Gehalt von Professorinnen und Professoren in Hamburg: W-Besoldung, Zulagen und Besonderheiten

Gehalt Professur Stand: 1. Juli 2026

Hamburg ist als Stadtstaat mit hoher Lebensqualität, exzellenten Forschungseinrichtungen und einer vielfältigen Hochschullandschaft ein attraktiver Standort für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Bei der Professorenbesoldung fällt Hamburg durch zwei markante Besonderheiten auf: Zum einen gibt es keine separate Sonderzahlung (Weihnachtsgeld) — diese wurde in die regulären monatlichen Bezüge integriert. Zum anderen gewährt Hamburg einen außergewöhnlich hohen Familienzuschlag ab dem dritten Kind von 905 € pro Kind und Monat. Dieser Beitrag liefert alle aktuellen Gehaltsdaten für Professorinnen und Professoren an Hamburger Hochschulen.

W-Besoldung Hamburg
W15.362 €Grundgehalt Stufe 1
W2-Professur6.071 €Grundgehalt Stufe 1
W3-Professur7.290 €Grundgehalt Stufe 1

Das W2-Professur-Gehalt in Hamburg und das W3-Professur-Gehalt in Hamburg bestehen aus Grundgehalt, möglichen Leistungsbezügen sowie familien- oder ortsbezogenen Zuschlägen. Netto hängt die Besoldung stark von Steuerklasse, Beihilfe, Krankenversicherung und Familienstand ab.

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1. Grundgehalt W1, W2 und W3 in Hamburg

Das Hamburger Besoldungsgesetz (HmbBesG) regelt die Vergütung der verbeamteten Professorinnen und Professoren. Wie in Bremen gibt es in Hamburg bei W2 und W3 keine Erfahrungsstufen — das Grundgehalt ist über die gesamte Dienstzeit konstant. Gehaltssteigerungen sind nur über individuell verhandelte Leistungsbezüge oder allgemeine Besoldungsanpassungen möglich.

BesoldungsgruppeGrundgehalt (brutto/Monat)Stufen
W1 (Juniorprofessur)5.362 €1 Stufe
W26.071 €1 Stufe
W37.290 €1 Stufe

Das W2-Grundgehalt von 6.071 € liegt nur knapp über dem Bremer Wert (6.030 €) und gehört zu den niedrigsten in Deutschland. Allerdings ist der direkte Vergleich nur eingeschränkt aussagekräftig, da Hamburg im Gegensatz zu den meisten anderen Bundesländern keine separate Sonderzahlung gewährt — der entsprechende Betrag wurde bereits in die monatlichen Bezüge eingerechnet. Bei W3 liegt Hamburg mit 7.290 € ebenfalls im unteren Bereich des Bundesvergleichs.

Wichtig zum Vergleich: Hamburgs monatliche Grundgehälter erscheinen auf den ersten Blick niedrig. Man muss jedoch beachten, dass Länder wie Bayern (65 % Sonderzahlung) oder Bremen (50 %) zusätzlich zum Grundgehalt eine jährliche Sonderzahlung leisten. Hamburg hat diesen Betrag bereits in die regulären 12 Monatsgehälter integriert. Ein fairer Vergleich muss daher stets das Jahresbrutto betrachten.

Leistungsbezüge in Hamburg

Neben dem Grundgehalt erhalten Professorinnen und Professoren in Hamburg variable Leistungsbezüge, die bei der Berufungsverhandlung individuell ausgehandelt werden. Sie setzen sich typischerweise zusammen aus:

  • Berufungs- und Bleibeleistungsbezüge: Verhandelt bei Erstberufung oder bei einem Gegenruf (Bleibeverhandlung)
  • Besondere Leistungsbezüge: Für herausragende Forschungs- oder Lehrleistungen
  • Funktionsleistungsbezüge: Für Ämter wie Dekan, Studiendekan oder Prorektor
Keine belastbare Statistik pro Bundesland: Eine amtliche Durchschnittsstatistik isolierter Leistungsbezüge je Bundesland existiert nicht – Leistungsbezüge werden bei jeder Berufung individuell verhandelt. Bundesweit nennt der Deutsche Hochschulverband als grobe Orientierung etwa ~850 € in W2 und ~1.600 € in W3. Eine Erklärung der drei Leistungsbezugs-Arten und Verhandlungstipps finden sich im Glossar-Eintrag Leistungsbezüge.

