W2 vs. W3 Besoldung: Grundgehalt, Unterschiede und Netto-Rechnung

Gehalt Professur Stand: 1. Juli 2026

Die W-Besoldung ist das Gehaltssystem für Professorinnen und Professoren an deutschen Hochschulen. Sie löste 2005 die frühere C-Besoldung ab und besteht aus einem festen Grundgehalt sowie variablen Leistungsbezügen. Die beiden wichtigsten Stufen sind W2 (typisch für HAW-Professuren und einige Uni-Professuren) und W3 (Standard für Universitätsprofessuren).

W2 / W3 Überblick
W2 Grundgehalt6.030–7.451 €je nach Bundesland
W3 Grundgehalt7.247–8.430 €je nach Bundesland
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W2 ist häufig eine HAW-/FH-Professur oder eine einzelne Universitätsprofessur; W3 ist meist die reguläre Universitätsprofessur mit höherem Grundgehalt. Leistungsbezüge können beide Werte deutlich verändern.

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Wer bekommt W2, wer W3?

Als grobe Faustregel gilt:

  • W2 – Professuren an Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW/FH), Juniorprofessuren, einzelne Universitätsprofessuren
  • W3 – Ordentliche Universitätsprofessuren, insbesondere Lehrstuhlinhaber, leitende Professuren an Forschungseinrichtungen
Besonderheiten W3 kann in einzelnen Ländern (z. B. Baden-Württemberg) auch an HAWs vorkommen. Umgekehrt gibt es W2-Professuren auch an Universitäten – etwa Juniorprofessuren oder Professuren ohne Lehrstuhl.

Grundgehalt W2 und W3 nach Bundesland (monatlich, brutto)

Die W-Besoldung ist Ländersache. Die folgende Tabelle zeigt das Grundgehalt der Stufe 1 (Einstieg) für alle 16 Bundesländer. Maßgeblich sind die jeweiligen Landesbesoldungstabellen; Stand der Werte überwiegend 01.02.2025 (Berlin 01.02.2026, Brandenburg 01.10.2024, Hessen 01.08.2025, Schleswig-Holstein 01.11.2024).

BundeslandW2 GrundgehaltW3 Grundgehalt
Baden-Württemberg7.451 €8.430 €
Bayern6.824 €8.039 €
Berlin7.117 €8.119 €
Brandenburg7.115 €8.407 €
Bremen6.030 €7.247 €
Hamburg6.071 €7.290 €
Hessen6.988 €7.748 €
Mecklenburg-Vorpommern6.733 €7.813 €
Niedersachsen6.915 €7.504 €
Nordrhein-Westfalen7.052 €7.767 €
Rheinland-Pfalz6.777 €7.662 €
Saarland6.921 €8.028 €
Sachsen6.826 €7.690 €
Sachsen-Anhalt7.026 €7.777 €
Schleswig-Holstein6.965 €7.859 €
Thüringen7.001 €7.892 €

Die Bundesländer in der Tabelle sind verlinkt und führen zu den Detailseiten mit W1-, W2- und W3-Werten, landesspezifischen Besonderheiten, Netto-Einordnung mit Rechner und amtlichen Quellen.

Hinweis zur TabelleAngegeben ist jeweils die Einstiegsstufe (Stufe 1). Erfahrungsstufen (u. a. Bayern, Hessen, Sachsen) und individuell verhandelte Leistungsbezüge können die tatsächliche Besoldung deutlich erhöhen; die Werte werden regelmäßig an die Besoldungsanpassung angepasst.

Quellen der Länderwerte (amtliche Landesbesoldungstabellen, Stufe 1)
BundeslandPrimärquelle
Baden-WürttembergLBesG BW Anl. 4
BayernBayBesG Anl. 3
BerlinBBesO BE Nr. 3
BrandenburgBbgBesG Anl. 4
BremenBremBesG Anl. 3
HamburgHmbBesG Anl. VII Nr. 4
HessenHBesVAnpG 2025 Anl. IV
Mecklenburg-VorpommernLBesG M-V Anl. 7
NiedersachsenNLBV Besoldungstabelle
Nordrhein-WestfalenLBV NRW (Sekundärbeleg)
Rheinland-PfalzLBesG RLP Anl. 6
Saarlandoffene Primärquelle – in Prüfung (interner Datenstand)
SachsenSächsBesG Anl. 5
Sachsen-AnhaltLBesG LSA Anl. 4
Schleswig-HolsteinSHBesG Anl. 5
ThüringenThürBesG Anl. 5
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Leistungsbezüge – der wichtigste variable Gehaltsbestandteil

