Gehalt von Professorinnen und Professoren in Mecklenburg-Vorpommern: W-Besoldung, Zulagen und Standorte

Gehalt Professur Stand: 1. Juli 2026

Mecklenburg-Vorpommern (MV) ist ein Bundesland der Kontraste: Auf der einen Seite stehen renommierte Universitäten mit langer Tradition und exzellenter Forschung in einer Region mit den niedrigsten Lebenshaltungskosten Deutschlands. Auf der anderen Seite bietet MV die niedrigsten durchschnittlichen Leistungsbezüge aller Bundesländer — nur 600 € bei W2. Wie sich das Professorengehalt in MV zusammensetzt und warum der Standort trotzdem attraktiv sein kann, erklärt dieser Beitrag im Detail.

W-Besoldung Mecklenburg-Vorpommern
W15.293 €Grundgehalt Stufe 1
W2-Professur6.733 €Grundgehalt Stufe 1
W3-Professur7.813 €Grundgehalt Stufe 1

Das W2-Professur-Gehalt in Mecklenburg-Vorpommern und das W3-Professur-Gehalt in Mecklenburg-Vorpommern bestehen aus Grundgehalt, möglichen Leistungsbezügen sowie familien- oder ortsbezogenen Zuschlägen. Netto hängt die Besoldung stark von Steuerklasse, Beihilfe, Krankenversicherung und Familienstand ab.

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1. Grundgehalt W1, W2 und W3 in Mecklenburg-Vorpommern

Das Landesbesoldungsgesetz Mecklenburg-Vorpommern regelt die Professorenbesoldung. Wie in den meisten ostdeutschen Bundesländern (mit Ausnahme von Brandenburg und Sachsen) gibt es bei W2 und W3 jeweils nur eine Stufe — das Grundgehalt bleibt über die gesamte Dienstzeit konstant.

BesoldungsgruppeGrundgehalt (brutto/Monat)Stufen
W1 (Juniorprofessur)5.293 €1 Stufe
W26.733 €1 Stufe
W37.813 €1 Stufe

Das W2-Grundgehalt von 6.733 € liegt im unteren Mittelfeld der Bundesländer — deutlich über Bremen (6.030 €) und Hamburg (6.071 €), aber unter dem Bundesdurchschnitt. Bei W3 erreicht MV mit 7.813 € einen Wert, der über Bremen (7.247 €) und Hamburg (7.290 €) liegt, aber unter den Spitzenwerten von Brandenburg (8.407 €) oder Baden-Württemberg (8.430 €).

Die Juniorprofessur wird in MV mit 5.293 € vergütet — der niedrigste W1-Satz im Bundesvergleich. Für Nachwuchswissenschaftler, die eine Juniorprofessur in MV in Betracht ziehen, kann dies ein relevanter Faktor sein, auch wenn die niedrigen Lebenshaltungskosten den Unterschied relativieren.

Leistungsbezüge in Mecklenburg-Vorpommern

Neben dem Grundgehalt erhalten Professorinnen und Professoren in Mecklenburg-Vorpommern variable Leistungsbezüge, die bei der Berufungsverhandlung individuell ausgehandelt werden. Sie setzen sich typischerweise zusammen aus:

  • Berufungs- und Bleibeleistungsbezüge: Verhandelt bei Erstberufung oder bei einem Gegenruf (Bleibeverhandlung)
  • Besondere Leistungsbezüge: Für herausragende Forschungs- oder Lehrleistungen
  • Funktionsleistungsbezüge: Für Ämter wie Dekan, Studiendekan oder Prorektor
Keine belastbare Statistik pro Bundesland: Eine amtliche Durchschnittsstatistik isolierter Leistungsbezüge je Bundesland existiert nicht – Leistungsbezüge werden bei jeder Berufung individuell verhandelt. Bundesweit nennt der Deutsche Hochschulverband als grobe Orientierung etwa ~850 € in W2 und ~1.600 € in W3. Eine Erklärung der drei Leistungsbezugs-Arten und Verhandlungstipps finden sich im Glossar-Eintrag Leistungsbezüge.

Reale Durchschnittsbesoldung in Mecklenburg-Vorpommern (06/2022)

Belegbar ist die tatsächlich gezahlte Gesamtbesoldung. Eine Spezialauswertung des Statistischen Bundesamts im Auftrag des DHV zeigt für Mecklenburg-Vorpommern (Datenstand 06/2022):

BesoldungsgruppeMecklenburg-Vorpommern (06/2022)Gewichteter Bundesdurchschnitt
W27.020 €7.400 €
W38.290 €9.530 €

Brutto monatlich. Werte enthalten neben dem Grundgehalt auch Erfahrungsstufen, Grundleistungsbezug, diverse Leistungsbezüge, Forschungs- und Lehrzulagen, Familienzuschlag sowie zum Teil anteilige Sonderzuwendungen – sie sind kein reiner Leistungsbezugswert. Quelle: Statistisches Bundesamt, Spezialauswertung im Auftrag des DHV, in: Forschung & Lehre 11/2023.