Reale Durchschnittsbesoldung in Hamburg (06/2022)

Belegbar ist die tatsächlich gezahlte Gesamtbesoldung. Eine Spezialauswertung des Statistischen Bundesamts im Auftrag des DHV zeigt für Hamburg (Datenstand 06/2022):

BesoldungsgruppeHamburg (06/2022)Gewichteter Bundesdurchschnitt
W27.200 €7.400 €
W39.280 €9.530 €

Brutto monatlich. Werte enthalten neben dem Grundgehalt auch Erfahrungsstufen, Grundleistungsbezug, diverse Leistungsbezüge, Forschungs- und Lehrzulagen, Familienzuschlag sowie zum Teil anteilige Sonderzuwendungen – sie sind kein reiner Leistungsbezugswert. Quelle: Statistisches Bundesamt, Spezialauswertung im Auftrag des DHV, in: Forschung & Lehre 11/2023.

Einordnung Hamburg: W2 liegt 2.7 % unter dem Bundesdurchschnitt, W3 liegt 2.6 % unter dem Bundesdurchschnitt. Die Differenz zum Grundgehalt ist kein reiner Leistungsbezug – sie kann Erfahrungsstufen, Familienzuschlag und anteilige Sonderzuwendungen enthalten. Eine Trennung nach Universität und HAW/FH lässt sich aus den Werten nicht unmittelbar ableiten.

3. Familienzuschlag in Hamburg

Der Familienzuschlag ist in Hamburg überdurchschnittlich hoch — insbesondere ab dem dritten Kind. Die aktuellen Sätze:

FamiliensituationZuschlag (brutto/Monat)
Verheiratet / eingetragene Lebenspartnerschaft161,32 €
1. Kind187,88 €
2. Kind187,88 €
3. Kind und jedes weitere905,00 €
Hamburger Besonderheit — Kinderzuschlag ab 3. Kind: Mit 905 € pro Kind ab dem dritten Kind zahlt Hamburg den mit Abstand höchsten Kinderzuschlag aller Bundesländer. Zum Vergleich: In Bremen beträgt der Zuschlag ab dem 3. Kind 578,66 €, in Mecklenburg-Vorpommern 820 €. Für kinderreiche Familien ist Hamburg damit finanziell besonders attraktiv.

Der Zuschlag für die ersten beiden Kinder ist mit jeweils 187,88 € eher durchschnittlich. Der enorme Sprung auf 905 € ab dem dritten Kind ist eine bewusste familienpolitische Entscheidung des Hamburger Senats, um kinderreiche Beamtenfamilien stärker zu unterstützen. Eine verheiratete Professorin mit vier Kindern erhält einen monatlichen Familienzuschlag von 2.347,08 € (161,32 + 187,88 + 187,88 + 905,00 + 905,00 €) — ein Betrag, der das Gesamtgehalt massiv erhöht.

4. Sonderzahlung: Fehlanzeige in Hamburg

Hamburg gehört zusammen mit Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zu den Bundesländern, die keine separate jährliche Sonderzahlung (Weihnachtsgeld) gewähren. Der Hamburger Gesetzgeber hat die frühere Sonderzahlung rechnerisch in die regulären monatlichen Bezüge integriert. Professorinnen und Professoren erhalten somit zwölf identische Monatsgehälter ohne zusätzliche Dezemberzahlung.

Das hat Vor- und Nachteile: Einerseits sorgt es für eine gleichmäßigere Einkommensverteilung über das Jahr. Andererseits fühlt sich das Jahresbrutto im direkten Vergleich mit Ländern wie Bayern (65 % Sonderzahlung) oder Sachsen (50 %) optisch niedriger an, obwohl die tatsächliche Differenz geringer ist als der monatliche Grundgehaltvergleich suggeriert.

5. Hochschullandschaft in Hamburg

Hamburg verfügt über eine vielfältige und forschungsstarke Hochschullandschaft mit insgesamt über 110.000 Studierenden. Die wichtigsten Einrichtungen:

  • Universität Hamburg: Die größte Forschungsuniversität der Stadt und eine der größten Deutschlands mit rund 44.000 Studierenden. Seit 2019 als Exzellenzuniversität ausgewählt, ist sie international anerkannt in den Bereichen Physik (insbesondere Teilchenphysik am DESY), Klimaforschung, Jura und Wirtschaftswissenschaften.
  • Technische Universität Hamburg (TUHH): Technische Universität mit rund 8.000 Studierenden und starkem Fokus auf Ingenieurwissenschaften, Informatik und Life Sciences. International hervorragend vernetzt.
  • Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW): Mit rund 17.000 Studierenden eine der größten HAW Deutschlands. An der HAW liegt das Lehrdeputat bei 18 SWS. Besoldung nach W2, vereinzelt W3.
  • HafenCity Universität (HCU): Spezialisierte Universität für Baukunst und Metropolentwicklung — einzigartig in Deutschland.
  • Hochschule für bildende Künste (HFBK) und Hochschule für Musik und Theater (HfMT): Renommierte künstlerische Hochschulen.

