mit ThAVEL und BundID; Seiten Individuelle Beihilfe, FAQ und Pauschale Beihilfe mit Merkblatt (Stand 04/2020) und Häufigen Fragen (Stand 02/2023); Merkblatt für Berufsanfänger (Stand 12/2025); Vordrucke im Thüringer Formularservice (Antrag auf Beihilfe 07/2024, Kurzantrag 07/2024, Antrag auf pauschale Beihilfe), jeweils abgerufen am 28.10.2026.