Senat, Fakultätsrat und Hochschulrat: Wer entscheidet was?

Akademische Selbstverwaltung heißt: An öffentlichen Hochschulen entscheiden Professoren, Beschäftigte und Studierende über ihre Vertreter in Gremien mit, wie Studium, Forschung, Personal und Geld geregelt werden. Im Fakultätsrat beraten und entscheiden Vertreter einer Fakultät, im Senat Vertreter der ganzen Hochschule. Im Hochschulrat wirken Personen von außerhalb der Hochschule mit; dort geht es vor allem um die Entwicklung der Hochschule, ihre Finanzen und die Kontrolle der Leitung. Was jedes Gremium selbst beschließen darf, regeln das Landesrecht und die Ordnungen der Hochschule.

Von Aktualisiert: 31. Oktober 2026
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Drei Hochschulangehörige beraten an einem Sitzungstisch.

Kurz gesagt

  • Mitglieder: Professoren, wissenschaftliche und künstlerische Beschäftigte, Beschäftigte aus Technik und Verwaltung sowie Studierende entsenden Vertretungen in Senat und Fakultätsrat.
  • Fakultätsrat: Er behandelt die Angelegenheiten einer Fakultät, etwa den Aufbau ihrer Studiengänge und den Vorschlag, wer auf eine freie Professur berufen werden soll. Seine konkreten Beschlussrechte unterscheiden sich zwischen Hochschulen.
  • Senat: Er behandelt akademische Regeln und Grundsatzfragen für die gesamte Hochschule, etwa hochschulweite Ordnungen und die Entwicklung von Forschung und Lehre.
  • Hochschulrat: Er befasst sich mit der langfristigen Entwicklung, Finanzen und der Arbeit der Hochschulleitung. Externe Mitglieder bringen Erfahrungen aus Wissenschaft, Kultur, Wirtschaft oder anderen Bereichen ein.
  • Leitung: Präsidium oder Rektorat führen die Hochschule; Dekanin oder Dekan führen eine Fakultät, teils gemeinsam im Dekanat. Sie bereiten Entscheidungen vor, treffen eigene Entscheidungen und setzen Beschlüsse um.
  • Unterschiede: Sitzzahlen und Mehrheiten sind nicht überall gleich. Die Präsidentin oder den Rektor wählt je nach Hochschule der Hochschulrat, der Senat, ein erweiterter Senat oder eine eigene Wahlversammlung.
  • Studentische Mitarbeit: Ein Mandat ermöglicht Mitsprache und Abstimmungen über Studienbedingungen. Dazu gehören Vorbereitung, Rücksprache mit anderen Studierenden und die Suche nach Unterstützung für Vorschläge.

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Inhalt

Wie funktioniert akademische Selbstverwaltung?

Akademische Selbstverwaltung bedeutet, dass die Mitglieder einer Hochschule an ihren Angelegenheiten mitwirken. Dafür sitzen Vertreter der Mitgliedergruppen in Gremien, die dort beraten und abstimmen. Ein Gremium ist eine Gruppe von Personen mit festgelegten Aufgaben und Befugnissen. Die Hochschulleitung entscheidet deshalb nicht allein: Das Landeshochschulgesetz und die Grundordnung – die Verfassung der einzelnen Hochschule – geben auch den Gremien eigene Rechte.

Zum Verständnis helfen zwei Ebenen: die gesamte Hochschule und die einzelne Fakultät. Eine Fakultät bündelt verwandte Fächer, beispielsweise als Medizinische Fakultät oder Fakultät für Wirtschaftswissenschaften. In Nordrhein-Westfalen heißt diese Einheit nach dem Hochschulgesetz Fachbereich; das Gremium heißt dort entsprechend Fachbereichsrat, etwa an der Universität Münster.

