SHK & WHK: Vergütung studentischer und wissenschaftlicher Hilfskräfte
Der früheste bezahlte Einstieg in die Wissenschaft führt fast immer über eine Hilfskraftstelle. Studentische Hilfskräfte (SHK) und wissenschaftliche Hilfskräfte (WHK) unterstützen Lehrstühle in Forschung, Lehre und Verwaltung — und legen oft den Grundstein für die spätere Promotion. Dieser Beitrag erklärt die Unterschiede, die übliche Vergütung und worauf es beim Einstieg ankommt.
SHK, WHK, Tutor – wo ist der Unterschied?
- Studentische Hilfskraft (SHK): immatrikulierte Studierende ohne ersten Hochschulabschluss. Typische Aufgaben: Recherche, Tutorien, Korrekturen, Labor- und Verwaltungsunterstützung.
- Wissenschaftliche Hilfskraft (WHK): Studierende oder Beschäftigte mit abgeschlossenem Bachelor oder Master, aber (noch) ohne reguläre Mitarbeiterstelle. WHK werden besser vergütet als SHK.
- Tutorinnen und Tutoren sind meist SHK mit Lehraufgaben (Übungsgruppen, Erstsemesterbetreuung).
- „Hiwi" ist die umgangssprachliche Sammelbezeichnung für Hilfskräfte — sie meint je nach Kontext SHK oder WHK und ist kein eigener Rechtsstatus.
Wie hoch ist die Vergütung?
Hilfskräfte werden fast überall nach Stundensätzen bezahlt, nicht nach dem TV-L. In den meisten Bundesländern gibt es keinen flächendeckenden Tarifvertrag für Hilfskräfte; die Sätze werden vom Land oder der Hochschule festgelegt und unterscheiden sich teils deutlich.
| Typ | Voraussetzung | Stundensatz (grobe Spanne) |
|---|---|---|
| SHK | ohne Abschluss | ca. 13–16 € |
| WHK (Bachelor) | mit Bachelor | ca. 16–19 € |
| WHK (Master) | mit Master | ca. 18–22 € |
Die oben genannten SHK-/WHK-Spannen sind bisherige Orientierungswerte und ändern sich häufig — verbindlich ist immer die jeweilige Landes- oder Hochschulregelung (für studentische Beschäftigte zusätzlich das belegte Mindestentgelt oben). Üblich sind Verträge über 40 bis 80 Stunden pro Monat.
Warum sich eine Hilfskraftstelle lohnt
Über die Vergütung hinaus ist die Hilfskraftstelle vor allem ein Karriereeinstieg: Sie verschafft Einblick in den Wissenschaftsbetrieb, Kontakt zu möglichen Betreuenden und erste Erfahrung in Lehre und Forschung. Viele wissenschaftliche Mitarbeitende haben als SHK begonnen. Der nächste Schritt ist typischerweise eine Promotionsstelle in E13.
Arbeitszeit, Befristung und Status
Hilfskraftverträge sind meist kleine Monatskontingente. Wichtig ist deshalb, ob die vereinbarten Stunden realistisch zur Aufgabe passen. Tutorien, Korrekturen, Laborbetreuung oder Datenaufbereitung können deutlich mehr Vor- und Nachbereitung auslösen als die reine Präsenzzeit. Seriöse Stellen beschreiben Aufgaben, Stundenumfang, Laufzeit und Betreuung klar.
Studentische Hilfskräfte sind in der Regel nicht regulär in den TV-L einbezogen. Dadurch unterscheiden sich Vergütung, Vertragsdauer, Urlaub, Mitbestimmung und Kündigungsregelungen stärker nach Land und Hochschule als bei wissenschaftlichen Mitarbeitenden. Wer mehrere Angebote vergleicht, sollte nicht nur den Stundenlohn betrachten, sondern auch die Vertragslaufzeit, die Zahl der Monatsstunden und die tatsächliche Planbarkeit während der Vorlesungszeit.
Was in einer guten Hilfskraftstelle stehen sollte
- Aufgaben: Forschung, Lehre, Tutorium, Korrektur, Labor, Datenpflege oder Verwaltung sollten konkret benannt sein.
- Stunden: Monatsstunden und erwartete Verteilung über das Semester sollten zusammenpassen.
- Betreuung: Eine feste Ansprechperson ist wichtig, besonders bei Tutorien oder Forschungsaufgaben.
- Qualifikationsnutzen: Gute Stellen bieten Einblick in Methoden, Literatur, Lehre oder Projektarbeit und nicht nur Routineverwaltung.