Einordnung Mecklenburg-Vorpommern: W2 liegt 5.1 % unter dem Bundesdurchschnitt, W3 liegt 13.0 % unter dem Bundesdurchschnitt. Die Differenz zum Grundgehalt ist kein reiner Leistungsbezug – sie kann Erfahrungsstufen, Familienzuschlag und anteilige Sonderzuwendungen enthalten. Eine Trennung nach Universität und HAW/FH lässt sich aus den Werten nicht unmittelbar ableiten.

3. Familienzuschlag in Mecklenburg-Vorpommern

Der Familienzuschlag in MV orientiert sich an den bundesweiten Regelungen und liegt im Mittelfeld:

FamiliensituationZuschlag (brutto/Monat)
Verheiratet / eingetragene Lebenspartnerschaft160,28 €
1. Kind193,41 €
2. Kind193,41 €
3. Kind und jedes weitere820,00 €

Der Ehegatten-Zuschlag beträgt 160,28 € — etwas unter dem Bremer (165,40 €) und dem hessischen Wert (172,10 €). Für das erste und zweite Kind gibt es jeweils 193,41 €. Ab dem dritten Kind springt der Zuschlag auf 820 € pro Kind — ein hoher Wert, der nur von Hamburg (905 €) übertroffen wird.

Ein verheirateter Professor mit zwei Kindern erhält in MV einen Familienzuschlag von insgesamt 547,10 € monatlich (160,28 + 193,41 + 193,41 €). Mit einem dritten Kind steigt der Gesamtzuschlag auf 1.367,10 € — das dritte Kind allein bringt also 820 € zusätzlich.

4. Sonderzahlung in Mecklenburg-Vorpommern

Professorinnen und Professoren in MV erhalten eine jährliche Sonderzahlung in Höhe von 30 % des Dezember-Bruttogehalts. Die Bemessungsgrundlage umfasst das Grundgehalt, den Familienzuschlag und die ruhegehaltfähigen Leistungsbezüge.

ProfilDezember-Brutto (ca.)Sonderzahlung (30 %)
W2, ledig, ohne LB6.733 €2.020 €
W2, verh., 1 Kind, mit LB7.687 €2.306 €
W3, verh., 2 Kinder, mit LB9.360 €2.808 €

Die 30-prozentige Sonderzahlung liegt im Mittelfeld: mehr als in Ländern ohne Sonderzahlung (Hamburg, Baden-Württemberg), aber deutlich unter Bayern (65 %) und Bremen (50 %). Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Thüringen bieten ebenfalls 30 %.

5. Hochschullandschaft in Mecklenburg-Vorpommern

Trotz seiner geringen Bevölkerungszahl verfügt MV über eine bemerkenswert vielfältige Hochschullandschaft mit insgesamt fünf staatlichen Hochschulen:

  • Universität Rostock: Die größte Hochschule des Landes (gegründet 1419) mit rund 14.000 Studierenden. Forschungsstärken liegen in den Lebenswissenschaften, der Meeresforschung, der Informatik und den Ingenieurwissenschaften. Rostock verfügt über eine Universitätsmedizin mit eigener Medizinischer Fakultät — W3-Professuren in der Medizin werden hier häufig als C4-äquivalente Stellen ausgeschrieben.
  • Universität Greifswald: Eine der ältesten Universitäten Mitteleuropas (gegründet 1456) mit rund 10.000 Studierenden. Schwerpunkte in Medizin, Physik (Plasmaforschung am Leibniz-Institut INP), Geographie und Rechtswissenschaften. Die Universitätsmedizin Greifswald ist ein bedeutender Arbeitgeber in der Region.
  • Hochschule Wismar: Fachhochschule mit rund 7.500 Studierenden und Standorten in Wismar, Rostock-Warnemünde und Malchow. Schwerpunkte in Architektur, Bauingenieurwesen, Wirtschaft und Seefahrt. HAW-Professuren werden nach W2 besoldet.
  • Hochschule Neubrandenburg: Kleinere Fachhochschule mit rund 2.000 Studierenden und Fokus auf Gesundheit, Pflege, Soziale Arbeit und Lebensmitteltechnologie.
  • Hochschule Stralsund: Fachhochschule mit rund 2.500 Studierenden und Schwerpunkten in Wirtschaftsingenieurwesen, Informatik, Maschinenbau und Tourismus. Attraktive Lage an der Ostsee.