Das Grundgehalt aus der Tabelle oben ist nur die Untergrenze. Den größten Unterschied zwischen dem Tabellenwert und dem tatsächlichen W2-/W3-Gehalt machen die individuell verhandelten Leistungsbezüge aus – besonders in W3. Es gibt drei Arten:

  • Berufungs- und Bleibeleistungsbezüge – bei der Berufung oder in einer Bleibeverhandlung ausgehandelt; der zentrale Hebel für das Einstiegsgehalt.
  • Besondere Leistungsbezüge – für herausragende Leistungen in Forschung, Lehre, Nachwuchsförderung oder Wissenstransfer; oft befristet oder ruhegehaltfähig gestellt.
  • Funktionsleistungsbezüge – für die Wahrnehmung von Ämtern wie Dekanin, Prorektor oder Studiengangsleitung.

Leistungsbezüge werden bei jeder Berufung individuell verhandelt – eine belastbare amtliche Statistik isolierter Leistungsbezüge je Bundesland existiert nicht. Als grobe bundesweite Orientierung nennt der Deutsche Hochschulverband rund 850 € in W2 und 1.600 € in W3; Spitzenwerte in W3 können über 3.000 € monatlich liegen. Details und eine 16-Länder-Tabelle: Glossar-Eintrag Leistungsbezüge.

Tatsächlich gezahlt · Ø 06/2022
W2 Durchschnitt7.400 €brutto/Monat, bundesweit
W3 Durchschnitt9.530 €brutto/Monat, bundesweit

Gewichtete Durchschnittsbesoldung inkl. Grundgehalt, Erfahrungsstufen, Leistungsbezügen, Zuschlägen und anteiligen Sonderzahlungen – kein reiner Leistungsbezugswert. Das W3-Mittel liegt damit deutlich über dem W3-Grundgehalt: Der Unterschied sind vor allem Leistungsbezüge.

Quelle: Spezialauswertung des Statistischen Bundesamts im Auftrag des DHV (Forschung & Lehre 11/2023, Datenstand 06/2022). Landesspezifisch: Realbesoldung nach Bundesland.

Erfahrungsstufen

Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts 2012 haben die meisten Bundesländer Erfahrungsstufen eingeführt, um die W-Besoldung amtsangemessen zu gestalten. Typischerweise gibt es drei Stufen:

  • Stufe 1: Grundgehalt bei Berufung
  • Stufe 2: Nach 7 Jahren (Erhöhung um ca. 300–500 €)
  • Stufe 3: Nach 12 Jahren (weitere Erhöhung um ca. 300–500 €)

Die genaue Ausgestaltung variiert je nach Bundesland. In Bayern etwa steigt das W2-Grundgehalt von Stufe 1 bis Stufe 3 um insgesamt rund 900 €.

Familienzuschlag

Beamtete Professoren erhalten einen Familienzuschlag, der sich nach dem Familienstand richtet:

StufeVoraussetzungBetrag (ca.)
Stufe 1Verheiratet / eingetragene Lebenspartnerschaft155–175 €
Stufe 21 Kind275–310 €
je weiteres KindAb dem 2. Kind+130–155 €

Verbeamtung vs. Angestelltenverhältnis

Die Mehrzahl der Professuren wird verbeamtet besetzt. Es gibt jedoch Ausnahmen:

  • Altersgrenze: Wer bei Berufung über der jeweiligen Landesgrenze liegt (meist 50–52 Jahre), wird in der Regel im Angestelltenverhältnis beschäftigt.
  • Befristete Professuren: Vertretungs- oder Stiftungsprofessuren sind häufig nicht verbeamtet.
  • Nicht-EU-Bürger: In manchen Bundesländern ist die Verbeamtung an die Staatsangehörigkeit geknüpft.
Verbeamtung & Netto Beamtete Professorinnen und Professoren zahlen keine Sozialversicherungsbeiträge, erhalten aber Beihilfe und eine Pension. Bei gleichem Brutto fällt das Netto daher anders aus als im Angestelltenverhältnis – wie viel genau, hängt von Steuerklasse, Beihilfe, PKV/GKV und Familienstand ab. Strukturelle Übersicht: Krankenversicherung Professoren.

