W2 vs. W3 Besoldung: Grundgehalt, Unterschiede und Netto-Rechnung
Die W-Besoldung ist das Gehaltssystem für Professorinnen und Professoren an deutschen Hochschulen. Sie löste 2005 die frühere C-Besoldung ab und besteht aus einem festen Grundgehalt sowie variablen Leistungsbezügen. Die beiden wichtigsten Stufen sind W2 (typisch für HAW-Professuren und einige Uni-Professuren) und W3 (Standard für Universitätsprofessuren).
W2 ist häufig eine HAW-/FH-Professur oder eine einzelne Universitätsprofessur; W3 ist meist die reguläre Universitätsprofessur mit höherem Grundgehalt. Leistungsbezüge können beide Werte deutlich verändern.
Netto im Gehaltsrechner berechnen →Wer bekommt W2, wer W3?
Als grobe Faustregel gilt:
- W2 – Professuren an Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW/FH), Juniorprofessuren, einzelne Universitätsprofessuren
- W3 – Ordentliche Universitätsprofessuren, insbesondere Lehrstuhlinhaber, leitende Professuren an Forschungseinrichtungen
Grundgehalt W2 und W3 nach Bundesland (monatlich, brutto)
Die W-Besoldung ist Ländersache. Die folgende Tabelle zeigt das Grundgehalt der Stufe 1 (Einstieg) für alle 16 Bundesländer. Maßgeblich sind die jeweiligen Landesbesoldungstabellen; Stand der Werte überwiegend 01.02.2025 (Berlin 01.02.2026, Brandenburg 01.10.2024, Hessen 01.08.2025, Schleswig-Holstein 01.11.2024).
| Bundesland | W2 Grundgehalt | W3 Grundgehalt |
|---|---|---|
| Baden-Württemberg | 7.451 € | 8.430 € |
| Bayern | 6.824 € | 8.039 € |
| Berlin | 7.117 € | 8.119 € |
| Brandenburg | 7.115 € | 8.407 € |
| Bremen | 6.030 € | 7.247 € |
| Hamburg | 6.071 € | 7.290 € |
| Hessen | 6.988 € | 7.748 € |
| Mecklenburg-Vorpommern | 6.733 € | 7.813 € |
| Niedersachsen | 6.915 € | 7.504 € |
| Nordrhein-Westfalen | 7.052 € | 7.767 € |
| Rheinland-Pfalz | 6.777 € | 7.662 € |
| Saarland | 6.921 € | 8.028 € |
| Sachsen | 6.826 € | 7.690 € |
| Sachsen-Anhalt | 7.026 € | 7.777 € |
| Schleswig-Holstein | 6.965 € | 7.859 € |
| Thüringen | 7.001 € | 7.892 € |
Die Bundesländer in der Tabelle sind verlinkt und führen zu den Detailseiten mit W1-, W2- und W3-Werten, landesspezifischen Besonderheiten, Netto-Einordnung mit Rechner und amtlichen Quellen.
Hinweis zur TabelleAngegeben ist jeweils die Einstiegsstufe (Stufe 1). Erfahrungsstufen (u. a. Bayern, Hessen, Sachsen) und individuell verhandelte Leistungsbezüge können die tatsächliche Besoldung deutlich erhöhen; die Werte werden regelmäßig an die Besoldungsanpassung angepasst.