Ergänzt wird die Hochschullandschaft durch bedeutende außeruniversitäre Forschungseinrichtungen wie das Deutsche Elektronen-Synchrotron (DESY), das Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie, das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin und mehrere Leibniz- und Fraunhofer-Institute. Brückenberufungen zwischen Universität Hamburg und diesen Einrichtungen sind häufig und ermöglichen exzellente Forschungsinfrastruktur.

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6. Gesamtgehalt: Beispielrechnungen für Hamburg

Die folgenden Beispiele zeigen, wie sich das Gesamtgehalt in Hamburg unter verschiedenen Szenarien zusammensetzt. Da es keine Sonderzahlung gibt, entspricht das Jahresbrutto dem Zwölffachen des Monatsbruttos.

Beispiel 1: W2-Professur, ledig, keine Kinder

PositionBetrag
Grundgehalt W26.071 €
Leistungsbezüge (Durchschnitt)+1.200 €
Familienzuschlag0 €
Sonderzahlung0 €
Brutto monatlich~7.271 €
Brutto Jahresgehalt~87.252 €

Beispiel 2: W3-Professur, verheiratet, 2 Kinder

PositionBetrag
Grundgehalt W37.290 €
Leistungsbezüge (Durchschnitt)+1.800 €
Familienzuschlag (Ehegatte)+161,32 €
Familienzuschlag (1. Kind)+187,88 €
Familienzuschlag (2. Kind)+187,88 €
Brutto monatlich~9.627 €
Brutto Jahresgehalt~115.524 €

Beispiel 3: W3-Professur, verheiratet, 4 Kinder

PositionBetrag
Grundgehalt W37.290 €
Leistungsbezüge (Durchschnitt)+1.800 €
Familienzuschlag (Ehegatte)+161,32 €
Familienzuschlag (1. + 2. Kind)+375,76 €
Familienzuschlag (3. + 4. Kind)+1.810,00 €
Brutto monatlich~11.437 €
Brutto Jahresgehalt~137.244 €
Effekt des hohen Kinderzuschlags: Die Beispiele 2 und 3 zeigen den enormen Einfluss des Hamburger Kinderzuschlags: Allein durch zwei zusätzliche Kinder (3. und 4.) steigt das Jahresbrutto um über 21.700 €. Für eine kinderreiche Professorenfamilie kann Hamburg trotz des niedrigen Grundgehalts finanziell attraktiver sein als viele andere Bundesländer.

7. Nettoverdienst und Verbeamtung in Hamburg

Professorinnen und Professoren werden in Hamburg in der Regel als Beamte auf Lebenszeit verbeamtet. Es gibt jedoch auch Professuren im Angestelltenverhältnis, insbesondere für internationale Berufungen oder befristete Stellen. Als Beamte sind Hamburger Professoren von der Sozialversicherungspflicht befreit und erhalten Beihilfe (50 % für den Beamten selbst, 80 % für Kinder). Die verbleibenden Kosten werden über eine private Restkostenversicherung abgedeckt.

Faustformel: Von einem Brutto von 7.271 € (W2, ledig) bleiben nach Lohnsteuer und PKV-Beitrag etwa 5.100–5.400 € netto. Verheiratete Professoren in Steuerklasse III mit Kindern erhalten deutlich mehr netto durch niedrigere Steuersätze und die hohen Familienzuschläge.

Tipp: Für eine präzise Berechnung Ihres Nettogehalts in Hamburg nutzen Sie unseren Gehaltsrechner für Beamte. Dort können Sie Bundesland, Besoldungsgruppe, Steuerklasse und PKV-Beitrag individuell eingeben.

8. Lebenshaltungskosten in Hamburg

Hamburg ist eine der teuersten Städte Deutschlands. Die durchschnittliche Kaltmiete für eine 3-Zimmer-Wohnung (80–100 m²) in guter Lage liegt bei 1.200–1.700 €. In begehrten Stadtteilen wie Eppendorf, Winterhude oder Eimsbüttel können die Mieten noch deutlich höher liegen. Auch Immobilienpreise sind auf hohem Niveau: Ein Eigenheim im Hamburger Speckgürtel (Norderstedt, Ahrensburg, Pinneberg) kostet in der Regel 500.000–800.000 €.