GremiumMitgliederAufgaben
Fakultätsrat / FachbereichsratVertreter der Professoren, Beschäftigten und Studierenden dieser Fakultät; je nach Ordnung weitere AmtsmitgliederStudiengänge, Studien- und Prüfungsordnungen, Berufungsvorschläge und Entwicklung der eigenen Fakultät
Senat / Akademischer SenatVertreter der Mitgliedergruppen aus der gesamten Hochschule; weitere Personen können beratend teilnehmenHochschulweite Regeln, Forschung und Lehre, Entwicklung der Hochschule und Beteiligung an der Leitungswahl
HochschulratExterne Persönlichkeiten sowie, je nach Modell, HochschulangehörigeLangfristige Ausrichtung, Finanzen, Kontrolle und Beteiligung an der Wahl der Hochschulleitung

Diese Gremien haben unterschiedliche Zuständigkeiten. Ein Vorhaben muss deshalb auch nicht automatisch nacheinander durch alle drei Räte. Welche Schritte nötig sind, hängt von der Entscheidung und der Hochschule ab. Die Grundregeln für die Vertretung der Gruppen stehen bundesweit im Hochschulrahmengesetz; was die einzelnen Gremien beschließen, regeln Landeshochschulgesetz und Grundordnung der Hochschule.

Wer sind die Mitglieder?

In Fakultätsrat und Senat sitzen Vertreter der Gruppen, die für eine bestimmte Amtszeit gewählt oder bestellt werden – nicht alle Professoren, Beschäftigten und Studierenden. Die Hochschule unterscheidet dabei Mitgliedergruppen. Dahinter stehen unterschiedliche Tätigkeiten im Hochschulalltag:

  • Professorinnen und Professoren: Hochschullehrende mit Verantwortung für Forschung und Lehre. Zu ihrer Gruppe gehören zum Beispiel in Bayern und Nordrhein-Westfalen auch Juniorprofessorinnen und Juniorprofessoren.
  • Wissenschaftliche und künstlerische Beschäftigte: Dazu gehören beispielsweise wissenschaftliche Mitarbeiter, Postdocs oder künstlerische Mitarbeiter, in Bayern und Nordrhein-Westfalen auch Lehrkräfte für besondere Aufgaben. Der Sammelbegriff für diese Beschäftigten ist akademischer Mittelbau. Wo Promovierende hingehören, regelt das Land: In Bayern bilden sie mit den wissenschaftlichen Mitarbeitern eine Gruppe, in Nordrhein-Westfalen zählen sie zu den Studierenden, sofern sie nicht an der Hochschule beschäftigt sind; dort kann eine Universität für ihre Fachbereiche aber auch eine eigene Gruppe der Promovierenden bilden.
  • Beschäftigte aus Technik, Verwaltung und weiteren unterstützenden Bereichen: Beispielsweise Menschen, die in der Hochschulverwaltung, Bibliothek, IT oder im technischen Betrieb arbeiten. Die offizielle Gruppenbezeichnung unterscheidet sich.
  • Studierende: Sie wählen beziehungsweise entsenden Vertreter, die ihre Erfahrungen und Anliegen in das Gremium einbringen.

Ein studentisches Mitglied spricht beispielsweise über die Studierbarkeit eines Studiengangs; Beschäftigte aus der Technik können auf die benötigte Laborausstattung hinweisen. Alle stimmberechtigten Mitglieder entscheiden über den vorliegenden Antrag nach den geltenden Regeln. An Weisungen ihrer Gruppe sind die gewählten Mitglieder dabei nicht gebunden.

Zusätzlich können Personen kraft Amtes dazugehören: Eine Dekanin ist dann beispielsweise wegen ihres Leitungsamts beteiligt. Andere Personen nehmen beratend teil: Sie dürfen ihre Sicht einbringen, stimmen aber nicht mit ab. Im Senat der Universität Münster etwa nehmen Rektorat und Dekane ohne Stimmrecht teil. Deshalb ist eine Liste aller Sitzungsteilnehmer noch keine Liste aller Stimmberechtigten. Gruppen und Mandat, Beispiel Senat Münster.

Nicht jedes Mitglied der Hochschule wählt mit: In Bayern etwa sind Honorarprofessorinnen und Honorarprofessoren, Privatdozentinnen und Privatdozenten mit Lehrbefugnis und Lehrbeauftragte Mitglieder der Hochschule, wählen die Gremien aber nicht mit – außer Lehrbeauftragten an Musikhochschulen. Mitglieder in Bayern.