Quellen der Länderwerte (amtliche Landesbesoldungstabellen, Stufe 1)
| Bundesland | Primärquelle |
|---|---|
| Baden-Württemberg | LBesG BW Anl. 4 |
| Bayern | BayBesG Anl. 3 |
| Berlin | BBesO BE Nr. 3 |
| Brandenburg | BbgBesG Anl. 4 |
| Bremen | BremBesG Anl. 3 |
| Hamburg | HmbBesG Anl. VII Nr. 4 |
| Hessen | HBesVAnpG 2025 Anl. IV |
| Mecklenburg-Vorpommern | LBesG M-V Anl. 7 |
| Niedersachsen | NLBV Besoldungstabelle |
| Nordrhein-Westfalen | LBV NRW (Sekundärbeleg) |
| Rheinland-Pfalz | LBesG RLP Anl. 6 |
| Saarland | offene Primärquelle – in Prüfung (interner Datenstand) |
| Sachsen | SächsBesG Anl. 5 |
| Sachsen-Anhalt | LBesG LSA Anl. 4 |
| Schleswig-Holstein | SHBesG Anl. 5 |
| Thüringen | ThürBesG Anl. 5 |
Leistungsbezüge – der wichtigste variable Gehaltsbestandteil
Das Grundgehalt aus der Tabelle oben ist nur die Untergrenze. Den größten Unterschied zwischen dem Tabellenwert und dem tatsächlichen W2-/W3-Gehalt machen die individuell verhandelten Leistungsbezüge aus – besonders in W3. Es gibt drei Arten:
- Berufungs- und Bleibeleistungsbezüge – bei der Berufung oder in einer Bleibeverhandlung ausgehandelt; der zentrale Hebel für das Einstiegsgehalt.
- Besondere Leistungsbezüge – für herausragende Leistungen in Forschung, Lehre, Nachwuchsförderung oder Wissenstransfer; oft befristet oder ruhegehaltfähig gestellt.
- Funktionsleistungsbezüge – für die Wahrnehmung von Ämtern wie Dekanin, Prorektor oder Studiengangsleitung.
Leistungsbezüge werden bei jeder Berufung individuell verhandelt – eine belastbare amtliche Statistik isolierter Leistungsbezüge je Bundesland existiert nicht. Als grobe bundesweite Orientierung nennt der Deutsche Hochschulverband rund 850 € in W2 und 1.600 € in W3; Spitzenwerte in W3 können über 3.000 € monatlich liegen. Details und eine 16-Länder-Tabelle: Glossar-Eintrag Leistungsbezüge.
Gewichtete Durchschnittsbesoldung inkl. Grundgehalt, Erfahrungsstufen, Leistungsbezügen, Zuschlägen und anteiligen Sonderzahlungen – kein reiner Leistungsbezugswert. Das W3-Mittel liegt damit deutlich über dem W3-Grundgehalt: Der Unterschied sind vor allem Leistungsbezüge.
Quelle: Spezialauswertung des Statistischen Bundesamts im Auftrag des DHV (Forschung & Lehre 11/2023, Datenstand 06/2022). Landesspezifisch: Realbesoldung nach Bundesland.
Erfahrungsstufen
Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts 2012 haben die meisten Bundesländer Erfahrungsstufen eingeführt, um die W-Besoldung amtsangemessen zu gestalten. Typischerweise gibt es drei Stufen:
- Stufe 1: Grundgehalt bei Berufung
- Stufe 2: Nach 7 Jahren (Erhöhung um ca. 300–500 €)
- Stufe 3: Nach 12 Jahren (weitere Erhöhung um ca. 300–500 €)
Die genaue Ausgestaltung variiert je nach Bundesland. In Bayern etwa steigt das W2-Grundgehalt von Stufe 1 bis Stufe 3 um insgesamt rund 900 €.
Familienzuschlag
Beamtete Professoren erhalten einen Familienzuschlag, der sich nach dem Familienstand richtet:
| Stufe | Voraussetzung | Betrag (ca.) |
|---|---|---|
| Stufe 1 | Verheiratet / eingetragene Lebenspartnerschaft | 155–175 € |
| Stufe 2 | 1 Kind | 275–310 € |
| je weiteres Kind | Ab dem 2. Kind | +130–155 € |
Verbeamtung vs. Angestelltenverhältnis
Die Mehrzahl der Professuren wird verbeamtet besetzt. Es gibt jedoch Ausnahmen:
- Altersgrenze: Wer bei Berufung über der jeweiligen Landesgrenze liegt (meist 50–52 Jahre), wird in der Regel im Angestelltenverhältnis beschäftigt.
- Befristete Professuren: Vertretungs- oder Stiftungsprofessuren sind häufig nicht verbeamtet.
- Nicht-EU-Bürger: In manchen Bundesländern ist die Verbeamtung an die Staatsangehörigkeit geknüpft.