Vom Hilfskraftjob zur Promotion
Eine SHK- oder WHK-Stelle ist kein Anspruch auf eine spätere Promotionsstelle. Sie kann aber der beste Weg sein, ein Fachgebiet, einen Lehrstuhl und mögliche Betreuende kennenzulernen. Wer später promovieren möchte, sollte früh nachfragen, ob Abschlussarbeiten, Exposé-Ideen, Methodentraining oder Projektmitarbeit möglich sind.
Besonders wertvoll sind Tätigkeiten, die sichtbar qualifizieren: Literaturreviews, Datenauswertung, Laborverfahren, Konferenzorganisation, Tutorien mit eigener Verantwortung oder Mitarbeit an Publikationen. Reine Kopier-, Scan- oder Terminaufgaben können kurzfristig Geld bringen, sind für den wissenschaftlichen Lebenslauf aber deutlich weniger relevant.
Typische Probleme in der Praxis
Hilfskraftstellen wirken klein, können aber schnell unklar werden: Aufgaben wachsen, Tutorien erfordern mehr Vorbereitungszeit als geplant, Korrekturen fallen geballt an oder Projektarbeit verschiebt sich in Prüfungsphasen. Deshalb sollte der Vertrag nicht nur den Stundenumfang nennen, sondern im Idealfall auch eine realistische Aufgabenbeschreibung enthalten. Wenn regelmäßig mehr gearbeitet wird als bezahlt, ist das kein Karriereinvestment, sondern ein schlechtes Beschäftigungsverhältnis.
Ebenso wichtig ist die Trennung zwischen Studium und Arbeit. Eine Hilfskraftstelle darf nicht dazu führen, dass Studienleistungen, Prüfungen oder Abschlussarbeit strukturell leiden. Gute Lehrstühle planen Arbeitsphasen semesterbezogen und berücksichtigen Klausurzeiten. Schlechte Stellen nutzen die Nähe zum Fachgebiet aus und erwarten informelle Zusatzarbeit.
Vergleich mit Promotionsstelle
Eine WHK-Stelle nach dem Master kann ein Übergang zur Promotion sein, ersetzt aber keine reguläre wissenschaftliche Mitarbeiterstelle. Der wichtigste Unterschied ist der Status: Promotionsstellen laufen meist über TV-L E13, sind sozialversicherungspflichtig, haben Monatsentgelt, Stufenlaufzeit und häufig eine klare Qualifizierungsfunktion. Hilfskraftstellen bleiben dagegen stundenbasiert und sind in vielen Ländern weniger stark tariflich abgesichert.
Wer nach dem Master länger als Hilfskraft beschäftigt bleibt, sollte deshalb prüfen, ob das fachlich sinnvoll ist oder eine reguläre WiMi-Stelle angemessener wäre. Für kurze Übergänge, Projektanbahnung oder Methodenaufbau kann WHK gut passen; als Dauerersatz für wissenschaftliche Mitarbeiterarbeit ist sie problematisch.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen SHK und WHK?
Studentische Hilfskräfte (SHK) sind immatrikulierte Studierende ohne ersten Hochschulabschluss; wissenschaftliche Hilfskräfte (WHK) haben bereits einen Bachelor oder Master, aber noch keine reguläre Mitarbeiterstelle. WHK werden besser vergütet als SHK.
Wie viel verdienen Hilfskräfte?
Hilfskräfte werden fast überall nach Stundensätzen bezahlt, nicht nach TV-L. Die Sätze legen Land oder Hochschule fest und unterscheiden sich deutlich; die im Text genannten Spannen sind grobe Orientierungswerte.
Gibt es einen Tarifvertrag für Hilfskräfte?
In den meisten Bundesländern nicht. Eine Ausnahme ist Berlin mit einem eigenen Tarifvertrag für studentische Beschäftigte (TV Stud), der einen einheitlichen Stundenlohn und längere Mindestvertragslaufzeiten vorsieht.
Wie viele Stunden umfasst eine Hilfskraftstelle?
Üblich sind Verträge über etwa 40 bis 80 Stunden pro Monat; verbindlich ist die jeweilige Landes- oder Hochschulregelung.
- Tarifrahmen: TdL — TV-L; studentische Hilfskräfte sind im TV-L nicht flächendeckend als reguläre TV-L-Beschäftigte geregelt.
- Tarifpolitischer Stand: GEW — TV Stud; Berlin als Sonderfall mit eigenem Tarifvertrag für studentische Beschäftigte.
- Vergütung/Stundensätze: Landes- bzw. Hochschulregelungen; Werte auf dieser Seite sind Orientierungsbereiche und müssen lokal geprüft werden.
- Weiterführend: Wiss. Mitarbeiter, E13 TV-L, Stellenumfang.
- Aktuelle Stellen: Promotionsstellen & PhD-Stellen.