Was macht der Fakultätsrat, und wer sitzt darin?

Der Fakultätsrat ist das zentrale Gremium für akademische Grundsatzfragen innerhalb einer Fakultät. Darin sitzen Vertreter der beschriebenen Gruppen aus dieser Fakultät. Hinzu kommen je nach Hochschulordnung etwa die Dekanin oder der Dekan und weitere Amtsmitglieder. Nach dem Hochschulgesetz Nordrhein-Westfalens (Fassung 2026) zum Beispiel haben im Fachbereichsrat höchstens 15 Vertreter der Gruppen Stimmrecht; Dekanin oder Dekan gehören ohne Stimmrecht dazu. Hochschulgesetz NRW. Der Fakultätsrat entscheidet somit über Angelegenheiten, die den eigenen Fachbereich betreffen.

Welche Entscheidungen stehen dort an?

Dazu gehören zum Beispiel:

  • Studiengänge und Prüfungsregeln: Wie ist ein Studiengang aufgebaut? Welche Änderungen an einer Studien- oder Prüfungsordnung sollen beschlossen oder weitergeleitet werden?
  • Professuren: An vielen Universitäten und Hochschulen entscheidet der Fakultätsrat, wie die Berufungskommission zusammengesetzt ist. Die Kommission führt das Berufungsverfahren durch und formuliert am Ende einen Berufungsvorschlag. Ein Berufungsvorschlag ist noch keine Ernennung.
  • Entwicklung und Ausstattung: Welche fachlichen Schwerpunkte soll die Fakultät setzen? Nach welchen Grundsätzen sollen die ihr zugewiesenen Mittel eingesetzt werden?

Was der Fakultätsrat selbst entscheidet, ist unterschiedlich geregelt: An der Bauhaus-Universität Weimar beschließt er nach der Grundordnung von 2019 unter anderem Studien- und Prüfungsordnungen, Berufungsvorschläge und Grundsätze der Mittelverteilung. In Bayern entscheidet dagegen die Dekanin oder der Dekan über die konkrete Verteilung und Verwendung der Stellen und Mittel der Fakultät. Über das Geld der Fakultät bestimmt der Fakultätsrat also nicht überall selbst. Weimar, § 18, Bayern, Dekanat, UdK Berlin, § 8.

Ein Beispiel aus dem Studienalltag: In einem Bachelorstudiengang sollen mehrere Pflichtmodule auf andere Semester verteilt werden. Betroffen ist der Aufbau des Studiengangs. Die studentischen Mitglieder können erläutern, wo sich Belastung und Prüfungen bisher ungünstig häufen, und Änderungen vorschlagen. In Nordrhein-Westfalen berät dazu zunächst der Studienbeirat des Fachbereichs, der zur Hälfte aus Studierenden besteht; die geänderte Ordnung beschließt anschließend der Fachbereichsrat.

Der Fachschaftsrat ist etwas anderes: Er ist eine rein studentische Vertretung und gehört wie der AStA zur studentischen Selbstverwaltung. Im Fakultätsrat entscheiden Studierende dagegen gemeinsam mit Professoren und Beschäftigten über Angelegenheiten der Fakultät. Mehr dazu im Beitrag zur Fachschaft.

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Was macht der Senat, und wer sitzt darin?

Der Senat behandelt akademische Angelegenheiten der gesamten Hochschule. Auch hier sitzen Vertreter der Professoren, wissenschaftlichen beziehungsweise künstlerischen Beschäftigten, weiteren Beschäftigten und Studierenden. Sie kommen aus der Hochschule insgesamt, nicht nur aus einer Fakultät.

Wie das konkret aussieht, zeigt die Universität Hamburg: Ihr Akademischer Senat hat nach eigenen Angaben (Stand Oktober 2026) 19 Mitglieder – zehn Professoren sowie jeweils drei wissenschaftliche Beschäftigte, Beschäftigte aus Technik und Verwaltung und Studierende. Der Senat der Universität Münster hat dagegen nach ihren Angaben (Stand Oktober 2026) 23 stimmberechtigte Mitglieder: zwölf Professoren, je vier wissenschaftliche Beschäftigte und Studierende sowie drei Beschäftigte aus Technik und Verwaltung. Akademischer Senat Hamburg.