Ergänzt wird die akademische Landschaft durch außeruniversitäre Forschungseinrichtungen wie das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP Greifswald), das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) und das Fraunhofer-Institut für Großstrukturen in der Produktionstechnik (IGP Rostock).

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6. Gesamtgehalt: Beispielrechnungen für MV

Beispiel 1: W2-Professur, ledig, keine Kinder

PositionBetrag
Grundgehalt W26.733 €
Leistungsbezüge (Durchschnitt)+600 €
Familienzuschlag0 €
Brutto monatlich~7.333 €
+ Sonderzahlung (30 % im Dez.)+2.200 €/Jahr
Brutto Jahresgehalt~90.196 €

Beispiel 2: W2-Professur, verheiratet, 2 Kinder

PositionBetrag
Grundgehalt W26.733 €
Leistungsbezüge (Durchschnitt)+600 €
Familienzuschlag (Ehegatte)+160,28 €
Familienzuschlag (2 Kinder)+386,82 €
Brutto monatlich~7.880 €
+ Sonderzahlung (30 % im Dez.)+2.364 €/Jahr
Brutto Jahresgehalt~96.924 €

Beispiel 3: W3-Professur, verheiratet, 1 Kind

PositionBetrag
Grundgehalt W37.813 €
Leistungsbezüge (Durchschnitt)+1.000 €
Familienzuschlag (Ehegatte)+160,28 €
Familienzuschlag (1 Kind)+193,41 €
Brutto monatlich~9.167 €
+ Sonderzahlung (30 % im Dez.)+2.750 €/Jahr
Brutto Jahresgehalt~112.754 €
MV im Bundesvergleich: Ein lediger W2-Professor in MV kommt auf rund 90.196 € Jahresbrutto. In Bayern wäre dasselbe Profil bei etwa 112.000 €. Die Differenz von 22.000 € relativiert sich jedoch erheblich, wenn man die Lebenshaltungskosten berücksichtigt: Die Miete in Rostock oder Greifswald liegt typischerweise 40–60 % unter Münchner Niveau.

7. Lebenshaltungskosten — der große Vorteil von MV

Der mit Abstand größte Vorteil einer Professur in Mecklenburg-Vorpommern sind die extrem niedrigen Lebenshaltungskosten. MV ist das günstigste Bundesland Deutschlands — sowohl bei Mieten als auch bei Immobilienpreisen, Kinderbetreuung und alltäglichen Ausgaben.

KostenfaktorRostock/GreifswaldMünchen (Vergleich)
Kaltmiete 3-Zi.-Whg. (80–100 m²)600–900 €1.500–2.200 €
Eigenheim (Speckgürtel)200.000–350.000 €800.000–1.500.000 €
Kita-Beitrag (Vollzeit)0–200 €300–600 €

Ein Eigenheim in guter Lage in Rostock oder Greifswald ist für 250.000–350.000 € erhältlich — ein Bruchteil der Münchner Preise. Im Umland (Bad Doberan, Stralsund, Wolgast) liegen die Preise noch niedriger. Die Kita-Betreuung ist in MV größtenteils beitragsfrei, was für Familien eine erhebliche Ersparnis darstellt.

Unter Kaufkraftgesichtspunkten ist ein W2-Gehalt in Rostock oder Greifswald durchaus vergleichbar mit einem W2-Gehalt in Frankfurt oder Stuttgart — obwohl die nominalen Bruttobeträge deutlich auseinanderliegen. Wer den Wunsch nach Wohneigentum, naturnahem Leben und kurzen Wegen schätzt, findet in MV hervorragende Bedingungen.

8. Nettoverdienst und Verbeamtung in MV

Professorinnen und Professoren werden in MV in der Regel als Beamte auf Lebenszeit verbeamtet. Als Beamte sind sie von der Sozialversicherungspflicht befreit und erhalten Beihilfe. Die PKV-Restkostenversicherung ist in MV tendenziell etwas günstiger als in westdeutschen Großstädten, da die Arztkosten und Behandlungspreise im Durchschnitt niedriger liegen.

Faustformel: Von einem Brutto von 7.333 € (W2, ledig) bleiben nach Lohnsteuer und PKV-Beitrag etwa 5.200–5.500 € netto. In Kombination mit den niedrigen Lebenshaltungskosten ergibt sich eine Kaufkraft, die deutlich über dem liegt, was der reine Bruttovergleich vermuten lässt.