Netto-Beispielrechnung

Wie viel bleibt vom W2 Professur Gehalt netto bzw. W3 Professur Gehalt netto? Das hängt stark von Steuerklasse, Familienstand, Kirchensteuer und Krankenversicherung ab – einen individuell genauen Wert liefert der Gehaltsrechner. Die folgende Rechnung zeigt ein Beispiel für eine W2-Professur in NRW (verbeamtet, Steuerklasse III, 2 Kinder, Stufe 1):

PositionBetrag
Grundgehalt W2 (NRW, Stufe 1)7.052 €
Berufungsleistungsbezüge (Beispielannahme)+800 €
Familienzuschlag (verh., 2 Kinder)+420 €
Brutto gesamt8.272 €
Lohnsteuer + Soli (ca.)−1.480 €
Private Krankenversicherung (ca.)−350 €
Netto (ca.)~6.440 €

Zum Vergleich: Ein W3-Professor in Bayern (verbeamtet, Steuerklasse III, 2 Kinder, angenommen 1.200 € individuell verhandelte Leistungsbezüge) kommt auf ein geschätztes Netto von rund 7.100–7.500 €. Der Leistungsbezug ist eine Beispielannahme – tatsächlich variiert er je nach Berufungsverhandlung erheblich.

Netto berechnenDie Nettowerte hängen stark von Steuerklasse, Kirchensteuer, PKV-Tarif und Kinderzahl ab. Für belastbare Werte den Gehaltsrechner nutzen.

W2 vs. W3 im Überblick

MerkmalW2W3
Typischer EinsatzHAW, Juniorprof.Universität
Grundgehalt Stufe 1 (Spanne BL)6.030–7.451 €7.247–8.430 €
Leistungsbezüge (DHV-Schätzwert)~850 €~1.600 €
Reale Durchschnittsbesoldung 06/2022*~7.400 €~9.530 €
AusstattungGeringerUmfangreicher
Lehrverpflichtung18 SWS (HAW)8–9 SWS

* Gewichteter Bundesdurchschnitt brutto/Monat nach einer Spezialauswertung des Statistischen Bundesamts im Auftrag des DHV (Forschung & Lehre 11/2023, Datenstand 06/2022). Enthält Grundgehalt, Erfahrungsstufen, Leistungsbezüge, Familienzuschlag und anteilige Sonderzuwendungen.

W2-/W3-Gehalt netto für dein Bundesland berechnen.

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Häufige Fragen zu W2 und W3

Wer bekommt eine W2-, wer eine W3-Professur?

Als Faustregel: W2 sind Professuren an Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW/FH), Juniorprofessuren und einzelne Universitätsprofessuren; W3 sind ordentliche Universitätsprofessuren, insbesondere Lehrstühle, sowie leitende Professuren an Forschungseinrichtungen. Ausnahmen gibt es in beide Richtungen.

Wie hoch ist das Grundgehalt in W2 und W3?

Das Grundgehalt (Stufe 1) reicht je nach Bundesland von 6.030 € bis 7.451 € in W2 und von 7.247 € bis 8.430 € in W3 brutto pro Monat. Die W-Besoldung ist Ländersache, daher unterscheiden sich die Beträge deutlich.

Was sind Leistungsbezüge?

Leistungsbezüge sind der wichtigste variable Bestandteil der W-Besoldung. Sie werden bei Berufung und für besondere Leistungen in Forschung, Lehre und Funktionen individuell verhandelt und kommen zum Grundgehalt hinzu.

Was ist der Unterschied zwischen W2 und W3?

W3 ist die höhere Besoldungsgruppe: höheres Grundgehalt und typischerweise Lehrstühle an Universitäten. W2 liegt darunter und findet sich vor allem an HAW/FH. Die konkrete Differenz hängt vom Bundesland ab.

Wie viel bleibt von W2 oder W3 netto?

Das Netto hängt von Steuerklasse, Beihilfe, PKV-Tarif, Kirchensteuer und Familienstand ab und lässt sich nicht pauschal angeben. Einen individuellen Wert liefert der Gehaltsrechner.