Zu den Aufgaben gehören je nach Hochschule:

  • Gemeinsame Regeln: hochschulweite Satzungen und Rahmenregeln für Studium, Prüfungen oder andere akademische Angelegenheiten beschließen.
  • Forschung und Lehre weiterentwickeln: etwa über neue Studienangebote, Forschungsschwerpunkte oder die akademische Struktur beraten und entscheiden.
  • Die Leitung begleiten und kontrollieren: Berichte beraten, Stellungnahmen abgeben und an der Wahl der Hochschulleitung mitwirken.

Dabei ist der Unterschied zwischen beschließen und Stellung nehmen wesentlich: Mit einem Beschluss entscheidet der Senat in seiner Zuständigkeit. Mit einer Stellungnahme bringt er seine Bewertung in die Entscheidung eines anderen Organs ein. In Nordrhein-Westfalen, also auch in Münster, beschließt der Senat zum Beispiel die Grundordnung und hochschulweite Rahmenordnungen; zum Wirtschaftsplan, also dem Finanzplan der Hochschule, gibt er nur Empfehlungen oder Stellungnahmen ab. Aufgaben des Senats Münster, Hochschulgesetz NRW.

Ein Beispiel: Eine Hochschule möchte gemeinsame Vorgaben für ihre Prüfungsordnungen ändern. Damit sind mehrere Fakultäten betroffen. Solche übergreifenden Regeln gehören auf die Hochschulebene: In Nordrhein-Westfalen beschließt der Senat Rahmenprüfungsordnungen, also gemeinsame Vorgaben für die Prüfungsordnungen der Fachbereiche. Die einzelne Fakultät kann die Regeln für die anderen Fakultäten nicht allein festlegen.

Was macht der Hochschulrat, und wer sitzt darin?

Der Hochschulrat befasst sich mit der längerfristigen Entwicklung und den Finanzen der Hochschule sowie mit der Arbeit ihrer Leitung. Darin wirken Personen von außerhalb der Hochschule mit; wie viele es sind und wer hinzukommt, regeln Land und Hochschule unterschiedlich. In Nordrhein-Westfalen muss mindestens die Hälfte der Mitglieder extern sein, die Grundordnung kann auch nur Externe vorsehen. In Bayern gehören nach dem Landesgesetz (Stand 2026) neben zehn Externen die gewählten Mitglieder des Senats dazu. An der Universität Hamburg bestimmen nach ihren Angaben (Stand Oktober 2026) der Akademische Senat und die Landesregierung je vier Mitglieder, die gemeinsam ein neuntes hinzuwählen. Hochschulgesetz NRW, Hochschulrat in Bayern, Hochschulrat Hamburg.

Extern heißt: Die Person gehört der Hochschule nicht an – etwa eine Wissenschaftlerin einer anderen Hochschule, eine Person mit Erfahrung in der Leitung einer Kultureinrichtung oder jemand aus der Wirtschaft. Im Hochschulrat der Universität Münster sitzen zum Beispiel die Präsidentin der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt, ein Zeitungsherausgeber und eine Direktorin beim Landesrechnungshof Rheinland-Pfalz (Stand Oktober 2026). Ein externes Mitglied muss also kein Unternehmer sein. Hochschulrat Münster. Interne Mitglieder gehören dagegen zur betreffenden Hochschule; dazu können auch gewählte Vertreter aus dem Senat zählen.

Womit beschäftigt sich der Hochschulrat konkret?