Tipp: Berechnen Sie Ihr individuelles Nettogehalt in MV mit unserem Gehaltsrechner für Beamte. Dort können Sie Bundesland, Besoldungsgruppe, Steuerklasse und PKV-Beitrag eingeben.

9. Besonderheiten der Professorenbesoldung in MV

  • Niedrigste Leistungsbezüge: Mit durchschnittlich 600 € (W2) und 1.000 € (W3) zahlt MV die geringsten Leistungsbezüge aller Bundesländer. Die Berufungsverhandlung ist dennoch entscheidend — individuelle Ergebnisse können deutlich über dem Durchschnitt liegen.
  • Keine Erfahrungsstufen: Bei W2 und W3 gibt es jeweils nur eine Stufe. Automatische Gehaltssteigerungen durch Dienstjahre finden nicht statt.
  • 30 % Sonderzahlung: Die Sonderzahlung liegt im Mittelfeld und ergänzt das Grundgehalt um einen spürbaren Dezember-Bonus.
  • Hoher Kinderzuschlag ab 3. Kind: Der Familienzuschlag springt ab dem dritten Kind auf 820 € — nur Hamburg bietet mehr.
  • Niedrigste Lebenshaltungskosten: Der größte Standortvorteil von MV sind die extrem niedrigen Wohn- und Lebenskosten, die das nominell niedrigere Gehalt kaufkraftmäßig relativieren.
  • Traditionsreiche Universitäten: Die Universitäten Rostock (1419) und Greifswald (1456) gehören zu den ältesten Deutschlands und bieten exzellente Forschungsbedingungen, insbesondere in Medizin, Meereswissenschaften und Physik.
  • Überschaubare Hochschullandschaft: Mit nur fünf staatlichen Hochschulen ist die Zahl der verfügbaren Professuren begrenzt. Gleichzeitig bedeutet dies weniger interne Konkurrenz um Ressourcen und kürzere Entscheidungswege.
Fazit: Mecklenburg-Vorpommern bietet zwar die niedrigsten Leistungsbezüge Deutschlands, gleicht dies aber durch solide Grundgehälter, eine 30-prozentige Sonderzahlung und vor allem durch die niedrigsten Lebenshaltungskosten aller Bundesländer teilweise aus. Für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die Wert auf Lebensqualität, Naturnähe und bezahlbares Wohneigentum legen, kann eine Professur in Rostock, Greifswald, Wismar, Neubrandenburg oder Stralsund eine hervorragende Wahl sein — vorausgesetzt, die Berufungsverhandlung wird gut vorbereitet.
Quellen Leistungsbezüge werden individuell verhandelt; eine belastbare amtliche Per-Land-Statistik existiert nicht.

Häufige Fragen zur W-Besoldung in Mecklenburg-Vorpommern

Was verdient eine W2-Professur in Mecklenburg-Vorpommern?

Das W2-Grundgehalt in Mecklenburg-Vorpommern beträgt 6.733 € brutto pro Monat – ein fester Betrag ohne Erfahrungsstufen. Hinzu kommen individuell verhandelte Leistungsbezüge sowie – je nach Familienstand – der Familienzuschlag.

Was verdient eine W3-Professur in Mecklenburg-Vorpommern?

Das W3-Grundgehalt in Mecklenburg-Vorpommern liegt bei 7.813 € brutto pro Monat, ebenfalls als fester Betrag ohne Erfahrungsstufen. Leistungsbezüge und Familienzuschlag erhöhen das Gehalt zusätzlich.

Gibt es in Mecklenburg-Vorpommern Erfahrungsstufen in der W-Besoldung?

Nein. Mecklenburg-Vorpommern zahlt das W-Grundgehalt als festen Betrag ohne Erfahrungsstufen – W2 und W3 steigen nicht mit den Dienstjahren. Die Juniorprofessur W1 beträgt 5.293 € brutto pro Monat.

Zahlt Mecklenburg-Vorpommern Weihnachtsgeld an Beamte und Professoren?

Ja. Mecklenburg-Vorpommern zahlt Landesbeamtinnen und Landesbeamten eine jährliche Sonderzahlung (Weihnachtsgeld) von 30 % des Dezember-Bruttogehalts. Für verbeamtete Professorinnen und Professoren in W2/W3 gilt dieselbe Systematik. Angestellte fallen nicht darunter, sondern unter die Jahressonderzahlung des TV-L.

Wie hoch ist das Professorengehalt in Mecklenburg-Vorpommern netto?

Das Netto hängt von Steuerklasse, Beihilfe, PKV-Tarif, Kirchensteuer und Familienstand ab und lässt sich nicht pauschal angeben. Einen individuellen Wert liefert der Gehaltsrechner.