Die hohen Lebenshaltungskosten relativieren den Gehaltsvorteil gegenüber günstigen Standorten deutlich. Ein W2-Professor in Greifswald mit niedrigerem Grundgehalt, aber halbierter Miete, hat unter Umständen mehr verfügbares Einkommen als ein Hamburger Kollege. Bei der Entscheidung für einen Ruf nach Hamburg sollten daher Wohnkosten, Kinderbetreuung und Pendeldistanzen sorgfältig kalkuliert werden.

9. Besonderheiten der Hamburger Professorenbesoldung

  • Keine Sonderzahlung: Hamburg hat die frühere Sonderzahlung in die monatlichen Bezüge integriert. Professoren erhalten zwölf gleichmäßige Monatsgehälter ohne Dezember-Bonus.
  • Extrem hoher Kinderzuschlag ab 3. Kind: Mit 905 € pro Kind ab dem dritten Kind ist Hamburg absoluter Spitzenreiter im Bundesvergleich. Für kinderreiche Professorenfamilien ist dieser Zuschlag ein entscheidender finanzieller Faktor.
  • Keine Erfahrungsstufen: Wie in Bremen gibt es bei W2 und W3 nur eine Stufe. Automatische Gehaltssteigerungen durch Dienstjahre finden nicht statt.
  • Exzellenzuniversität: Die Universität Hamburg trägt seit 2019 den Exzellenztitel, was die Attraktivität für Spitzenforschende erhöht und zusätzliche Fördermittel eröffnet.
  • DESY und außeruniversitäre Forschung: Die Nähe zu Großforschungseinrichtungen wie dem DESY und zahlreichen Max-Planck-, Leibniz- und Fraunhofer-Instituten macht Hamburg zu einem der forschungsstärksten Standorte Deutschlands.
  • Hohe Lebenshaltungskosten: Die Mieten und Immobilienpreise in Hamburg gehören zu den höchsten in Deutschland. Dieser Faktor sollte bei der Gehaltsbewertung stets berücksichtigt werden.
Fazit: Hamburg bietet ein moderates Grundgehalt ohne Sonderzahlung, gleicht dies aber durch überdurchschnittliche Leistungsbezüge und den höchsten Kinderzuschlag Deutschlands ab dem dritten Kind teilweise aus. Die Entscheidung für einen Ruf nach Hamburg hängt stark von der persönlichen Familiensituation, den verhandelten Leistungsbezügen und der Bereitschaft ab, die hohen Hamburger Lebenshaltungskosten zu tragen. Forschungsseitig ist Hamburg dank Exzellenzstatus und außeruniversitärer Infrastruktur hervorragend aufgestellt.
Quellen Leistungsbezüge werden individuell verhandelt; eine belastbare amtliche Per-Land-Statistik existiert nicht.

Häufige Fragen zur W-Besoldung in Hamburg

Was verdient eine W2-Professur in Hamburg?

Das W2-Grundgehalt in Hamburg beträgt 6.071 € brutto pro Monat – ein fester Betrag ohne Erfahrungsstufen. Hinzu kommen individuell verhandelte Leistungsbezüge sowie – je nach Familienstand – der Familienzuschlag.

Was verdient eine W3-Professur in Hamburg?

Das W3-Grundgehalt in Hamburg liegt bei 7.290 € brutto pro Monat, ebenfalls als fester Betrag ohne Erfahrungsstufen. Leistungsbezüge und Familienzuschlag erhöhen das Gehalt zusätzlich.

Gibt es in Hamburg Erfahrungsstufen in der W-Besoldung?

Nein. Hamburg zahlt das W-Grundgehalt als festen Betrag ohne Erfahrungsstufen – W2 und W3 steigen nicht mit den Dienstjahren. Die Juniorprofessur W1 beträgt 5.362 € brutto pro Monat.

Zahlt Hamburg Weihnachtsgeld an Beamte und Professoren?

Nein. Hamburg zahlt Landesbeamtinnen und Landesbeamten – und damit auch verbeamteten Professorinnen und Professoren in W2/W3 – keine separate jährliche Sonderzahlung. Angestellte Beschäftigte erhalten hingegen die Jahressonderzahlung des TV-L.

Wie hoch ist das Professorengehalt in Hamburg netto?

Das Netto hängt von Steuerklasse, Beihilfe, PKV-Tarif, Kirchensteuer und Familienstand ab und lässt sich nicht pauschal angeben. Einen individuellen Wert liefert der Gehaltsrechner.