In Bayern, Nordrhein-Westfalen und an der Universität Hamburg geht es im Hochschulrat jeweils um den Wirtschaftsplan, um die Berichte der Hochschulleitung und um die Wahl der Leitung. Was der Rat dabei selbst entscheidet, unterscheidet sich:

An der Universität Hamburg genehmigt der Hochschulrat den Wirtschaftsplan und beschließt Struktur- und Entwicklungspläne im Einvernehmen mit dem Akademischen Senat. In Nordrhein-Westfalen muss er dem Wirtschaftsplan und dem Entwurf des Hochschulentwicklungsplans zustimmen und beaufsichtigt die Wirtschaftsführung des Rektorats. In Bayern beschließt der Hochschulrat unter anderem über die Einrichtung und Aufhebung von Studiengängen und wählt die Präsidentin oder den Präsidenten. Aufgaben in Hamburg, Aufgaben in Bayern.

Ein Beispiel: Eine Hochschule möchte einen neuen Schwerpunkt aufbauen, der über mehrere Jahre Personal und Ausstattung benötigt. Der Hochschulrat befasst sich damit im Rahmen seiner Zuständigkeit für Entwicklung und Finanzierung. Fachliche Studienordnungen oder die Organisation eines einzelnen Seminars sind andere Entscheidungsebenen.

Was machen Präsidium und Dekanat?

Das Präsidium oder Rektorat leitet die Hochschule. In Bayern und an der Universität der Künste Berlin gehören dazu die Präsidentin oder der Präsident, weitere gewählte Mitglieder wie Vizepräsidentinnen und Vizepräsidenten sowie die Kanzlerin oder der Kanzler; an der UdK ist seit 2026 auch ein studentisches Mitglied vorgesehen. Die Leitung bereitet Planungen vor und führt die laufenden Geschäfte. Die Kanzlerin oder der Kanzler übernimmt insbesondere Aufgaben der Verwaltung und des Haushalts; die genaue Verteilung ist örtlich geregelt. Beispiel UdK Berlin, § 1.

Eine Fakultät leitet die Dekanin oder der Dekan, je nach Hochschule gemeinsam mit Prodekaninnen und Prodekanen im Dekanat; an der Fakultät Kunst und Gestaltung in Weimar etwa leitet das Dekanat die Fakultät. Die Studiendekanin oder der Studiendekan kümmert sich besonders um Studium und Lehre. Zum Beispiel sorgt die Fakultätsleitung dafür, dass beschlossene Planungen organisatorisch umgesetzt werden. Hochschulleitung in Bayern, Dekanat, Studiendekanat.

Auch Präsidium und Dekanat können aus mehreren gemeinsam entscheidenden Personen bestehen. Sie haben eigene Befugnisse und sind keine bloßen Ausführungsstellen. Bei einem Vorhaben lohnt deshalb die Unterscheidung: Wer bereitet den Vorschlag vor, wer entscheidet darüber und wer setzt die Entscheidung um?

Wer wählt die Präsidentin oder den Rektor?

Welches Gremium die Hochschulleitung wählt, hängt vom Bundesland und von der Hochschule ab.

  • Staatliche Hochschulen in Bayern: Der Hochschulrat wählt die Präsidentin oder den Präsidenten. Weil ihm auch die gewählten Senatsmitglieder angehören, stimmen dabei auch die studentischen Senatsmitglieder mit. Bayern.
  • Nordrhein-Westfalen, zum Beispiel Universität Münster: Eine eigene Hochschulwahlversammlung wählt die Mitglieder des Rektorats. Sie besteht zur Hälfte aus dem Senat und zur Hälfte aus dem Hochschulrat; beide Hälften haben gleiches Stimmgewicht. Abstimmen dürfen die stimmberechtigten Senatsmitglieder und die externen Hochschulratsmitglieder; die internen Hochschulratsmitglieder beraten in Münster nur mit. Hochschulgesetz NRW, Wahlversammlung Münster.
  • Universität Hamburg: Der Akademische Senat wählt, der Hochschulrat bestätigt die Wahl. Anschließend erfolgt die Bestellung durch die Hamburger Landesregierung, die ebenfalls „Senat“ heißt. Das sind unterschiedliche Institutionen. Wahlablauf am Beispiel 2021, Bestätigungsrecht des Hochschulrats.
  • Universität der Künste Berlin: Ein Erweiterter Akademischer Senat wählt die Präsidentin oder den Präsidenten. In ihm sitzen die Senatsmitglieder und zusätzlich gewählte Vertreter der vier Gruppen. Vorschläge für die Wahl machen das Kuratorium und der Akademische Senat. UdK-Grundordnung 2026, §§ 1, 3–5.