Netto-Beispielrechnung
Wie viel bleibt vom W2 Professur Gehalt netto bzw. W3 Professur Gehalt netto? Das hängt stark von Steuerklasse, Familienstand, Kirchensteuer und Krankenversicherung ab – einen individuell genauen Wert liefert der Gehaltsrechner. Die folgende Rechnung zeigt ein Beispiel für eine W2-Professur in NRW (verbeamtet, Steuerklasse III, 2 Kinder, Stufe 1):
| Position | Betrag |
|---|---|
| Grundgehalt W2 (NRW, Stufe 1) | 7.052 € |
| Berufungsleistungsbezüge (Beispielannahme) | +800 € |
| Familienzuschlag (verh., 2 Kinder) | +420 € |
| Brutto gesamt | 8.272 € |
| Lohnsteuer + Soli (ca.) | −1.480 € |
| Private Krankenversicherung (ca.) | −350 € |
| Netto (ca.) | ~6.440 € |
Zum Vergleich: Ein W3-Professor in Bayern (verbeamtet, Steuerklasse III, 2 Kinder, angenommen 1.200 € individuell verhandelte Leistungsbezüge) kommt auf ein geschätztes Netto von rund 7.100–7.500 €. Der Leistungsbezug ist eine Beispielannahme – tatsächlich variiert er je nach Berufungsverhandlung erheblich.
Netto berechnenDie Nettowerte hängen stark von Steuerklasse, Kirchensteuer, PKV-Tarif und Kinderzahl ab. Für belastbare Werte den Gehaltsrechner nutzen.
W2 vs. W3 im Überblick
| Merkmal | W2 | W3 |
|---|---|---|
| Typischer Einsatz | HAW, Juniorprof. | Universität |
| Grundgehalt Stufe 1 (Spanne BL) | 6.030–7.451 € | 7.247–8.430 € |
| Leistungsbezüge (DHV-Schätzwert) | ~850 € | ~1.600 € |
| Reale Durchschnittsbesoldung 06/2022* | ~7.400 € | ~9.530 € |
| Ausstattung | Geringer | Umfangreicher |
| Lehrverpflichtung | 18 SWS (HAW) | 8–9 SWS |
* Gewichteter Bundesdurchschnitt brutto/Monat nach einer Spezialauswertung des Statistischen Bundesamts im Auftrag des DHV (Forschung & Lehre 11/2023, Datenstand 06/2022). Enthält Grundgehalt, Erfahrungsstufen, Leistungsbezüge, Familienzuschlag und anteilige Sonderzuwendungen.
W2-/W3-Gehalt netto für dein Bundesland berechnen.
Zum Gehaltsrechner →Häufige Fragen zu W2 und W3
Wer bekommt eine W2-, wer eine W3-Professur?
Als Faustregel: W2 sind Professuren an Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW/FH), Juniorprofessuren und einzelne Universitätsprofessuren; W3 sind ordentliche Universitätsprofessuren, insbesondere Lehrstühle, sowie leitende Professuren an Forschungseinrichtungen. Ausnahmen gibt es in beide Richtungen.
Wie hoch ist das Grundgehalt in W2 und W3?
Das Grundgehalt (Stufe 1) reicht je nach Bundesland von 6.030 € bis 7.451 € in W2 und von 7.247 € bis 8.430 € in W3 brutto pro Monat. Die W-Besoldung ist Ländersache, daher unterscheiden sich die Beträge deutlich.
Was sind Leistungsbezüge?
Leistungsbezüge sind der wichtigste variable Bestandteil der W-Besoldung. Sie werden bei Berufung und für besondere Leistungen in Forschung, Lehre und Funktionen individuell verhandelt und kommen zum Grundgehalt hinzu.
Was ist der Unterschied zwischen W2 und W3?
W3 ist die höhere Besoldungsgruppe: höheres Grundgehalt und typischerweise Lehrstühle an Universitäten. W2 liegt darunter und findet sich vor allem an HAW/FH. Die konkrete Differenz hängt vom Bundesland ab.
Wie viel bleibt von W2 oder W3 netto?
Das Netto hängt von Steuerklasse, Beihilfe, PKV-Tarif, Kirchensteuer und Familienstand ab und lässt sich nicht pauschal angeben. Einen individuellen Wert liefert der Gehaltsrechner.