Das Kuratorium der UdK Berlin übernimmt Aufgaben, die anderswo ein Hochschulrat hat: Es stellt zum Beispiel den Haushaltsplan fest und nimmt zu Struktur- und Entwicklungsplänen Stellung. Ihm gehören nach der Grundordnung von 2026 je ein Vertreter der vier Gruppen und fünf Externe an. Wer im Präsidium, im Akademischen Senat oder im Erweiterten Akademischen Senat sitzt, darf nicht zugleich Mitglied des Kuratoriums sein. Kuratorium der UdK Berlin.

Haben Professorinnen und Professoren immer die Mehrheit?

Bei Forschung und Berufungen ja, bei anderen Themen nicht immer. Das Hochschulrahmengesetz des Bundes legt für Entscheidungsgremien, die nach Mitgliedergruppen besetzt sind, fest: Bei Entscheidungen, die Forschung, künstlerische Entwicklungsvorhaben oder die Berufung von Hochschullehrenden unmittelbar betreffen, haben die Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer die Mehrheit der Stimmen. Bei Entscheidungen über die Lehre – außer ihrer Bewertung – haben sie mindestens die Hälfte der Stimmen. Wie Länder und Hochschulen das umsetzen, unterscheidet sich. Grundregel zur Mitwirkung.

Zwei Modelle zeigen den Unterschied:

  • Staatliche Hochschulen in Bayern: Im Senat und im Fakultätsrat haben die Hochschullehrenden immer die absolute Mehrheit der Stimmen. Fehlt sie nach einer Wahl, bestellt die Hochschulleitung zusätzliche Vertreter. Bayerische Regel.
  • Bauhaus-Universität Weimar, Thüringen: Im paritätischen Fakultätsrat sitzen nach der Grundordnung von 2019 zunächst je zwei Vertreter der vier Gruppen. „Paritätisch“ heißt hier: Jede Gruppe hat gleich viele Sitze. Bei Entscheidungen, die Lehre, Forschung, künstlerische Entwicklungsvorhaben oder Berufungen unmittelbar betreffen, kommen fünf weitere Professoren hinzu; dann sind sieben Professoren stimmberechtigt, die drei anderen Gruppen haben zusammen sechs Sitze. Für die Bewertung der Lehre gilt diese Erweiterung nicht. Fakultätsseite, Grundordnung, § 18.

Es kommt somit darauf an, wer bei der konkreten Entscheidung stimmberechtigt ist. Aus der Zahl der Personen im Sitzungsraum lässt sich die Stimmenverteilung nicht zuverlässig ablesen.

Lohnt sich die Mitarbeit im Fakultätsrat für Studierende?

Ja, wenn Sie an den Studienbedingungen Ihres Fachbereichs mitarbeiten möchten. Studentische Mitglieder können Erfahrungen aus dem Studium einbringen, Fragen zu Vorlagen stellen, Änderungen vorschlagen und als stimmberechtigte Mitglieder mitentscheiden. Ein Mandat gibt dafür einen festen Platz im zuständigen Gremium.

Was können Studierende dort bewirken?

Ein konkreter Ansatz ist die Weiterentwicklung des Studiengangs: Welche Pflichtmodule passen zeitlich schlecht zusammen? Wo sind Anforderungen unklar? Welche Erfahrungen fehlen in einer geplanten Änderung der Studienordnung? Wer diese Probleme mit Beispielen beschreibt und einen umsetzbaren Vorschlag vorbereitet, liefert eine Grundlage für die Beratung.

Auch bei einer Professorenmehrheit kann studentische Mitarbeit etwas bewirken. Für eine Mehrheit im Rat braucht ein Vorschlag allerdings Unterstützung aus den anderen Gruppen. Der Sitz allein garantiert keinen Erfolg.

Mit einer einzelnen Note, einer Prüfungsanmeldung oder einer kurzfristigen Raumänderung wenden Sie sich nicht zuerst an den Fakultätsrat, sondern zum Beispiel an Prüfungsamt, Prüfungsausschuss oder Studienorganisation. Wiederkehrende strukturelle Probleme können dagegen ein Thema für die studentischen Gremienmitglieder werden.

Wie viel Zeit braucht die Gremienarbeit?

Zur Sitzung kommen das Lesen der Unterlagen, Rücksprachen und gegebenenfalls Ausschussarbeit. Fragen Sie bisherige Mitglieder nach dem tatsächlichen Aufwand und der nächsten Amtszeit. Zwei Beispiele (Stand Oktober 2026): Der Fakultätsrat Kunst und Gestaltung der Bauhaus-Universität Weimar tagt in der Vorlesungszeit monatlich; studentische Mitglieder werden dort für ein Jahr gewählt, die übrigen für drei Jahre. Der Fachbereichsrat 06 der Universität Münster hat für das Wintersemester 2026/27 drei reguläre Sitzungen angesetzt, jeweils von 9.15 Uhr bis 14 Uhr. Fachbereichsrat 06 Münster, Gremienarbeit in Weimar.

Öffentliche Ergebnisse können Sie an andere Studierende weitergeben; vertrauliche Personalangelegenheiten oder nichtöffentliche Unterlagen bleiben geschützt. Mit einem Mandat übernehmen Sie auch Pflichten. In Bayern etwa müssen Sie über Angelegenheiten schweigen, die in einer nichtöffentlichen Sitzung behandelt oder bekannt geworden sind, auch nach der Amtszeit, und zurücktreten können Sie nur aus wichtigem Grund. Benachteiligt werden dürfen Sie wegen Ihrer Gremienarbeit nach dem Hochschulrahmengesetz nicht. Mitwirkung in Bayern, Hochschulrahmengesetz.

Wie wird man Mitglied in Fakultätsrat oder Senat?

Der Einstieg ist die Wahlbekanntmachung der eigenen Hochschule. Dort stehen die zu besetzenden Sitze, Mitgliedergruppen, Fristen und Regeln für Kandidaturen. In Bayern und an der Bauhaus-Universität Weimar wählt jede Gruppe ihre Vertreter selbst; in Bayern kann die Grundordnung vorsehen, dass Organe der Studierendenvertretung die studentischen Vertreter wählen. Wahlregel in Bayern.

Wer kandidieren möchte, kann beim Wahlamt die Wahlberechtigung klären und bisherige Mitglieder nach ihrer Arbeit fragen. Für die studentische Mitarbeit ist außerdem der Austausch mit der Fachschaft hilfreich.

Was bringt die Mitarbeit wissenschaftlichen Beschäftigten?

Sie können Anliegen ihrer Gruppe vertreten und nachvollziehen, wie Entscheidungen zu Lehre, Forschung und fachlicher Entwicklung entstehen. Dazu gehören beispielsweise die Vorbereitung einer Sitzung, die Begründung eines Antrags und das Abstimmen mit anderen Gruppen. Wie gut ein Mandat zur Promotion oder einer anderen Qualifikationsphase passt, hängt auch vom tatsächlichen Zeitaufwand ab. Gremienerfahrung ersetzt weder Forschung noch gute Lehre; wie der Weg weitergeht, beschreiben die Beiträge zur akademischen Laufbahn und zur Professur an der Universität.

Wo finde ich die genaue Regel für meine Hochschule?

Beginnen Sie mit der Gremienseite Ihrer Hochschule; der Senat der Universität Münster nennt dort zum Beispiel Mitglieder, Aufgaben und Sitzungstermine. Den Rahmen setzt das Hochschulgesetz Ihres Landes. Die Grundordnung beschreibt die Organisation der Hochschule, die Wahlordnung die Wahlverfahren und die Geschäftsordnung den Ablauf der Sitzungen. Achten Sie bei einer Mitgliederliste darauf, wer stimmberechtigt ist, wer beratend teilnimmt und für welche Amtszeit die Liste gilt.

Quellen